Zunahme von Fake-Ferienwohnungen auf Nordseeinseln: Verbraucherzentrale warnt vor Betrugsmaschen
Auf Sylt, Föhr und Amrum nehmen professionelle Betrügereien mit gefälschten Ferienunterkünften zu. Experten der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein geben Tipps, worauf Urlauber bei Online-Buchungen achten sollten.
Auf der Suche nach Unterkünften wie Reetdachhäusern in Keitum, Ferienwohnungen in Wyk auf Föhr oder Häuschen mit Dünenblick auf Amrum nutzen Betrüger das große Angebot schamlos aus, wie die shz berichtet. Die Fälle von Ferienwohnungsbetrug werden komplexer und sind für Unwissende kaum von echten Inseraten zu unterscheiden. „Entsprechende Fälle von Ferienwohnungsbetrug sind den Verbraucherzentralen bekannt, sowohl innerhalb Schleswig-Holsteins als auch mit Bezug zu anderen beliebten touristischen Gegenden und Reisezielen“, erklären Vitalij Baisel und Katrin Reinhardt von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Die Masche sei präsent und werde „zunehmend professioneller“.
Besonders gefragte Zielgebiete geraten ins Visier von Online-Kriminellen. „Betrüger nutzen inzwischen gezielt technische Möglichkeiten wie Künstliche Intelligenz, um innerhalb kurzer Zeit täuschend echt wirkende Websites zu erstellen“, warnt Rechtsexpertin Katrin Reinhardt. Frühere Merkmale wie holpriges Deutsch oder verpixelte Fotos gehören der Vergangenheit an; stattdessen locken Täuschungen mit professionellen Texten, gestohlenen Bildaufnahmen existierender Objekte und einer Vielzahl gefälschter positiver Bewertungen. Häufig werden die gefälschten Seiten nach kurzer Zeit wieder abgeschaltet und unter neuem Namen aufgesetzt, um Anzahlungen für nicht existente oder fremde Objekte zu kassieren.
Empfehlungen für sichere Buchungen
Die Verbraucherzentrale rät zur Nutzung bekannter Buchungsplattformen. „Die Buchung über Links in sozialen Netzwerken sollte vermieden werden“, konkretisiert Katrin Reinhardt. Bei Angeboten, die deutlich unter dem Durchschnittspreis liegen – etwa für Unterkünfte in Kampen auf Sylt oder Wittdün auf Amrum –, oder bei Druckmitteln wie der Aussage „nur noch heute verfügbar“, wird zur sorgfältigen Prüfung des Impressums geraten.Ein virtueller Spaziergang über Google Maps kann klären, ob die Adresse existiert und ob eine angebotene Unterkunft „mitten in den Dünen“ nicht tatsächlich in einem Gewerbegebiet liegt. Misstrauen sei bei Überweisungen auf Auslandskonten oder Bargeldtransferdiensten geboten; sicherer seien Zahlungsmittel mit Käuferschutz wie Paypal oder Kreditkarte. Für Korrespondenz und Transaktionen sollten die offiziellen Systeme großer Portale oder etablierter lokaler Inselagenturen verwendet werden. „Wird verlangt, außerhalb einer Buchungsplattform zu kommunizieren oder zu zahlen, ist Vorsicht geboten“, warnt Katrin Reinhardt.