Meldung ✓

Kartierung der Weltmeere gerät wegen geopolitischer Krisen ins Stocken

Etliche Staaten halten Daten über die Wassertiefen vor ihren Küsten zurück. Die Internationale Hydrographische Organisation sieht dadurch ihr Ziel für das Jahr 2030 gefährdet.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Wer den Meeresboden nicht kennt, fährt halt öfter mal auf Grund. — Rocky, Chefkolumnist
Illustration zu: Kartierung der Weltmeere gerät wegen geopolitischer Krisen ins Stocken
Illustration: KI-generiert
Angesichts zahlreicher Krisen werden einige Staaten zurückhaltender, Daten über das Meer vor ihren Ländern offenzulegen. Weltweit sind bislang erst 30 Prozent des Meeresbodens vermessen, weshalb ein Ziel der Internationalen Hydrographischen Organisation bis 2030 kaum noch zu erreichen ist. Militärs sehen Wassertiefen zunehmend als strategisches Wissen an, wie die Tagesschau berichtet.
Das sagte IHO-Generalsekretär Mathias Jonas dem NDR. Die Internationale Hydrographische Organisation ist so etwas wie die UNO der Seevermessung und der Seekarten. Eigentlich sollten nach einem Plan der IHO bis 2030 alle Ozeane flächendeckend vermessen sein. Dieses Ziel sei laut Jonas aber kaum noch zu erreichen.

Probleme bei der Vermessung des Nordpolarmeers

Das Nordpolarmeer wird zum Beispiel durch den Klimawandel immer wichtiger für die Schifffahrt. Aber wie tief es dort genau ist, ist bei weitem nicht flächendeckend bekannt. „Amerika, Island, Norwegen, Kanada arbeiten da zu. Die Russische Föderation tut das nicht. Da sind im Moment auch die Kanäle verstopft“, sagte Jonas. Mit China sei es mitunter auch schwierig, das sei aber ambivalent. Offiziell sind beide Länder Mitglied der IHO.

Militärisches Interesse an den Wassertiefen

Der Meeresboden wird für die militärischen Auseinandersetzungen immer wichtiger. Nach Recherchen von WDR und NDR plant Russland beim Geheimprojekt „Skythen“ sogar die Stationierung von Atomraketen am Meeresgrund. Schwierig ist es laut Jonas auch, Daten über das Meer rund um Indien zu bekommen. Angesichts der Sicherheitslage in manchen Regionen würden Militärs die Wassertiefen als strategisches Wissen ansehen. Das ganze Gespräch mit IHO-Generalsekretär Mathias Jonas können Sie im „Hamburger Hafenkonzert“ hören.

← alle Meldungen aus Norden

Weitere Meldungen aus Norden

Norden ✓

Tödliche Schüsse auf St. Pauli: Ermittler vermuten mehr Beteiligte

Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.

05.09., 04:12 Uhr