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Neues Forschungsschiff „Uthörn“ liegt wegen Antriebsproblemen weiterhin auf Werft

Das neue Forschungsschiff „Uthörn“ sollte mit umweltschonendem Methanol-Antrieb die Meere erforschen. Doch wegen technischer Probleme liegt der 15 Millionen Euro teure Neubau seit Jahren ungenutzt im Hafen.

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Klimaneutral liegt sich's auf der Werft natürlich besonders sauber. Wat'n Schiet. — Rocky, Chefkolumnist
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Das neue, rund 15 Millionen Euro teure Forschungsschiff „Uthörn“ des Alfred-Wegener-Instituts kann wegen anhaltender Antriebsprobleme weiterhin nicht eingesetzt werden. Seit der Taufe im November 2022 liegt das mit einem umweltschonenden Methanol-Antrieb ausgestattete Schiff in der Werft, was zu erheblichen Einschränkungen in der Meeresforschung führt. Die Haftungsfragen zwischen dem Institut und der Bauwerft sind derzeit noch ungeklärt.
Am 1. November 2022 taufte damalige Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) das neue Forschungsschiff „Uthörn“ des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) bei der Fassmer-Werft im niedersächsischen Bern. Der innovative Neubau erhielt als erstes deutsches Seeschiff einen umweltschonenden Methanol-Antrieb. Doch statt in der Nordsee Daten zu sammeln, liegt das Schiff bis heute mit Antriebsproblemen bei der Werft, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.
Grünes Methanol gilt als klimaneutraler synthetischer Kraftstoff, hergestellt aus grünem Wasserstoff und nicht-fossilem Kohlenstoff. Während diverse Reedereien Methanol bereits für große Schiffe nutzen, lässt sich dies laut Branchenexperten nicht mit der „Uthörn“ vergleichen. Im Hafen hält sich das Gerücht, das Schiff werde auf einen dieselelektrischen Antrieb umgerüstet, bis eine sichere Methanol-Lösung vorliegt. Die Werft äußert sich dazu nicht. Das AWI verweist auf das Bundesforschungsministerium als Auftraggeber. Die Antwort aus dem Haus von Dorothee Bär (CSU) fällt jedoch wenig erhellend aus: „Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat ein hohes Interesse an der Einsatzbereitschaft des Schiffes und tauscht sich dazu fortgesetzt mit den beteiligten Akteuren aus und prüft regelmäßig, welche Maßnahmen dafür erforderlich sind.“

Einschnitte bei Forschung und Ausbildung

Da das Vorgängerschiff der „Uthörn“ bereits nach Schweden verkauft wurde, drohen nun bald vier Jahre ohne eigenes Forschungsschiff. Dies führt zu spürbaren Einschnitten, insbesondere für den AWI-Küstenstandort Helgoland. „Bedauerlicherweise mussten zahlreiche Projekte verschoben beziehungsweise gestrichen werden“, teilt eine Pressereferentin des AWI mit. Davon betroffen sind unter anderem studentische Ausbildungsfahrten auf Helgoland, die Versorgung der Wissenschaft mit lebenden Nordsee-Organismen sowie das Hummer-Monitoring vor der Insel. Zudem entstanden bei der monatlichen „Schnittfahrt“ in der Deutschen Bucht Datenlücken, da diese nicht vollumfänglich durch gecharterte Schiffe ersetzt werden konnte, „so dass hier monatsweise Datenlücken entstanden sind“, so die Auskunft beim AWI. Solche Lücken gab es allerdings auch früher schon bei schlechtem Wetter.

Frage der Haftung bleibt offen

Bezüglich der finanziellen Folgen und der Verantwortung für die Verzögerungen äußert sich das Institut zurückhaltend. Zur Haftung teilt das AWI mit: „Die Haftungsfrage ist aktuell Gegenstand der Verhandlungen zwischen AWI und der Bauwerft.“ Für die Charter von Ersatzschiffen werden die ohnehin im Haushalt eingeplanten Betriebsmittel der fahruntüchtigen „Uthörn“ genutzt. „Zusätzliche Kosten entstehen dem AWI-Haushalt hierdurch nicht“, heißt es vonseiten des Instituts.

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