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Klimawandel im Norden: Steigende Temperaturen und folgenschwere Trockenheit

Der Klimawandel sorgt auch in Norddeutschland für immer mehr Hitzetage. Die Folgen reichen von gesundheitlichen Belastungen über Ernteausfälle bis hin zu schweren Waldbränden.

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Der Klimawandel macht sich in Norddeutschland zunehmend durch extremere Sommer bemerkbar. Neben einer steigenden Zahl von Hitzetagen über 30 Grad führen die hohen Temperaturen zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen, Ernteausfällen und wirtschaftlichen Schäden. Während die Region im Vergleich zum restlichen Bundesgebiet noch glimpflicher davonkommt, fordern Experten bereits Anpassungsmaßnahmen an das veränderte Klima.

In Westeuropa wurden im diesjährigen Juni und Juli so hohe Temperaturen wie noch nie seit Beginn der Beobachtungen durch das EU-Klimaprogramm Copernicus gemessen. Auch in Norddeutschland zeigt sich dieser Trend, wie die Tagesschau berichtet. In Hamburg gab es nur in drei Sommern mehr Hitzetage ab 30 Grad als im laufenden Jahr, wobei zwei dieser Sommer weniger als zehn Jahre zurückliegen. Ähnliche Entwicklungen mit häufigeren Tagen über 30 Grad zeigen sich in Hannover, Schwerin und Schleswig. Bis Mitte der 1990er-Jahre waren zwei oder weniger sehr heiße Tage pro Jahr in norddeutschen Städten normal, heute sind es vielerorts mehr als fünf.

Die anhaltende Hitze hat schwerwiegende gesundheitliche Folgen. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) starben in Norddeutschland fast 700 Menschen an den Folgen der Hitze, während bundesweit bis Anfang August rund 12.500 Hitzetote verzeichnet wurden. Besonders betroffen sind ältere Menschen: Neun von zehn Opfern waren 65 Jahre oder älter. Aber auch rund 1.200 jüngere Menschen unter 65 Jahren starben in Deutschland an den Folgen der Hitze.

Milliardenschäden für Wirtschaft und Natur

Neben den gesundheitlichen Risiken drohen massive wirtschaftliche Schäden. Kreditversicherer Allianz Trade prognostiziert, dass wiederkehrende Hitzewellen Deutschland bis zum Jahr 2030 über 110 Milliarden Euro kosten könnten. Gründe hierfür sind Einschränkungen in der Schifffahrt, sinkende Produktivität der Arbeitnehmer und der hohe Energieverbrauch von Klimaanlagen. Zudem leidet die Natur unter der Trockenheit: Im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern kam es im Juni und Juli zu großen Waldbränden, deren Spuren sogar auf Satellitenbildern aus dem All zu sehen sind.

Herausforderungen für die Landwirtschaft und Anpassung

Die norddeutschen Böden sind derzeit erheblich trockener als im Vergleichszeitraum von 1961 bis 1990. Besonders in Niedersachsen herrscht in vielen Regionen extremer Trockenstress. Landvolk, Niedersachsens Bauernverband, stuft die Lage zwar noch nicht als besorgniserregend ein, verweist jedoch darauf, dass bald Regen benötigt wird und Ernten teils um bis zu ein Viertel schlechter ausfallen könnten. Im Süden Deutschlands warnt der Deutsche Bauernverband sogar vor kompletten Ernteausfällen.

Maßnahmen zur Klimaanpassung

Um den steigenden Temperaturen zu begegnen, werden Maßnahmen zur Klimaanpassung diskutiert. Dazu gehören die Entsiegelung von Flächen durch das Aufreißen von Asphalt, um Platz für schattenspendende Bäume und Grünflächen zu schaffen. Auch Klimaanlagen, öffentliche Wasserspender sowie angepasste Arbeitszeiten während der Mittagshitze können die Belastung reduzieren. Kurzfristig helfen zudem feuchte Tücher und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.

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05.09., 04:12 Uhr