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Zwei 17-Jährige kandidieren für die Kommunalwahl in Niedersachsen

Jakob Redeker und Thies Ammersbach wollen frischen Wind in die Kommunalpolitik bringen. Die beiden 17-Jährigen treten bei der kommenden Wahl in Niedersachsen an.

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Mit 17 in die Politik? In dem Alter habe ich noch Krabben gepult. Respekt! — Rocky, Chefkolumnist
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Die beiden 17-jährigen Jakob Redeker und Thies Ammersbach wollen frischen Wind in die oft von älteren Menschen geprägte Kommunalpolitik bringen. Sie stellen sich bei der kommenden Kommunalwahl in Niedersachsen zur Wahl und werden rechtzeitig volljährig, um sich um ein politisches Mandat zu bewerben. Auf Einladung der Nordsee-Zeitung trafen sich die beiden Nachwuchspolitiker zu einem Gespräch.
Redeker bewirbt sich für die CDU in Beverstedt, um im Gemeinderat Politik zu machen. Ammersbach möchte für die SPD in Schiffdorf am liebsten in den Ortsrat, Gemeinderat und Kreistag einziehen. Auf die Frage, was so junge Menschen bewegt, in die Politik zu gehen, müssen die beiden nicht lange nachdenken. „Jüngere Menschen haben andere Kontakte, bringen neue Perspektiven ein. Wir bekommen mit, was die junge Generation sich wünscht“, sagt Jakob Redeker. Thies Ammersbach pflichtet ihm bei: „Wir wollen frischen Wind in die Politik bringen.“

Unterschiedliche Wege in die Politik

Das politische Interesse entwickelte sich bei beiden Kandidaten schon früh. „Ich war in der Corona-Zeit drei Wochen lang isoliert, da habe ich viel recherchiert“, erinnert sich Ammersbach. Internetpersönlichkeiten wie Alexander Prinz inspirierten ihn. Ein Praktikum bei Landtagsabgeordneter Oliver Lottke (SPD) überzeugte ihn schließlich vollends, in die SPD einzutreten.Jakob Redeker ist als Jugendortsvorsteher des Fleckens Beverstedt aktiv und wirkte im „Young Leader“-EU-Programm mit, was ihn nach Finnland und Leipzig führte. So wurde CDU-Chef Gunnar Böse auf ihn aufmerksam und überzeugte Redeker. Der 17-Jährige bringt sich bereits auf mehreren Ebenen in die Ortsgemeinschaft ein, unter anderem auch bei der Freiwilligen Feuerwehr, und vor ihm steht ein Bundesfreiwilligendienst bei den Eisbären Bremerhaven. Basketball ist sein Sport.

Zukunftspläne und persönliche Hintergründe

SPD-Nachwuchspolitiker Thies Ammersbach steht hingegen vor dem Abitur, das er am Kreisgymnasium Wesermünde im kommenden Frühjahr ablegen möchte, wobei Politik eines der Hauptfächer ist. „Ich kann mir auch gut vorstellen, Politik oder eine andere Geisteswissenschaft zu studieren“, sagt Ammersbach. Den Uni-Standort würde er so wählen, dass er im Falle eines Wahlerfolgs sein Mandat auch ausüben könnte. Ammersbach ist mit der Handballabteilung des TV Schiffdorf eng verbunden, seit drei Jahren filmt er etwa die Spiele der 1. Herren. Redeker und Ammersbach kennen sich sogar aus dem gemeinsamen Lateinunterricht am Kreisgymnasium.

Ziele für den Nahverkehr und das Ehrenamt

Welche Themen sie in die politischen Gremien bringen möchten, wissen beide auch schon genau. „Bei mir ist es der ÖPNV und Sicherheit“, sagt Jakob Redeker. Sicherheit umfasse für ihn viele Aspekte, vom Katastrophenschutz über den Bau sicherer Radwege hin zu ausreichender Beleuchtung. Konkret werde er sich etwa für einen Radweg zwischen Beverstedt und Appeln beziehungsweise Frelsdorf einsetzen. Da beide Jungpolitiker noch keinen Führerschein haben, erleben sie tagtäglich selbst mit, wie mühsam es ist, im Landkreis auf den ÖPNV angewiesen zu sein.Ammersbach, der in der Woche auf rund 100 Kilometer Strecke mit dem Rad kommt, hat ebenfalls Radwege und Beleuchtung sowie ÖPNV weit oben auf seiner Agenda. „Außerdem ist es mir wichtig, das Ehrenamt weiter zu stärken“, betont der 17-Jährige. Konkret möchte er sich etwa für eine gute Verbindung für Radfahrer zwischen Schiffdorf und Spaden einsetzen. „Von der Stauschleuse bis Spaden ist vorbildlich, das Stück Richtung Schiffdorf besonders im Dunklen gefährlich“, sagt Ammersbach.Richtige Idole in der Politik hätten sie nicht, betonen beide, sie möchten ihren eigenen Weg gehen. Doch es gebe Menschen, die sie positiv beeinflusst hätten. Während Ammersbach Landtagsabgeordneter Oliver Lottke nennt, führt Redeker scheidender Bürgermeister Guido Dieckmann (parteilos) sowie Schüler-Union-Bundesvorsitzender Jakob Hornhues an.Bleibt die Frage, ob die beiden Jungpolitiker aufgeregt vor ihrer ersten Wahl sind. „Also ich bin schon aufgeregt“, sagt Ammersbach. „Wirklich aufgeregt bin ich eher nicht. Ich würde mich freuen, wenn auch den jungen Menschen bei der Wahl Vertrauen geschenkt wird“, entgegnet Redeker.

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