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Maritime Tage in Bremerhaven: Abendtörn auf historischem Segelschiff „Lissi“

Zum Auftakt der Maritimen Tage in Bremerhaven erlebten rund 70 Gäste eine dreistündige Fahrt auf der historischen „Großherzogin Elisabeth“. An Bord des 117 Jahre alten Schiffs durften die Passagiere beim Segelsetzen sogar selbst mit anpacken.

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Segel hissen per Handarbeit? Da lob ich mir meinen gemütlichen Platz an Deck. — Rocky, Chefkolumnist
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Zum Auftakt der Maritimen Tage in Bremerhaven hat das historische Segelschiff „Großherzogin Elisabeth“ einen erfolgreichen Abendtörn absolviert. Rund 70 Gäste begleiteten die Fahrt auf der Weser gen Norden und durften an Bord der auch als „Lissi“ bekannten Dreimast-Brigg selbst mit anpacken. Die dreistündige Fahrt verlief ohne jegliche Komplikationen.
Der Abendtörn ab dem Schlepperpier in Bremerhaven verlief reibungslos, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Steuermann Manfred Franzke zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Tour, die über die Weser vorbei an Wremen bis zur Stromkaje führte. Zusammen mit Steuerfrau Julia Ohnesorge begleitete er die rund 70 Passagiere an Bord der „Lissi“. Das Duo gehört dem Schulschiffverein Großherzogin Elisabeth aus Elsfleth an, der Eigner und Betreiber des Schiffes ist.

Segelsetzen mit Muskelkraft

„Ich steuere seit 25 Jahren historische Schiffe“, sagte Franzke kurz nach dem Ablegen um 19.10 Uhr. Die „Großherzogin Elisabeth“ ist 117 Jahre alt und stammt aus Elsfleth. Auf dem historischen Schiff dürfen die Gäste aktiv mitwirken. Steuerfrau Julia Ohnesorge sprach in diesem Zusammenhang von Toiletten- oder Kochdiensten. Auch das Hissen der Segel gehörte zu den Aufgaben der Passagiere, während derer „Hol weg, hol weg, hol weg“ ertönte, während das Material seinen Weg nach oben fand. Obwohl die Segel gesetzt wurden, fuhr das Schiff mit Motorleistung. „Bei der Hinfahrt sind es vier Knoten übers Wasser und sechs Knoten über Grund“, sagte Franzke, wissend, dass der Rückweg gegen die Strömung doppelt so lange dauert.

Begeisterung bei den Gästen

Unter den Gästen befanden sich Nicole Geraedts aus Bad Vilbel und Ingo Dzieia aus Hanau, die extra für die Maritimen Tage angereist waren. „Außerdem fühlt es sich einfach gut an, mitzufahren. Vor allem zu dieser Uhrzeit“, sagte Geraedts, während sie den Sonnenuntergang genoss. Ihr Begleiter Dzieia, der bereits auf dem IJsselmeer unterwegs war, ergänzte: „Ich bin schon immer segel- und wasseraffin gewesen“. Nachdem er es im Vorjahr nicht geschafft hatte, an einem solchen Törn teilzunehmen, äußerte er nun: „Es macht mich glücklich, dabei zu sein.“ Gegen 20 Uhr spiegelte sich das Licht der untergehenden Sonne auf der Wasseroberfläche. Aus dem Innenraum sprach ein Mitglied der Schiffs-Crew mit einem Gast: „Darf ich Ihnen etwas Gutes tun?“ Die Antwort wurde vom seichten Rauschen des Wassers verschluckt. Auch Karin Weinmann und ihr Ehemann Jürgen Weinmann aus Burhave in Butjadingen genossen die Fahrt sichtlich. „Es ist etwas Besonderes, mit einem Segelschiff zu fahren. Denn hier wird vieles mit reiner Handarbeit gemacht“, sagte Karin Weinmann mit Blick auf das Segelsetzen. Ihr Ehemann blickt derweil auf die Maritimen Tage per se. „Es gibt viele Essensstände, aber nur wenige Schiffe“, formulierte er seinen persönlichen Wermutstropfen. Ansonsten sei die Veranstaltung aber „sehr gelungen“.

Forderung nach sozialer Teilhabe

Bevor das Schiff gegen 22.30 Uhr wieder die Schlepperkaje erreichte, von wo aus es knapp drei Stunden vorher gestartet war, äußerte Karin Weinmann gleichwohl noch einen Gedanken. „Solche Fahrten wie heute müsste es für einkommensschwache Familien zu einem ermäßigten Preis geben.“ Sie habe früher im Sozialbereich gearbeitet und wisse, wie bedeutend ein niedrigschwelliges Angebot sein kann, um möglichst vielen Menschen die Teilhabe zu ermöglichen.

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