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Wurster Nordseeküste kritisiert restriktive Windkraftplanung des Landkreises

Die Gemeinde Wurster Nordseeküste wehrt sich gegen die Pläne des Landkreises Cuxhaven zur Windenergie. Von acht bestehenden Windparks soll künftig nur noch eine Fläche als Vorranggebiet ausgewiesen werden.

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Viel Wind um nichts? Bei uns an der Küste pustet es doch eh immer kräftig! — Rocky, Chefkolumnist
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Die Gemeinde Wurster Nordseeküste äußert deutliche Kritik an den Plänen des Landkreises Cuxhaven zum Teilprogramm Windenergie. Von den acht bestehenden Windparks im Gemeindegebiet soll laut dem Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms künftig nur noch eine einzige Fläche als Vorranggebiet ausgewiesen werden. Die Gemeinde befürchtet dadurch erhebliche Nachteile für die lokale Energiewende und fordert eine Überprüfung der restriktiven Planung.
Der Landkreis hat seine Vorstellungen auf rund 2.200 Seiten dargelegt und den Kommunen zur Stellungnahme übermittelt. Während in anderen Regionen Widerstand gegen neue Windkraftflächen herrscht, stößt die restriktive Planung zwischen Wremen und Spieka-Neufeld auf Unverständnis bei Verwaltung und Politik. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, wurden von den acht bestehenden Windparks der Gemeinde überhaupt nur vier Flächen auf ihre Eignung als Vorranggebiet untersucht. Dies erklärte Bauamtsmitarbeiter Jörg Jungclaus in dieser Woche auf einer Sondersitzung des Bauausschusses.

Nur eine Vorrangfläche im Entwurf vorgesehen

Gemäß dem Entwurf soll lediglich das 119 Hektar große Gebiet „Dorum – Am Grauwall-Kanal“ als Vorrangfläche ausgewiesen werden. Dort betreibt der Windpark Sachsendingen derzeit elf Windkraftanlagen mit einer Höhe von je 99,9 Metern. Drei weitere untersuchte Flächen – „Südlich Wremer Specken“, „Nördlich Wremer Specken“ und „Spieka-Neufeld – Am Oxstedter Bach“ – schließt der Landkreis trotz jahrzehntelanger Nutzung als künftige Vorranggebiete aus. Als Gründe nennt der Landkreis unter anderem den Flughafenbetrieb auf dem Marinefliegerhorst Nordholz sowie Umweltauswirkungen auf Wald, Kompensationsflächen, Landschaftsbestandteile, Bodendenkmale und Natura-2000-Gebiete.Vier weitere Windparks in Misselwarden, Midlum, Padingbüttel und Cappel-Neufeld wurden gar nicht erst geprüft. Ob der Landkreis diese für noch weniger geeignet hält, geht aus dem Entwurf laut Jungclaus nicht hervor. Ratsfrau Julia Grebe (CDU) kritisierte die Planung als nicht schlüssig: „Wie wollen wir so die Energiewende vorantreiben?“

Gemeinde fordert Erhalt der Standorte

In ihrer offiziellen Stellungnahme betont die Gemeinde zwar, dass das Repowering wegen militärischer Belange und des Flughafenbetriebs eingeschränkt ist. Dennoch fordert sie den Erhalt der Standorte: „Vor dem Hintergrund der gewollten Energiewende und des Klimawandels sollten jedoch alle rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, vorhandene Windstandorte zu erhalten und weiterzuentwickeln“, heißt es in dem Papier. „Dem wird das vorliegende RROP aus Sicht der Gemeinde nicht gerecht.“ Gemeindebürgermeister Jörg-Andreas Sagemühl (CDU) wies darauf hin, dass für die nicht geprüften Parks weder Beschwerden noch naturschutz- oder emissionsrechtliche Probleme vorlägen. Auch für die Flächen in Wremen und Spieka-Neufeld fordert die Gemeinde eine Prüfung: „Auch hier läuft der Betrieb der Windparks ohne Probleme. Aufgrund ihrer Lage und Vorbelastung eignen sich die Gebiete für ein Repowering“.

Herausforderungen beim Repowering

Ratsherr Harald Schade (BF Die Nordholzer) warf die Frage auf, warum neue Windkraftanlagen immer höher geplant werden müssten. Sagemühl erklärte dazu, dass kleinere Anlagen zwar wirtschaftlich betrieben werden könnten, Investoren jedoch langfristige Planungssicherheit benötigten. Da zwischen Genehmigung und Baustart vier bis fünf Jahre vergehen können, sei unklar, ob dann noch kleinere Anlagen verfügbar sind, da sich Hersteller auf den Massenmarkt mit rund 200 Meter hohen Anlagen konzentrieren. Die Gemeinde sei bereit, alternative Planungen zu prüfen, doch Sagemühl gab zu bedenken: „Ich kann aber auch nachvollziehen, dass Investoren vielleicht dann irgendwann sagen, okay, ich habe es an anderen Stellen einfach einfacher als bei euch.“

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