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Millionenprojekt an der Wurster Küste: Salzwiesen als natürliche CO₂-Speicher

An der Wurster Küste soll durch die gezielte Öffnung eines Sommerdeichs ein natürlicher CO₂-Speicher entstehen. Das millionenschwere Projekt wird wissenschaftlich eng begleitet, um Naturschutz und Landwirtschaft zu vereinbaren.

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Mehr Salzwasser auf die Wiesen? Hauptsache, meine Gummistiefel halten dicht. — Rocky, Chefkolumnist
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An der Wurster Küste soll durch die gezielte Öffnung des Sommerdeichs zwischen Spieka-Neufeld und Cuxhaven-Arensch ein natürlicher CO₂-Speicher entstehen. Das Projekt der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer zielt darauf ab, durch die Entwicklung von Salzwiesen den Klimaschutz aktiv zu fördern. Für das Vorhaben in Spieka-Neufeld sind rund 20 Millionen Euro vorgesehen.

Das Vorhaben mit dem Projekttitel „Kohlenstoffspeicherung durch natürliche Salzwiesenentwicklung im Bereich von Sommerpoldern der Wurster Küste“ ist eines von fünf Projekten im Bundesaktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz – Handlungsfeld Meere und Küsten“. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, stellen Bund und Land dafür im ersten Schritt insgesamt 42 Millionen Euro bereit. Dr. Jennifer Sobiech-Wolf koordiniert das Projekt bei der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Dem Zeitplan zufolge soll im kommenden Jahr das Genehmigungsverfahren beginnen, sodass im Sommer 2028 die Genehmigung vorliegen könnte. Nach einer anschließenden rund vierjährigen Bauphase soll der Sommerdeich geöffnet werden.

„Das ist ein ambitionierter Zeitplan“, stellt die Projektkoordinatorin klar. „Man weiß nie, wie lange das Genehmigungsverfahren dauert oder ob wir es schaffen, uns mit allen Akteuren in der kurzen Zeit zu einigen.“ Die Projektlaufzeit reicht derzeit bis Ende 2033.

Wissenschaftliche Begleitung aus Rheinland-Pfalz

Das Projekt wird über die gesamte Laufzeit hinweg wissenschaftlich begleitet. Ein Forscherteam um Pflanzenökologe Professor Dr. Peter Müller von der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) untersucht die Entwicklung der Flächen. Zusammen mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Sierra Grange aus den USA testet Müller derzeit verschiedene Erdbohrer für zukünftige Bodenproben im Bereich des Sommerdeichpolders. Das Team hat bereits 37 Testfelder mit einer Größe von jeweils 16 Quadratmetern im Sommerpolder abgesteckt. Die Untersuchungsflächen wurden so gewählt, dass das gesamte Gebiet einbezogen wird. Sobiech-Wolf erläutert die Kriterien: „Dabei wurde ebenfalls berücksichtigt, dass die unterschiedlichen Höhenstufen im Gebiet abgedeckt sind.“ Zudem wurden sowohl beweidete als auch Mahd-Flächen bestimmt. „So können wir später den Effekt der Maßnahme gut bewerten“, erklärt Sobiech-Wolf weiter.

Interessenausgleich und Einbindung der Bevölkerung

Eine große Herausforderung des Projekts besteht darin, die unterschiedlichen Interessen von Naturschutz und Landwirtschaft angemessen zu berücksichtigen. Während Naturschutzverbände laut Sobiech-Wolf auf einen neuen Sommerdeich verzichten möchten, wünscht sich die Bevölkerung in Spieka-Neufeld einen Dorfpolder. Ob ein Verzicht auf den Deich küstenschutztechnisch möglich ist, wird zunächst an Modellen geprüft. Sobiech-Wolf erklärt, dass sie die Ängste vor möglichen Auswirkungen auf die Hochwassersicherheit nachvollziehen kann. Niemand solle sich wegen des Projekts Sorgen um seine Sicherheit machen müssen.

Die Nationalparkverwaltung möchte die Bevölkerung frühzeitig in die Planung einbeziehen. „Wir bemühen uns darum“, sagt Projektkoordinatorin Sobiech-Wolf. Im September wird sie das Vorhaben bei einer öffentlichen Veranstaltung im Nationalpark-Haus Wurster Nordseeküste vorstellen, bei der Bürger Hinweise und Anliegen einbringen können.

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