Meldung ✓

Innovationszentrum Nordenham nimmt neue Wasserstoff-Laboranlage in Betrieb

Das Innovationszentrum für Nachhaltigkeit und Produktionstechnik in Einswarden stellt ab sofort eigenen Wasserstoff aus Regenwasser und Solarstrom her. Die Anlage dient vor allem als Lernort für Jugendliche und Auszubildende.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Wasserstoff aus Regenwasser? Bei unserem Schietwetter haben wir davon ja genug. — Rocky, Chefkolumnist
Illustration zu: Innovationszentrum Nordenham nimmt neue Wasserstoff-Laboranlage in Betrieb
Illustration: KI-generiert
Das Innovationszentrum für Nachhaltigkeit und Produktionstechnik (INP) in Einswarden hat eine neue Laboranlage zur Herstellung von Wasserstoff offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage erzeugt mithilfe von Solarstrom und Regenwasser stündlich fünf Kilogramm grünen Wasserstoff. Neben der Erforschung von Folgetechnologien dient das Projekt vor allem als praxisnaher Lernort für Jugendliche und Auszubildende.

Grüner Wasserstoff aus Regenwasser und Solarstrom

Die neue Anlage in der großen Montagehalle stellt Wasserstoff zwar nicht im industriellen Maßstab für externe Kunden her, produziert aber im Laborbetrieb beachtliche Mengen. „Ein Auto mit einem entsprechenden Motor käme damit 600 Kilometer weit“, sagt INP-Geschäftsführer Dieter Sichau nicht ohne Stolz, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Besonders erfreulich ist dabei die vollständig umweltfreundliche Produktion: Das benötigte Wasser wird als Regenwasser auf dem Dach aufgefangen, während eine Solaranlage den Strom für sämtliche Verfahrensschritte liefert. „Diese Anlage ist so gebaut, dass sie skalierfähig ist“, erläutert Dieter Sichau weiter. Bei Bedarf aus der Industrie könnten nach diesem Vorbild größere Anlagen gebaut werden. Deutschlandweit existieren vergleichbare Anlagen sonst nur an zwei weiteren Standorten, die jeweils von einem Fraunhofer-Institut betrieben werden.

Vielseitige Nutzung und Kosten der Anlage

In dieser Laboranlage wird Wasser per Elektrolyse in die Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der erzeugte Wasserstoff soll jedoch nicht nur gelagert, sondern vom INP auch für die Weiterverarbeitung zu Methan genutzt werden – künstlich hergestelltes Erdgas, das wiederum als Rohstoff für die chemische Industrie dienen kann. Auch synthetische Treibstoffe – sogenannte E-Fuels – für Flugzeuge, Schiffe oder Fahrzeuge können daraus hergestellt werden. Die Abwärme, die bei den Verarbeitungsprozessen entsteht, soll die Beheizung des INP unterstützen. Rund 440.000 Euro hat die Anlage gekostet, die Dieter Sichau in Anwesenheit von Vertretern des Landkreises, der Stadt Nordenham und der EWE-Stiftung offiziell in Betrieb genommen hat. 40 Prozent der Kosten hat die landeseigene N-Bank übernommen, die restlichen 60 Prozent haben sich der Landkreis Wesermarsch, die Stadt Nordenham sowie mittelbar auch die Jadebay Entwicklungsgesellschaft geteilt. Die EWE-Stiftung hat weitere 225.000 Euro beigesteuert, mit denen die Personalkosten für die Planung und bauliche Begleitung des Projekts abgedeckt werden konnten.

Ein zukunftsweisender Lernort für die Region

Die Laboranlage soll gar nicht in erster Linie als Prototyp für Kunden aus der Industrie dienen, sondern als „Energiemodul der Zukunft“ insbesondere von Jugendlichen und Auszubildenden genutzt werden, die hier eine Schlüsseltechnologie der Energiewende erleben können. „Kronos Titan schickt zum Beispiel ihre Azubis zu uns, die hier ihren Chemieunterricht erhalten“, sagt Dieter Sichau. Auch bei Schulen ist das INP als Lernort stark nachgefragt: Rund 3000 Schülerinnen und Schüler waren im vergangenen Jahr im Rahmen des Projekts „Digitaler Lernort Technik“ hier. Beigetragen zu diesem Erfolg hat sicherlich auch die Übernahme der Fahrtkosten durch den Landkreis Wesermarsch. „Es ist gigantisch, wie unser Angebot von den Schulen angenommen wird“, freut sich Dieter Sichau. Er hat bereits das nächste Projekt in Planung: einen Anbau ans INP-Gebäude, um noch mehr junge Leute für die Technologien der Zukunft zu begeistern.

← alle Meldungen aus Norden

Weitere Meldungen aus Norden

Norden ✓

Tödliche Schüsse auf St. Pauli: Ermittler vermuten mehr Beteiligte

Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.

05.09., 04:12 Uhr