Bekennerschreiben nach Reifen-Aktion gegen Luxusautos auf Sylt aufgetaucht
Nachdem auf Sylt an rund 50 Luxusfahrzeugen die Luft aus den Reifen gelassen wurde, ist ein mutmaßliches Bekennerschreiben aufgetaucht. Darin begründet ein „Widerstandskollektiv“ die Aktion mit Klimaschutz und Kritik am Luxustourismus.
Bei der nächtlichen Aktion wurden vor allem SUVs lahmgelegt, indem kleine rote Linsen in die Ventile eingesetzt wurden, um die Luft entweichen zu lassen, wie die shz berichtet. Sachschäden an den Reifen entstanden nach Angaben der Polizei dabei nicht. Nun kursiert ein mutmaßliches Bekennerschreiben auf einer zerknitterten DIN-A4-Seite, das an den betroffenen Fahrzeugen hinterlassen worden sein soll.
Kritik an Statussymbolen und Luxustourismus
Das „Widerstandskollektiv“, das sich selbst als Nachfolgegeneration der Letzten Generation bezeichnet, betitelt das Schreiben mit den Worten: „STILLGELEGT – diese Luxuskarre hat auf Sylt nichts verloren!“. Die Verfasser versichern darin, keinen nachhaltigen Sachschaden verursacht zu haben. Unter der Überschrift „Warum Ihr Fahrzeug?“ folgt die eigentliche Begründung. Nach Ansicht des Kollektivs geht es beim Auto auf Sylt nicht nur um Mobilität. Luxuswagen würden auch als Statussymbol dienen und signalisieren, „dass man es sich leisten kann“. Autos von Porsche, Mercedes, Audi oder BMW seien „rollende Visitenkarten“, behaupten die Verfasser.Für „viele Luxusurlauber“ gehöre der teure Wagen zum Aufenthalt auf Sylt „wie die Austern und das Champagnerglas“, heißt es in dem Schreiben. Währenddessen würden viele Menschen in anderen Teilen der Welt die Folgen „dieses Lebensstils“ bereits zu spüren bekommen. „Steigende Temperaturen, Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfälle treffen besonders stark jene Regionen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben“, argumentieren die Umweltaktivisten. Der Luxus, der auf der Insel zur Schau gestellt würde, bliebe nicht folgenlos. Die Auswirkungen der Klimakrise seien durch den übermäßigen Ressourcen- und Energieverbrauch „der Wohlhabenden“ mitverursacht. Die Aktivisten appellieren, mehr mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein, und verweisen auf autofreie Inseln wie Langeoog als Vorbild.