Menschenkette in Nordenham: Protestaktion gegen geplante Weservertiefung
Mit einer Protestaktion unter dem Motto „Die Geister, die ich rief“ formiert sich am 29. August eine Menschenkette in Nordenham. Die Weserschützer wollen damit gegen die erneute Ausbaggerung der Außen- und Unterweser demonstrieren.
Geister an der Weser? Bei dem Schlick gruselt es mich auch ohne Kostüm.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Das Aktionsbündnis gegen die Weservertiefung ruft für Sonnabend, 29. August, zu einer Protestaktion an der Weser auf. Mit einer Menschenkette unter dem Motto „Die Geister, die ich rief“ wollen die Organisatoren gegen das erneute Ausbaggern der Außen- und Unterweser demonstrieren. Die Aktion findet bewusst kurz vor den Kommunalwahlen statt, um Bürger für das anstehende Planfeststellungsverfahren zu mobilisieren. Die Menschen an der Weser kämpfen weiterhin mit Schlick, Versalzung, Erosion und einer erhöhten Sturmflutgefahr. Um eine erneute Vertiefung der Außen- und Unterweser zu verhindern, planen die Weserschützer eine Kette am Weserufer, die ein blaues Band bilden soll. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, beginnt die Veranstaltung am 29. August um 14.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Dort wird Christine Sassen-Schreiber als Wesergeist die Menschen zusammentrommeln, ehe Vorsitzender des Weserschutz-Vereins Mirko Baacke die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßt. Anschließend hält Sprecherin des Aktionsbündnisses Annette Chapligin eine Rede und wirft Schlaglichter auf die Folgen der bisherigen Weservertiefungen.
Protest im Geisterkostüm und auf dem Wasser
Bereits ab 14 Uhr bauen die Weserschützer einen Infostand in Höhe des Leuchtfeuers am Unionpier auf. Dort besteht die Gelegenheit, sich einen geisterhaften Haarkranz abzuholen, da eine Verkleidung als Geist ausdrücklich erwünscht ist. Gegen eine kleine Spende gibt es dort nach der Kundgebung auch die blauen Bänder. Vom Infostand aus formiert sich die Menschenkette in Richtung Segelclub und Weserterrassen. Auch Wassersportvereine sind eingeladen, sich mit Booten auf der Weser zu beteiligen, da die Sportboothäfen ebenfalls verschlickt sind.
Musikalischer Abschluss und politischer Hintergrund
Sobald das blaue Band steht, ertönen Trommeln und eine Trillerpfeife gibt das Signal für den musikalischen Abschluss. Auf der Aktionsfläche am Leuchtfeuer singen Jennifer Carstens und ihre Tochter Davina Carstens ein Lied gegen die Weservertiefung, das Ina Korter auf die Melodie von „Ein Schiff wird kommen“ von Lale Andersen gedichtet hat. Die Aktion endet gegen 16 Uhr mit einem Gruppenfoto aller Beteiligten.Der Termin der Protestaktion wurde gezielt zwei Wochen vor den Kommunalwahlen angesetzt. Zudem erwartet das Bündnis im Winter die Eröffnung der Planfeststellungsverfahren für die Vertiefung der Außenweser vor Bremerhaven und der Unterweser bis Brake. Die Aktion soll die Bevölkerung dazu motivieren, im Rahmen dieses Verfahrens Einwände gegen die Vertiefungen zu erheben.
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