Jugendliche kehren gestärkt von Segeltörn auf der „Lissi“ zurück
Nach fünf Tagen auf See ist der Dreimaster „Großherzogin Elisabeth“ wieder in Bremerhaven eingelaufen. Die 28 Jugendlichen an Bord nutzten die Reise, um Teamgeist und neues Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Fünf Tage offline auf See? Da hilft gegen den Entzug nur ordentlich Seegang.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Nach einem fünftägigen Segeltörn ist das historische Schiff „Großherzogin Elisabeth“ wieder im Bremerhavener Fischereihafen angelangt. An Bord des Dreimasters befanden sich 28 Jugendliche, die während der Reise wichtige Erfahrungen für ihr Selbstbewusstsein sammelten. Trotz anfänglicher Seekrankheit war das Projekt für alle Beteiligten ein großer Erfolg. Das Schiff, das von Einheimischen liebevoll „Lissi“ genannt wird, legte am Dienstag gegen 13 Uhr am Islandkai an. Die Reise, die unter dem Motto „Auf der Suche nach dem Nordstern“ stand, richtete sich an 13- bis 16-Jährige, von denen viele aus sozial belasteten Verhältnissen stammen. Während der fünf Tage auf See sollten die Jugendlichen offline sein, im Team arbeiten und eigene Stärken erkennen. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, verlief die Route über Helgoland und Norderney zurück nach Bremerhaven. Projektmanager Christian Holburg vom Nottensdorfer Unternehmen Wimmelwerk begleitete die Reise als Betreuer. „Absolut fantastisch. In der Form hatte ich mir das gar nicht vorgestellt“, sagt er über den Törn.
Gemeinsames Arbeiten gegen Selbstzweifel
Der Alltag an Bord war durch Wachen, gemeinsames Arbeiten und das Leben auf engem Raum geprägt. Am ersten Tag kämpfte mehr als die Hälfte der Teilnehmenden mit Seekrankheit, bedingt durch bis zu 1,5 Meter hohe Wellen und die Schieflage des Dreimasters. Dennoch gewöhnten sich die Jugendlichen an die Bedingungen. Holburg bemerkte bei vielen anfangs Selbstzweifel: „Sie können etwas, aber Lob dafür können sie nicht annehmen“, sagt er. Durch die Aufgaben an Bord hätten sie jedoch ein Gefühl für die eigene Wirksamkeit entwickelt. Finanziert wurde das Projekt unter anderem durch den Erlös aus dem Verkauf von Wimmelbildern bei der Sail im vergangenen Sommer, der sich auf über 15.000 Euro belief.
Mehr Selbstbewusstsein für den Alltag
Auch die Jugendlichen äußerten sich positiv über ihre Erlebnisse. Die 13-jährige Maja war in einer Gruppe eingeteilt, die morgens um 4 Uhr Wache hatte. „Wir hatten sehr viel Spaß. Es gab immer etwas zu tun“, sagt sie. Gemeinsam mit ihrer Mutter Maren, die sie an Deck abholte, zog sie ein positives Fazit: „Segeln macht Spaß. Ich würde es jederzeit wieder tun“.Die 14-jährige Jasmin hatte ihre Wache zwischen Mitternacht und 4 Uhr und nutzte die Zeit, um den Sternenhimmel zu beobachten. Da sie zuvor Musik heruntergeladen hatte, kam keine Langeweile auf. „Ich komme nicht so gut ohne Musik aus“, sagt sie. Die Reise habe ihr geholfen, persönliches Selbstbewusstsein für den Alltag an Land zu gewinnen: „Ich hatte Schwierigkeiten, auf Menschen zuzugehen. Das kann ich jetzt besser“, erzählt sie.Wenn es nach Holburg geht, soll es den Törn auch zur 200-Jahr-Feier Bremerhavens im kommenden Jahr wieder geben. Dafür soll erneut eine Bewerbung eingereicht werden.
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