Forschung in Ahrensburg: Neue Pilotanlage soll Spurenstoffe aus dem Abwasser filtern
Eine neue Forschungsanlage in Ahrensburg soll dabei helfen, Rückstände von Medikamenten und Kosmetika aus dem Abwasser zu entfernen. Bis 2045 fordert eine EU-Richtlinie eine nahezu spurenstofffreie Wasseraufbereitung.
Sauberes Wasser ist gut. Solange keiner mein Flens damit verdünnt.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Unsere Gewässer sind zunehmend mit Medikamentenresten sowie Rückständen von Kosmetika und Haushaltschemikalien belastet. Eine neue Pilot- und Forschungsanlage in Ahrensburg soll nun dabei helfen, die Abwasseraufbereitung zukunftssicher zu machen. Das mobile Labor des „Spurenstoffzentrum Schleswig-Holstein“ ermittelt dafür maßgeschneiderte Reinigungslösungen. Auf dem Gelände der Kläranlage in Ahrensburg (Kreis Stormarn) stehen vier Container, in denen die Zukunft unserer Wasserqualität mit entschieden wird, wie die Tagesschau berichtet. Denn die neue Pilot- und Forschungsanlage des "Spurenstoffzentrum Schleswig-Holstein" von der Technischen Hochschule Lübeck soll dabei helfen, die Abwasseraufbereitung zukunftssicher zu machen. Die vier Container sind dabei eine Art mobiles Labor, mit dem maßgefertigte Reinigungslösungen für jede Kläranlage ermittelt werden können. Denn Abwasser ist nicht gleich Abwasser, es unterscheidet sich von Region zu Region. Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) ließ sich die Anlage am Montag zeigen.
Dutzende Chemikalien noch nach der Kläranlage nachweisbar
Derzeit kommt am Ende einer Kläranlage laut der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) zu 95 Prozent gereinigtes Wasser heraus. Viele in kleinen Mengen vorhandene Abbauprodukte von Medikamenten sowie Reste von Kosmetik und Haushaltschemikalien können derzeit aber nicht entfernt werden. Die Rede ist dabei von den sogenannten Spurenstoffen. Auch in der freien Natur verschwinden nicht alle diese Spurenstoffe. Am Ende des Wasserkreislaufs über das Grundwasser landen sie deshalb womöglich irgendwann wieder in unseren Wasserhähnen. Sie sind in geringen Mengen zwar unbedenklich, viele von ihnen baut der Körper aber nicht natürlich ab - sie sammeln sich an. Ähnlich wie Blei. Für Goldschmidt sind Kläranlagen die "heimlichen Stars des Umweltschutzes". Ohne Kanalisation und Kläranlagen wäre Deutschland ein ziemlich krankes Land, so Goldschmidt.
EU fordert sauberes Wasser aus Kläranlagen bis 2045
Das Problem mit für die Umwelt schädlichen Rückständen in aufbereitetem Wasser aus Kläranlagen ist kein exklusiv deutsches. Die EU hat deswegen die Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) ins Leben gerufen. Sie soll sicherstellen, dass bis 2045 jede Kläranlage so ausgerüstet wird, dass ihr aufbereitetes Wasser weitestgehend frei von Spurenstoffen ist. Wenn eine Lösung für Ahrensburg gefunden ist, soll das Labor in weitere Kläranlagen im Land gebracht werden. Hauptbestandteile der neuen vierten Reinigungsstufe werden Ozon und Aktivkohle sein. Dass aus der Kläranlage in Ahrensburg wichtige Forschungsergebnisse kommen, ist dabei sehr wahrscheinlich. Bereits in den 1970er Jahren war man hier bundesweiter Vorreiter: In Ahrensburg entstand damals die erste chemische Reinigung von Abwasser, um Phosphate aus dem Wasser zu filtern.
In Neustadt in Holstein wurde die erste Meerwasser-Wärmepumpe Deutschlands offiziell vorgestellt. Das System nutzt die Wärme der Ostsee zur Versorgung von mehr als 200 Haushalten.
Das Deutsche Rote Kreuz hat seinen neuen Verwaltungssitz in der Bremer Überseestadt bezogen. Bislang verstreute Standorte werden nun an einem Ort zusammengeführt.
Nach Kürzungen bei den Schulbegleitungen lockern einige Hamburger Sonderschulen die Kontrolle der Schulpflicht. Die Schulbehörde mahnt die Einhaltung an, während Opposition und Eltern scharfe Kritik üben.
Wegen eines kapitalen Motorschadens startet die neue Elbfähre erst im kommenden Jahr. Der Fährbetrieb mit dem bisherigen Schiff bleibt bestehen, ist derzeit aber wegen Niedrigwassers eingeschränkt.
Nach dem Großbrand auf einem Schrottplatz in Leer hat die Feuerwehr ihren Einsatz nach dem Löschen der letzten Glutnester beendet. Zeitweise waren rund 250 Einsatzkräfte vor Ort.
Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.