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Hamburger Rentnerin verkauft Hab und Gut für ein Leben auf hoher See

Die 86-jährige Helga Elwes hat ihre Heimatstadt Hamburg verlassen, um dauerhaft auf einem Kreuzfahrtschiff zu leben. Auf der „Villa Via Residences“ genießt die ehemalige Vitalogistin ihren Ruhestand auf den Weltmeeren.

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Dauerhaft auf'm Schiff? Da spart man sich zumindest das Rasenmähen. Recht hat sie. — Rocky, Chefkolumnist
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Eine 86-jährige Hamburgerin hat ihr Hab und Gut verkauft, um ihren Lebensabend auf einem Kreuzfahrtschiff zu verbringen. Seit Februar dieses Jahres lebt die Rentnerin gemeinsam mit über 300 weiteren Passagieren auf hoher See. Ein Zurück gibt es für sie vorerst nicht, denn Heimweh verspürt die Seniorin keineswegs.
Von dem Kreuzfahrtschiff „Villa Via Residences“, was übersetzt so viel wie „Wohnresidenzen des Lebens“ bedeutet, hat Helga Elwes über Bekannte erfahren und war sofort Feuer und Flamme. Anders als einige andere Passagiere habe sie keine vier bis acht Probewochen gebraucht, um sich zu entscheiden. Die Hamburgerin verbindet eine ganz besondere Liebe zum Meer: „Als Jugendliche habe ich immer davon geträumt, auf einem Schiff zu arbeiten oder später einen Seemann zu heiraten“, erzählt Helga Elwes, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Da beide Wünsche nicht in Erfüllung gegangen sind, freut sich die Rentnerin heute umso mehr, dass sie eine Kabine auf dem Kreuzfahrtschiff hat und hier ihren Lebensabend verbringen kann. „Heimweh habe ich daher gar nicht“, sagt sie. Wenn es nach ihr ginge, könnte sie nach den vier Jahren auch weiter auf dem Schiff bleiben. Vorher hat sie über 35 Jahre als Vitalogistin eine eigene Gesundheitspraxis in Rahlstedt betrieben und ein eigenes Produkt entwickelt, bei dem es um die Förderung der ganzheitlichen Regulation des Organismus durch die Zentrierung der Kopfgelenksregion geht. Im letzten Jahr ist sie in den Ruhestand gegangen.

Keine Langeweile an Bord

Ihre Kabine ist lediglich 15 Quadratmeter groß, hat aber alles, was man zum Leben braucht: Ein Bett, einen Schreibtisch, Stuhl und Sessel. Die Passagiere haben allerdings die Möglichkeit, ihre Kabinen mit Möbeln nach ihrem Geschmack weiter einzurichten. Helga Elwes hat sich bewusst für eine Außenkabine entschieden, um einen schönen Ausblick zu haben. Je nach Kategorie, ob Innen- oder Außenkabine und Kabinengröße, seien auch die Preise für die Unterkünfte auf dem Schiff sehr unterschiedlich. Sie zahle monatlich einen vierstelligen Betrag. Bereits vor dem Frühstück werden auf dem Schiff verschiedene Aktivitäten wie Sport- und Gymnastikkurse angeboten. „Wir haben zwei, drei Animateure“, sagt Elwes. Darüber hinaus gebe es ein Schwimmbad, einen Spa-Bereich, einen Whirlpool und eine Sauna. Nachmittags und abends werden Tanz- und Bridge-Kurse angeboten. „Seit ich auf dem Schiff bin, war mir noch keinen Tag langweilig und die Tage vergehen wie im Flug“, erzählt sie.

Verständigung auf Englisch und Rituale im Hafen

Die Gäste auf dem Schiff kommen aus der ganzen Welt, vorwiegend aber aus den USA. Der Altersdurchschnitt liegt bei 59 Jahren und neben ihr sind weitere deutsche Passagiere an Bord. Wichtig dabei ist, dass alle Passagiere, die sich eine Kabine auf dem Schiff kaufen oder mieten, fit sind, denn es gibt keinen Pflegebereich. Auf dem Schiff selbst wird Englisch gesprochen. „Ich musste erstmal wieder in die Sprache reinkommen“, sagt sie. Sollte es dennoch Verständigungsschwierigkeiten geben, werde einem auf dem Schiff geholfen. Der Hamburgerin gefällt der Austausch mit Menschen unterschiedlichen Nationen, denn so lerne sie neue Kulturen kennen. Auf dem Schiff gebe es zum Essen Zweier, Vierer- oder Sechser-Tische und man käme schnell ins Gespräch. Diese Begeisterung hat Elwes schon ihr ganzes Leben geprägt: „Früher bin ich viel gereist“, erzählt sie. Am besten habe ihr bisher die Mongolei gefallen. Auch Kreuzfahrten haben sie schon einige gemacht. Wenn das Kreuzfahrtschiff, auf dem sich zurzeit 300 Passagiere aufhalten, in einem Hafen anlegt, freut sich die Rentnerin auf den Landgang. Derzeit ist das Kreuzfahrtschiff „Villa Vie Residences“ im asiatischen Raum unterwegs. „Wenn wir irgendwo anlegen, nehmen wir uns als Gruppe manchmal ein Taxi und lassen uns vom Fahrer die Sehenswürdigkeiten zeigen“, erzählt Elwes. Einmal seien sie sogar vom Taxifahrer zum Essen nach Hause eingeladen worden. Die Menschen in den asiatischen Ländern seien sehr herzlich und gastfreundlich. Rituale hat sie auch: „Immer, wenn das Schiff den Hafen verlässt, stehe ich noch lange an Deck, bis ich kein Land mehr sehe. Und abends genieße ich gerne die besondere Atmosphäre der Nacht und der Sterne“, schildert sie.

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