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Fünfzig Jahre Fußgängerzone: Wie Wyk auf Föhr die Mittelstraße autofrei machte

Im Sommer 1976 wurde in Wyk auf Föhr die erste Fußgängerzone der Insel eröffnet. Trotz anfänglicher Skepsis der Geschäftsleute entwickelte sich die Mittelstraße schnell zu einem vollen Erfolg.

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Keine Autos mehr? Da läuft es sich doch gleich viel entspannter zum Fischbrötchen. — Rocky, Chefkolumnist
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Die Mittelstraße in Wyk auf Föhr feiert das 50-jährige Bestehen ihrer Fußgängerzone. Im Sommer 1976 wurde die erste autofreie Zone der Insel nach einer rund dreimonatigen Umbauphase feierlich eröffnet. Heute ist die einstige Verkehrsstraße, die zuvor von Autos und Parkplätzen geprägt war, eine etablierte Flaniermeile.
Die Umgestaltung der Mittelstraße begann im März 1976 unter der Leitung von Bürgermeister Peter Schlotfeldt. Zur Eröffnung drängten sich Tausende von Menschen auf der Festmeile zwischen dem Glockenturm und dem Café „Die Insel“, während Frauen in Friesentracht Rosen verteilten und Bier für 30 Pfennig ausgeschenkt wurde. „Nicht nur das Fest, auch die Fußgängerzone war sofort ein Erfolg“, erinnert sich Hans-Werner Weih, der damals gemeinsam mit seiner Frau Christel Weih das „Textilhaus Weih“ betrieb, wie die shz berichtet.

Bedenken der Geschäftsleute im Vorfeld

Die Pläne zur Verkehrsberuhigung stießen Anfang der 1970er-Jahre jedoch nicht überall auf Gegenliebe. „Teile der Kaufmannschaft hatten ziemliche Bedenken“, weiß Hans-Werner Weih noch. Besonders Handwerksbetriebe und Geschäfte wie „Elektro Behnke“ befürchteten Umsatzeinbußen und eine Abwanderung der Kundschaft zur Konkurrenz „Boetius“ in der damaligen „Friedrich-Christiansen-Straße“, wo es noch Parkplätze direkt vor der Tür gab. Trotz der Kritik beschloss die Stadtvertretung die Maßnahme, woraufhin im März 1976 die Bagger anrückten, um die Asphaltdecke der rund 120 Jahre alten Straße aufzureißen.

Bauarbeiten und der Spitzname „Platten-Peter“

Nach dem Abschluss der Arbeiten lud Bürgermeister Peter Schlotfeldt die Arbeiter und Architekten zu einem Erbsensuppen-Essen in das „Colosseum“ ein, wie der „Insel-Bote“ damals vermerkte. Die Zeitung führte auch die genauen Baumaterialien auf: „Auf einer Länge von 321 Metern wurden circa 11-tausend Platten und 28-tausend Ziegelsteine verlegt. Die Arbeiten konnten in knapp sechzig Tagen durchgeführt werden“, hieß es im Bericht. Die verlegten Bodenplatten brachten dem Bürgermeister in der Bevölkerung den zunächst spöttischen, später anerkennenden Spitznamen „Platten-Peter“ ein. Dieser diktierte den Redakteuren des „Insel-Boten“ stolz in den Block, die neue Fußgängerzone sei „Eine Attraktion“ für das Nordseebad.

Gemeinsame Werbung und Erweiterung

Auch die Geschäftsleute zogen schließlich mit und gründeten die „Werbegemeinschaft Mittelstraße“. „Alle haben an einem Strang gezogen“, bestätigt Hans-Werner Weih. Mit mehrseitigen Anzeigen im „Insel-Boten“ bewarben die Händler ihre Angebote, wie etwa das „Textilhaus Weih“ Damenkittel für zehn Mark. Nach dem Eröffnungswochenende hieß es in der Presse: „Die Werbegemeinschaft Mittelstraße will auch in Zukunft mit attraktiven Unternehmungen für ihre Fußgängerzone an die Öffentlichkeit treten“. In den Folgejahren folgten Flohmärkte, Ponykutschfahrten und Kinderolympiaden. Im Jahr 1979 wurde schließlich auch die heutige Große Straße umgestaltet, womit die Fußgängerzone vom Hafen bis zur Badestraße reichte. Die Kosten für die Mittelstraße beliefen sich auf 220.000 D-Mark, wovon die Stadt Wyk dank Fördergeldern von Bund und Land nur 44.000 Mark selbst tragen musste.

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