Luftüberwachung der Nord- und Ostsee: Deutlich weniger Ölverschmutzungen nach 40 Jahren
Seit vier Jahrzehnten überwachen die Marineflieger aus Nordholz die deutschen Meeresgebiete. Die Bilanz des Havariekommandos fällt positiv aus, da die Zahl der Verschmutzungen kontinuierlich zurückgeht.
Seit vier Jahrzehnten überwachen Soldaten vom Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin" in Nordholz die deutschen Meeresgebiete auf mögliche Ölverschmutzungen. Nach Angaben des zuständigen Havariekommandos in Cuxhaven fällt die Bilanz nach vier Jahrzehnten positiv aus. Die Zahl der Verschmutzungen geht seit 40 Jahren kontinuierlich zurück. Zwei zweimotorige Propellermaschinen vom Typ Dornier 228 LM sind täglich über Nord- und Ostsee unterwegs, um Ausschau nach Verschmutzungen zu halten. Entdecken sie etwas, melden die Öljäger die Verunreinigungen an das Havariekommando in Cuxhaven als gemeinsame Einrichtung des Bundes und der Küstenländer. "Wir sehen, dass die Zahlen der Verschmutzungen einfach seit 40 Jahren kontinuierlich zurückgehen", sagt Sprecher Benedikt Spangardt, wie die Tagesschau berichtet.
Effekt wie Blitzer auf der Autobahn
Die Kontrollflüge sollen eine abschreckende Wirkung haben. Als die Flüge 1986 aufgenommen wurden, wurde noch alle drei bis vier Flugstunden eine Verschmutzung festgestellt. 2025 wurden die Soldaten nur noch etwa alle elf bis zwölf Flugstunden fündig. "Dafür machen wir schon die Überwachung verantwortlich", sagt Spangardt. Er vergleicht den Effekt der Flüge mit einem Blitzer auf der Autobahn: "Die Leute wissen, da wird kontrolliert, da kann es Konsequenzen geben. Dann überlege ich mir vielleicht zweimal, ob ich etwas Illegales tue oder nicht."
Überwachung ist Pflicht
2025 hätten die Öljäger 130 Umweltverschmutzungen in Nord- und Ostsee dokumentiert. In rund 37 Prozent der Fälle wurde auch ein möglicher Verursacher ausgemacht. Bei den Verschmutzungen handelte es sich um Öl und unbekannte Substanzen, die zum Beispiel aus Tankwaschungen und von Bohrwasser stammen können. Nach dem MARPOL-Abkommen von 1973 ist Deutschland verpflichtet, seine Seegebiete auf mögliche Verschmutzungen wie etwa Öl zu überwachen.
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