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Falscher Alarm auf der „MS Divina“: Unbefugte kapern Lautsprecheranlage

Auf einem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer haben sich Unbefugte Zugriff auf das Kommunikationssystem verschafft und eine beunruhigende Durchsage verbreitet. Die mutmaßlichen Täter wurden in Neapel gefasst.

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Auf dem Kreuzfahrtschiff „MS Divina“ haben sich unbefugte Personen Zugriff auf das Kommunikationssystem verschafft. Über die Lautsprecher wurde fälschlicherweise durchgegeben, der Kapitän habe die Kontrolle über das Schiff verloren. Die mutmaßlichen Täter wurden im Hafen von Neapel ermittelt.
Am frühen Morgen zog das große Kreuzfahrtschiff „MS Divina“ seine Bahn durch das Mittelmeer, während die meisten der knapp 4.200 Passagiere noch schliefen. Doch auf zwei Decks drangen plötzlich Durchsagen aus den Lautsprechern, die die Zuhörer sofort in Aufruhr versetzten. „Der Kapitän hat die Kontrolle über das Schiff verloren“, sagte eine Stimme. Es treibe nun manövrierunfähig auf dem Meer.

Um kurz nach 6.30 Uhr gingen Notrufe besorgter Passagiere bei den Behörden ein. Auf der Brücke der „MS Divina“ herrschte in diesen Minuten ein Ausnahmezustand. Der Kapitän hatte die Kontrolle über das Schiff nicht verloren, jedoch hatte eine nicht autorisierte Person die Kontrolle über Teile des bordeigenen Kommunikationssystems gewonnen. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, gingen im Hafen von Neapel Grenzpolizisten und Mitglieder der Küstenwache an Bord.

Ermittlungen im Hafen von Neapel

Die Täter waren laut Tageszeitung „La Repubblica“ schnell ermittelt: Sechs junge Männer aus der Stadt am Vesuv, die sich auf der Reise zwei Kabinen geteilt hatten. Zu den Hintergründen und der Motivation der Tat ist noch wenig bekannt. Es stellt sich die Frage, wie es den Touristen gelingen konnte, in das Kommunikationssystem eines modernen Kreuzfahrtschiffs einzudringen und eine Sicherheitslücke zu finden. Dies dürfte in den nächsten Tagen zu Systemprüfungen in anderen Konzernen führen.

Die Reederei MSC Cruises gibt in einer Stellungnahme an, dass es den Angreifern nicht gelungen sei, sicherheitsrelevante Bereiche zu kompromittieren. Der Zwischenfall habe sich auf die Lautsprecheranlage beschränkt. Man habe Vorkehrungen getroffen, dass sich dies nicht wiederholen könne, und bitte die Gäste um Entschuldigung „wegen der verursachten Sorgen“. Ergebnisse der Untersuchung müssen auch mit Panama geteilt werden, dem Flaggenstaat des Schiffes.

Cyberkriminelle haben Seefahrt im Visier

Die Vorstellung, dass Hacker die Kontrolle über ein großes Seeschiff erlangen, ist das Albtraumszenario der Sicherheitsbehörden. Auch die Welt der Seefahrt wird von Cyberkriminellen angegriffen. Nach dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine verhundertfachte sich die Zahl digitaler Attacken auf den Hamburger Hafen, teilte die Hamburger Hafenverwaltung (HPA) vor ein paar Monaten auf dpa-Anfrage mit. Auch in Bremerhaven und Wilhelmshaven ist es kaum anders. Details dazu oder zu den Angreifern gibt man ungern heraus. Die jungen Männer von der „MS Divina“ müssen sich demnächst wegen eines Potpourris aus Gesetzesverstößen vor Gericht verantworten.

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