Weltrekordversuch im Wattenmeer: Wandergruppe bezwingt die Halligen im Eiltempo
Der Hesse Reinhold Maisch will mit einer zehnköpfigen Gruppe innerhalb von sechs Tagen alle neun zugänglichen Halligen erwandern. Trotz Schlicklöchern und starkem Gegenwind ist die Gruppe auf Rekordkurs.
Neun Halligen in sechs Tagen? Da krieg ich ja schon beim Zusehen nasse Füße.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Eine zehnköpfige Wandergruppe um den Hessen Reinhold Maisch befindet sich mitten in einem außergewöhnlichen Weltrekordversuch im Wattenmeer. Innerhalb von sechs Tagen wollen die Wanderer alle neun zugänglichen Halligen zu Fuß erreichen. Mehr als die Hälfte der Strecke haben die Teilnehmer trotz einiger Hindernisse bereits erfolgreich bewältigt. Der offizielle Titel des Rekordversuchs lautet „Die schnellste Wanderung zu allen zugänglichen Halligen“. Gemeinsam mit neun Freunden und Verwandten will Reinhold Maisch aus der Nähe von Frankfurt das sportliche Ziel erreichen. Nur die Hallig Habel wird ausgelassen, da der Zutritt zu der Vogelhallig verboten ist. Seit Sonntag, 2. August, ist die Gruppe täglich auf Weltrekord-Kurs unterwegs, wie die shz berichtet.
Herausforderungen im Watt und starker Gegenwind
Die erste Tour zur Hallig Nordstrandischmoor hielt direkt eine unangenehme Überraschung bereit, als einige Wanderer in einem Schlickloch versanken. „Das war nur eine kleine Stelle, gerade mal 2 Meter groß, aber tief: Ich war bis zur Hüfte weg und musste auf allen Vieren wieder rauskriechen“, erzählt Reinhold Maisch. Nach einer Reinigung vom Modder und einer Stärkung im Halligkrog ging es mit der Lore zurück, bevor am selben Tag noch die Hamburger Hallig erwandert wurde. Am zweiten Tag folgten Oland und Langeneß, am dritten Tag Südfall.Besonders anstrengend gestaltete sich der Weg nach Süderoog am Mittwoch. Begleitet von Hallig-Postbote Knud Knudsen hatte die Gruppe mit widrigen Bedingungen zu kämpfen. „Wir hatten auf der ganzen Strecke von 7 Kilometern mit Gegenwind von 20 Knoten zu kämpfen“, berichtet Maisch. Der starke Westwind beeinflusste auch den Zeitplan vor Ort: „Denn durch den starken Westwind lief die Flut schneller auf. Da mussten wir für den Rückmarsch früher aufbrechen“, erklärt Maisch. Nach der Rückkehr nach Pellworm machten die Wanderer auf dem Weg zur Fähre noch einen Abstecher zur alten Kirche. „Das war bislang die anstrengendste Etappe“, stellt Reinhold Maisch fest.
Die letzten Etappen im Blick
Am Donnerstag steht die Hallig Gröde auf dem Programm, während am Freitag die Touren nach Hooge und Norderoog anstehen. Begleitet wird die Gruppe dabei von Hallig-Bürgermeister Michael Kliesch. Reinhold Maisch zieht eine positive Zwischenbilanz: „Nordfriesland zeigt sich von seiner besten Seite, auch das Wetter.“ Für den Hessen ist es bereits das vierte Mal, dass er alle Halligen erwandert, allerdings ließ er sich dafür bisher mehr Zeit. Seine Liebe zur Nordsee begann vor fast 40 Jahren aus beruflichen Gründen. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2020 war er bei der Gesellschaft für Wirtschaftskunde für Erwachsenenbildung und Berufsorientierung für das Thema Umweltschutz zuständig. Im Jahr 1988 reiste er im Rahmen von Seminaren erstmals nach Nordfriesland: „Es war das große Seehundsterben, das mich damals interessierte.“
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