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Sicherheitsdebatte nach Drohnenfund: Seehäfen fordern Abwehrrechte

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle fordert der Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe eine rechtliche Gleichstellung mit Flughäfen bei der Drohnenabwehr. Auch die norddeutschen Bundesländer drängen auf eine engere Zusammenarbeit mit der Bundeswehr.

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Nach dem Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle fordert der Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe einen besseren Schutz für deutsche Häfen. Die Betriebe bemängeln gesetzliche Lücken bei der eigenständigen Abwehr von Drohnen. Vertreter aus der norddeutschen Politik dringen zudem auf eine engere Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und technische Aufrüstung.
Der Fund einer mit einer Sprengstoffvorrichtung versehenen Drohne nahe einer ukrainischen Transportmaschine am Flughafen Leipzig/Halle in der Nacht zu Mittwoch sorgt für scharfe Kritik an den aktuellen Sicherheitsvorkehrungen. Nach Angaben des Zentralverbands der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) zeigen die gesetzlichen Regelungen trotz Fortschritten, dass sie „den Realitätstest noch nicht bestehen“, wie ZDS-Chef Florian Keisinger am Donnerstag erklärte. Zwischen dem Erkennen und der Abwehr einer Drohne gebe es „weiterhin eine sicherheitsrelevante Lücke“, wie die Tagesschau berichtet.

ZDS fordert Gleichstellung mit Flughäfen

Der Verband sieht die kritische Infrastruktur der Seehäfen zunehmend im Visier hybrider Bedrohungen. Zwar könnten Hafenbetriebe Drohnen mithilfe moderner Sensorik frühzeitig erkennen und die Behörden alarmieren, eine eigenständige Abwehr durch Störung, Übernahme oder Neutralisierung ist ihnen jedoch rechtlich untersagt. „Bei einem hybriden Angriff bleiben häufig nur 60 bis 90 Sekunden Reaktionszeit.“ Bis die Behörden vor Ort eingreifen könnten, sei die Drohne meist wieder verschwunden oder „hat ihren Auftrag abgeschlossen“, sagte Keisinger. „Diese Lücke muss geschlossen werden.“ Die großen deutschen Seehäfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven müssten daher den Flughäfen beim Schutz gleichgestellt werden. Keisinger forderte: „Wer Versorgungssicherheit, den Schutz kritischer Infrastruktur und militärische Mobilität ernst nimmt“, müsse die Häfen mit leistungsfähigen Abwehrsystemen ausstatten.

Politik fordert engere Kooperation mit der Bundeswehr

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) äußerte sich bei der Eröffnung einer Produktionsstätte für Drohnenabwehr-Laser in Hannover besorgt: „Ich glaube, vielen ist jetzt bewusst geworden, wie dramatisch diese Bedrohungslage inzwischen ist.“ Die Bedrohung durch Drohnen und Cyberangriffe zeige, dass Russland ganz Europa angreife. Lies forderte eine stärkere Verknüpfung der inneren Sicherheit mit der Bundeswehr: „Wir können nicht mehr getrennt voneinander in Polizei und Bundeswehr denken, nicht mehr getrennt äußere und innere Sicherheit.“In Hamburg verweist die Innenbehörde auf eine funktionierende, zivile Drohnenabwehr und plant einen gemeinsamen technischen Schutzschirm der norddeutschen Länder mit Unterstützung der Bundeswehr. Dabei soll auf Systeme zurückgegriffen werden, die für die Terrorabwehr während der Fußball-Europameisterschaft angeschafft wurden. Vertreter der Bundeswehr äußerten sich in der Vergangenheit jedoch skeptischer, da sich die Technologie der Gegenseite ständig weiterentwickle. Die Hamburger Polizei macht aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben zu Drohnen-Sichtungen im Hamburger Hafen. Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke (CDU) bezeichnete den Vorfall in Leipzig als neue Eskalationsstufe. Ihr Bundesland habe bereits frühzeitig sieben Millionen Euro in Personal und Technik zur Drohnenabwehr investiert.

Steigende Einsatzzahlen im Nordosten

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wächst die Besorgnis. Die Zahl der polizeilich registrierten Drohnen-Vorfälle stieg von 107 im Jahr 2022 über 128 im Jahr 2023 auf 179 Vorfälle im Jahr 2024. Offizielle Zahlen für 2025 oder Zwischenstände für 2026 liegen noch nicht vor. Am Flughafen Rostock-Laage arbeite man eng mit der Bundeswehr zusammen, erklärte Leiter der Ground Operations am Flughafen Rostock-Laage Andreas Hein: „Unsere Mitarbeiter sind hier alle sensibilisiert.“

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