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Hohe Kosten bremsen Hitzeschutz in Kliniken und Pflegeheimen aus

Steigende Temperaturen gefährden Patienten und Pflegebedürftige, doch bauliche Schutzmaßnahmen sind extrem teuer. Während der Bedarf in die Milliarden geht, reichen geplante Förderungen kaum aus.

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Steigende Temperaturen stellen Krankenhäuser und Pflegeheime in Schleswig-Holstein vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Um Patienten und Bewohner vor extremer Hitze zu schützen, sind teure Modernisierungen notwendig, für die es jedoch an ausreichenden Mitteln fehlt. Dies geht aus aktuellen Daten und Berichten von Branchenvertretern hervor.
Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) starben in diesem Jahr bis Mitte Juli in Deutschland schätzungsweise 10.000 Menschen an den Folgen zu großer Hitze. In Schleswig-Holstein waren es in diesem Zeitraum 70 Menschen. Der Großteil dieser Personen verstarb in Pflegeeinrichtungen, gefolgt von Krankenhäusern, wie die Tagesschau berichtet. Effektiver Hitzeschutz wie Klimaanlagen, Verschattung und die Modernisierung von Gebäuden ist jedoch mit enormen Kosten verbunden.

Milliardenbedarf für Krankenhäuser

Sowohl Krankenhäuser als auch Pflegeheime stehen seit Jahren vor wachsenden finanziellen Herausforderungen. Die Krankenhausreform sorgt zudem für finanzielle Unsicherheiten, weshalb zusätzliche Investitionen in Klimaanlagen abseits der meist bereits gekühlten Intensivstationen derzeit utopisch wirken. Bundesweit habe "ein Gutachten für notwendige Klimaschutzmaßnahmen einschließlich der Kühlung von Gebäuden einen Finanzbedarf von mehr als 30 Milliarden Euro ergeben", so Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein Patrick Reimund.
Dabei steigen die Investitionen Schleswig-Holsteins in die Gebäude der Krankenhäuser laut Gesundheitsministerium seit 2020 stetig von 97 Millionen Euro auf 158,5 Millionen Euro. Wie viel von diesen Mitteln tatsächlich in den Hitzeschutz fließt, ist nicht bekannt. Ein Sprecher erklärte, der Hitzeschutz werde bei Neubauten und Erstausstattungen "direkt mitberücksichtigt".

Großer Handlungsbedarf in Pflegeheimen

Auch in den Pflegeeinrichtungen gibt es großen Handlungsbedarf, erklärt Vorstand des Paritätischen Michael Saitner. Alle Einrichtungen müssten sich intensiv mit dem Thema beschäftigen, wobei bauliche und personelle Rahmenbedingungen oft schwierig seien. "Wir spüren gerade in Pflegeeinrichtungen die Veränderungen durch den Klimawandel massiv", so Saitner. Die Kosten für den Hitzeschutz eines einzelnen Heims aus den 1970er-Jahren könnten schnell in Millionenhöhe liegen, berichtet Geschäftsführender Gesellschafter der Pflegeeinrichtung "Stb-care" Mathias Steinbuck. Diese Kosten bei einer Modernisierung auf die Bewohner umzulegen, sei aufgrund deren finanzieller Möglichkeiten fraglich.
Das zuständige Sozialministerium plant ein Förderprogramm zur Unterstützung der Heime. Dafür sind ab diesem Jahr 21 Millionen Euro aus dem Investitionspaket des Bundes vorgesehen. Angesichts der Millioneninvestitionen pro Einrichtung wird diese Summe jedoch als Tropfen auf den heißen Stein bewertet.

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