Meldung ✓

Ein Schiffsentwurf für Dorum: Pensionierter Konstrukteur plant den „Wattenkieker“

Der 91-jährige Schiffbaukonstrukteur Helmut Koch hat einen Entwurf für ein spezielles Ausflugsschiff entwickelt. Der „Wattenkieker“ soll trotz Schlick und geringer Tiefe im Dorumer Hafen manövrieren können.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Flach und leise? Klingt nach mir, wenn ich heimlich an den Kühlschrank gehe. — Rocky, Chefkolumnist
Illustration zu: Ein Schiffsentwurf für Dorum: Pensionierter Konstrukteur plant den „Wattenkieker“
Illustration: KI-generiert
Ein pensionierter Schiffbaukonstrukteur hat einen Entwurf für ein neues Ausflugsschiff namens „Wattenkieker“ vorgelegt. Das 25 Meter lange Schiff ist speziell für die schwierigen Bedingungen des stark verschlickten Tidehafens in Dorum-Neufeld konzipiert. Mit einem flachen Boden und einem geräuscharmen Antrieb soll es den Tourismus in der Region unterstützen.
Der Entwurf für das „kleine Wattenkieker-Schiff“ liegt fertig gezeichnet auf dem Schreibtisch von Helmut Koch. Mit einer Länge von 25 Metern und einer Breite von neun Metern ist das Schiff für die Gegebenheiten des Dorumer Hafens optimiert. „Das ist schon ziemlich breit“, sagt Koch. Dafür liegt der Entwurf besonders flach im Wasser und hat nur einen sehr geringen Tiefgang. Der gelernte Schiffbauer, der nach seiner Lehre auf der Seebeckwerft in Bremerhaven 43 Jahre lang als Schiffbaukonstrukteur arbeitete, hat eine enge Verbindung zur Region. „Meine Frau und ich haben unser ganzes Leben lang Wassersport betrieben“, erzählt Koch, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.

Eine besondere Beziehung zum Dorumer Hafen

Dass ihm vor allem Dorum am Herzen liegt, hat einen praktischen Grund. Ein ehemaliger Arbeitskollege aus dem Ort suchte einst ein Segelboot, das mit dem Schlickhafen zurechtkam und ihn trotzdem bis nach Helgoland und England bringen konnte. Koch entwarf ein passendes, rund zehn Meter langes Boot. „Ich habe für ihn ein solches Schiff konstruiert“, erzählt der gebürtige Nordenhamer. Dorum wurde der Heimathafen des Bootes, und Koch entwickelte eine tiefe Verbundenheit zu dem Ort. „Ich bin quasi im Dorumer Hafen zu Hause“, sagt er und schmunzelt. Aus diesem Entwurf entstand später die Serie der sogenannten „Hallig-Typen“, die für die flachen Gewässer des Wattenmeers gebaut wurden. Nach seinem Ruhestand vor 31 Jahren arbeitete Koch freiberuflich weiter.

Technische Details für schwieriges Fahrwasser

Sein neuestes, unaufgefordertes Projekt ist der „Wattenkieker“. „An sich ist es sehr schwierig, für so einen schmalen und stark verschlickten Hafen ein Schiff zu konstruieren“, sagt Koch. Zwei Jahre lang tüftelte er an dem Entwurf. Das Schiff darf maximal 25 Meter lang sein, um im Hafen wenden zu können. Durch den flachen Boden kann das Boot bei Ebbe im Hafen liegen, ohne Schlagseite zu bekommen. Für die Navigation in engen Prielen hat Koch am Heck ein Becker-Hochleistungsruder eingeplant. „Die Konstruktion dieses Ruders bewirkt eine besondere Kraft“, erläutert er. Ein großes Bugstrahlruder soll das Drehen auf der Stelle ermöglichen. Zudem ist ein leiser, diesel-elektrischer Antrieb vorgesehen. „Der Dieselmotor erzeugt Strom und treibt damit den E-Motor an, und dieser ist dann sehr geräuscharm“, so Koch.

An Bord des Schiffes sollen bis zu 40 Gäste im Salon Platz finden, zudem gibt es ein Sonnendeck und eine begehbare Aussichtsplattform. „Letztlich habe ich das Schiff so konzipiert, dass man es als Gast an Deck umrunden kann – nah am Schlick und am Priel“, erklärt Koch. „Ich habe mich gefragt: Was möchte ich selbst gern sehen, wenn ich mit dem Schiff hinausfahre?“ Bei der Frage nach den Kosten hält sich der Konstrukteur bedeckt: „Ich kenne die heutigen Preise nicht.“ Das Gewicht des Schiffes inklusive Maschinen, Mannschaft und Gästen liege bei rund 150 Tonnen, wonach eine Werft den Preis berechnen könne.

Ein Impuls für die Zukunft der Kutterhäfen

Für den 91-Jährigen war die Arbeit an dem Entwurf zunächst eine private Herausforderung. Nun möchte er die Idee der Öffentlichkeit präsentieren, da in den Kutterhäfen immer mehr Kapitäne aufhören und kaum Nachwuchs folgt. Koch hofft, mit dem „Wattenkieker“ einen Impuls zu geben. Seine eigene Leidenschaft für das Segeln begann vor rund sechs Jahrzehnten. Für sich und seine Frau konstruierte er einst die Segelyacht „Tucana“. „Dieses Schiff haben wir 50 Jahre lang gesegelt. Es war für uns das perfekte Hobby“, erzählt Koch. Nach einer anstrengenden Regatta im Alter von 85 Jahren entschied er sich jedoch, das Boot zu verkaufen. Der Entwurf des „Wattenkiekers“ hat ihm hingegen keine körperlichen Beschwerden bereitet – höchstens die Herausforderungen, die ein leidenschaftlicher Konstrukteur gerne annimmt.

← alle Meldungen aus Norden

Weitere Meldungen aus Norden

Norden ✓

Tödliche Schüsse auf St. Pauli: Ermittler vermuten mehr Beteiligte

Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.

05.09., 04:12 Uhr