CDU-Fraktion fordert Erhalt historischer Grabsteine auf Helgoland
Die CDU-Fraktion auf Helgoland setzt sich für die Bewahrung ausgedienter Grabsteine ein. Ein neuer Prüfantrag sieht vor, historische Steine nach Ablauf der Ruhefrist an einem zentralen Erinnerungsort dauerhaft zu erhalten.
Die CDU-Fraktion möchte verhindern, dass mit dem Abräumen von Grabstätten die Namen und Erinnerungen an frühere Generationen verloren gehen. Im Hauptausschuss beantragt die Fraktion am 11. August, die Verwaltung mit der Prüfung und einem Konzept zu beauftragen. Dabei soll geklärt werden, wie Grabsteine nach Ablauf der Ruhefrist künftig – soweit dies rechtlich zulässig ist – nicht mehr entsorgt, sondern an einem geeigneten Ort dauerhaft als Erinnerungsstätte erhalten werden können, wie die Gemeinde Helgoland mitteilt.
Rechtliche und finanzielle Prüfung im Fokus
Im Rahmen der beantragten Prüfung sollen insbesondere die rechtlichen Voraussetzungen für die Übernahme und die dauerhafte Aufstellung der Steine geklärt werden. Zudem geht es um die Auswahl geeigneter Grabsteine, mögliche Standorte sowie die voraussichtlichen Kosten für die Umsetzung und Unterhaltung. Auch die Abstimmung mit dem Friedhofsträger und den zuständigen Behörden ist Teil des Prüfauftrags. Als ein möglicher Standort wird beispielhaft eine bestehende Mauer im Bereich des Zugangs zu den Kleingärten am Oberland genannt.Bewahrung der Inselgeschichte
Zur Begründung führt die Fraktion an, dass sich auf den Grabsteinen die Namen vieler Helgoländer Familien und Persönlichkeiten befinden, die das Leben auf der Insel über Generationen geprägt haben. Bereits in der Vergangenheit gab es Vorschläge, ausrangierte Grabsteine an der Innenseite der Friedhofsmauer aufzustellen. Dieser Gedanke soll nun wieder aufgegriffen werden. Viele Städte und Gemeinden haben bereits mit sogenannten Lapidarien Erinnerungsorte geschaffen, in denen Namen, Inschriften und Geschichte sichtbar bleiben.Gerade auf Helgoland, dessen Geschichte von zahlreichen Veränderungen und Verlusten geprägt ist, kommt der Bewahrung solcher Zeugnisse nach Ansicht der CDU eine besondere Bedeutung zu. Ein solcher Erinnerungsort würde die Geschichte der Insel bewahren, den Respekt vor den Verstorbenen ausdrücken und zugleich einen Ort der Besinnung für Einheimische und Gäste schaffen. Durch den Prüfauftrag selbst entstehen nach Einschätzung der Antragsteller nur sehr geringe Kosten. Die finanziellen Auswirkungen einer Umsetzung sollen zusammen mit dem fertigen Konzept vorgelegt werden.