Verfallene Orte im Norden: Fünf bekannte „Lost Places“ in Schleswig-Holstein
Zwischen Nord- und Ostsee zeugen verfallene Ruinen und verlassene Gebäude von vergangenen Zeiten. Ein Blick auf fünf markante „Lost Places“ in den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg.
Ehemalige Ausflugsziele und verlassene Unterkünfte
In Lindewitt befindet sich an der Bredstedter Straße das ehemalige „Waldschlösschen“. Das Ehepaar Hartmann aus Hamburg übernahm 1944 die vorherige Gaststätte „Zollhaus“. Kaufmann Herbert Hartmann baute den Betrieb zu einem großen Vergnügungspark mit einer Fläche von mehr als zehn Hektar aus. Neben einer Riesenrutsche, einer Lampiondisco und einer Seilbahn bot das Gelände drei Tanzflächen im Außenbereich. Im Jahr 1964 schloss Hartmann die Gaststätte jedoch. Heute ist das Gebäude eine Ruine, die inmitten von Metallschrott verfällt.Auch auf Sylt gibt es ungenutzte Immobilien. In Hörnum steht das ehemalige Jugendaufbauwerk seit knapp 15 Jahren leer. Die Scheiben des Gebäudes in der Heimstraße sind eingeschlagen, die Fenster vernagelt und das Gelände ist mit einem Bauzaun abgesperrt. Der Sanierungsstau wurde bereits im Jahr 2015 auf rund eine Million Euro geschätzt. Das zuständige Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) lässt durchblicken, dass derzeit alle Optionen auf dem Tisch liegen. Sowohl die Kosten für eine Sanierung als auch ein möglicher Abriss würden „gerade aktualisiert und geprüft“. Die reine Bewirtschaftung durch einen Bauzaun und einen regelmäßig patrouillierenden Hausmeister kostete im Jahr 2024 rund 4000 Euro.
Geheimnisvolle Ruinen und abgebrannte Gebäude
Ein weiterer verlassener Ort liegt an der B199 zwischen Karlsmark und Hedwigsruh nahe Leck. Dort befand sich einst das Bordell „Club 88“, das insbesondere von Besuchern des nahegelegenen Bundeswehr-Fliegerhorsts genutzt wurde. Ende der 1980er-Jahre brannte das Gebäude nach einer vermuteten Verpuffung bis auf die Grundmauern nieder. Der Vorfall wurde nie vollständig aufgeklärt, wie die shz berichtet. Heute sind von dem ehemaligen Freudenhaus nur noch gemauerte Überreste im Wald zu finden.In Taarstedt, am Ende der Dörpstraat, liegt die Ruine des „Sonnenhofs“. In den 1970er-Jahren zog das reetgedeckte Hotel Gäste aus dem gesamten norddeutschen Raum an, ehe der Betrieb 1979 eingestellt wurde. Am zweiten Pfingsttag desselben Jahres brannte das Gebäude, vermutlich aufgrund eines elektrischen Defekts, vor dem Einzug neuer Besitzer ab. Auf dem knapp 1,5 Hektar großen, überwucherten Areal sind heute nur noch verkohlte Wände des Zimmertrakts und eine feldsteingemauerte Auffahrt sichtbar.