Friedliches Fest in Cuxhaven: Tausende Besucher beim Sommerabend am Meer
Der diesjährige „Sommerabend am Meer“ lockte zahlreiche Cuxhavener und Gäste in die Grimmershörnbucht. Neben einem vielfältigen Musikprogramm zog vor allem die besondere Atmosphäre die Besucher an.
Der „Sommerabend am Meer“ zog in seiner diesjährigen Auflage etliche Cuxhavener, aber auch Gäste in die Grimmershörnbucht. Wobei der Titel streng genommen nicht stimmte: Ein Bühnenprogramm nebst Gastro-Angebot gab es nicht nur am Samstag, sondern auch schon am Freitag ab 19 Uhr.
An diesem ersten Abend war es noch relativ einfach, am Deich einen der begehrten „Logenplätze“ zu ergattern. Ganz anders tags darauf am Hauptveranstaltungstag. Hier füllte sich der Deich schon zu früher Stunde und schien am frühen Abend bereits schwarz vor Menschen zu sein.
Kurdirektor zeigt sich hochzufrieden
Angesichts des Gesamt-Szenarios war Kurdirektor Olaf Raffel, Chef der den „Sommerabend“ ausrichtenden Nordseeheilbad GmbH, mit sich im Reinen: „Was das Wetter angeht, sind wir wirklich vom Glück geküsst“, erklärte er, im Publikum vor der Hauptbühne am Fährhafen stehend.
Musikalisches Programm auf zwei Bühnen
Auf dem Podium hatte inzwischen Stefanie Heinzmann zum Mikro gegriffen. Die als „Haupt-Act“ der zweitägigen Veranstaltung gebuchte Schweizer Pop- und Soulsängerin konnte ihren Song „Oceans“ vor einer authentischen Kulisse intonieren. Mit seiner Ambivalenz übe das Meer eine große Faszination auf sie aus, verriet die Musikerin mit dem sich bis zum Horizont erstreckenden Cuxhavener Watt im Rücken.
Im Vorfeld des Heinzmann-Auftritts hatte die Partyband „The Jetlags“ (Hannover) etwaige Ermüdungserscheinungen im Publikum auf dem Deich mit einer Mischung aus Hard- und Classic-Rock hinweggefegt. Auf einer zweiten Bühne neben der „Buchtbude“ erspielte sich der Songwriter Andre Weiskeller alias „Tramper“ eine neue Fangemeinde - ausgestattet mit nicht mehr als einer Gitarre, einer Loop-Station und ungemeiner Bühnenpräsenz, der sich im Übrigen auch ein Lokalmatador rühmen darf, der Freitagabend im Alleingang mit seiner Band „The Blackbirds“ bestritt. Bei Yannick Mense kamen „Sommerabend“-Gäste auf ihre Kosten, deren musikalische Vorlieben irgendwo zwischen Clapton und den Stones liegen.
Geteilte Meinungen zum Abschlussfeuerwerk
Für viele, die es sich am Gründeich gemütlich gemacht hatten, war die Musik allerdings höchstens ein willkommener Nebenaspekt, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Das Line-up sei nichts, wovon sein „Sommerabend“-Besuch abhänge, verriet Torsten Gerle. Für Tanja Waltemath liegt der „Sommerabend“-Charme in der Möglichkeit, Freunde zu treffen, „die man lange nicht gesehen hat“. Jörg Gräf und Andreas Fitzner schätzen die besondere Atmosphäre. Fressbuden „und das Abschlussfeuerwerk“ - so war von anderer Seite her zu hören - täten ihr Übriges.
An besagtem Finale schieden sich am Wochenende übrigens die Geister: Anders als von Traditionalisten befürchtet, kam in einem (aus anderen Gründen) abgesperrten Grünstrandbereich zwar nicht nur Laser-, sondern auch Pyrotechnik zum Einsatz. „Auf dem Wasser war das besser“, lauteten dennoch einige Kommentare, deren Urheber auf einen in Vorjahren als Feuerwerk-Startrampe eingesetzten Ponton in der Bucht anspielten.
Positive Bilanz zog - auf den „Sommerabend“-Ablauf gemünzt - die Cuxhavener Polizei: Herausragende Ereignisse, die die eingesetzten Beamtinnen und Beamten in größerem Maße gefordert hätten, seien nicht zu verzeichnen gewesen. In der Bucht habe sich ein bürgerliches Publikum versammelt, die Veranstaltung sei friedlich verlaufen. „Wir sind zufrieden“, resümierte ein Polizeisprecher.