Erneutes Bahnchaos in Husum: Hunderte Sylt-Reisende stranden am Bahnhof
Nach einer Pannenserie endete die Fahrt eines ICE nach Sylt für Hunderte Fahrgäste vorzeitig in Husum. Mangelhafte Kommunikation und Probleme beim Schienenersatzverkehr sorgten für großen Unmut.
Mit dem Bus nach Sylt? Da kannste auch gleich nach Helgoland rüberschwimmen.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Eine Zugfahrt in Richtung Sylt hat für Hunderte Fahrgäste am vergangenen Freitag in Husum im Chaos geendet. Wegen Zugausfällen und Problemen beim Schienenersatzverkehr strandeten die Reisenden stundenlang am Bahnhof. Die Deutsche Bahn reagierte erst mit erheblicher Verzögerung auf den Vorfall. Die Fahrt mit dem ICE 2214 in Richtung Westerland sollte für viele Passagiere der entspannte Beginn ihres Urlaubs werden. Doch am vergangenen Freitag (31. Juli) endete die Reise abrupt am Bahnhof in Husum – ein Vorfall, der sich in den vergangenen Wochen bereits wiederholt hat. Wie die shz berichtet, begann die Pannenserie für die Reisenden schon früh. Ein Mann, der seit 6.33 Uhr von Göttingen aus unterwegs war, schilderte die Ereignisse. Bereits in Hamburg wurde der Zug aufgrund von Störungen auf ein Abstellgleis fehlgeleitet. Gegen 14.39 Uhr war die Fahrt in Husum schließlich komplett beendet.
Chaotische Szenen vor dem Bahnhof
Alle Fahrgäste mussten den ICE verlassen, um mit Ersatzbussen nach Niebüll weiterzureisen. Vor Ort kam es jedoch zu erheblichen Problemen. Zwar fuhr ein Bus ab, doch die Fahrer von zwei weiteren, kurz darauf eingetroffenen Bussen weigerten sich, neue Passagiere mitzunehmen. Sie ließen lediglich Fahrgäste aus Niebüll aussteigen und begründeten die Verweigerung mit der Überschreitung ihrer Lenkzeiten. Vor dem Bahnhof sammelten sich nach Schätzungen des Reisenden aus Göttingen rund 600 Menschen ohne Informationen, Ansprechpartner oder Organisation durch die Deutsche Bahn. Erst nach etwa zwei Stunden sprach sich unter den Wartenden herum, dass die Züge wieder fuhren. Eine offizielle Information gab es zunächst nicht. „Das ist inakzeptabel und das Verhalten gegenüber zahlenden Fahrgästen unwürdig“, schimpft der Reisende aus Göttingen.
Bahn begründet Chaos mit Verkettung von Störungen
Die Deutsche Bahn reagierte erst nach 30 Stunden auf eine Anfrage zu dem Vorfall. „Wir nehmen die Schilderung des Reisenden sehr ernst und entschuldigen uns ausdrücklich für die entstandenen Unannehmlichkeiten“, teilte eine Bahnsprecherin in Hamburg mit. Der Fall werde intern aufgearbeitet. Als Ursache für das Chaos nannte die Sprecherin eine „unglückliche Verkettung von Störungen im Bahnbetrieb“. Neben einer Oberleitungsstörung zwischen Hannover und Hamburg habe am Freitag auch eine Weichenstörung in Bredstedt den Verkehr beeinträchtigt. Diese Störungen führten dazu, dass kein Zugbetrieb zwischen Husum und Niebüll möglich war und Ersatzbusse eingesetzt werden mussten. Dass der Ersatzverkehr überlastet war, erklärte die Bahnsprecherin mit der hohen Zahl an Reisenden, weshalb ad hoc nicht genügend Busse zur Verfügung gestanden hätten. Die Weiterbeförderung habe daher Zeit beansprucht. Der Zugverkehr wurde am späten Nachmittag wieder aufgenommen. Die Sprecherin empfahl den Betroffenen, ihre Fahrgastrechte geltend zu machen, und verwies auf Informationen über bahn.de, die App DB Navigator sowie an den Bahnhöfen.
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