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Gegensätzliche Tourismus-Entwicklung auf Amrum und Föhr zum Jahresstart

Während Amrum von Januar bis Mai 2026 ein deutliches Übernachtungsplus verzeichnet, muss die Nachbarinsel Föhr leichte Verluste hinnehmen. Die amtlichen Statistiken weisen jedoch methodische Lücken auf.

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Amrum legt zu, Föhr verliert. Hauptsache, der Wind weht auf beiden Inseln ordentlich. — Rocky, Chefkolumnist
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Der touristische Jahresstart von Januar bis Mai 2026 ist auf den nordfriesischen Inseln Amrum und Föhr gegensätzlich verlaufen. Während Amrum ein Übernachtungsplus verbuchen konnte, verzeichnete Föhr ein leichtes Minus. Die offiziellen Zahlen des Statistischen Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein weisen jedoch aufgrund von Erfassungsgrenzen gewisse Lücken auf.
Licht, aber auch Schatten. So ist der touristische Jahresstart auf den Inseln Amrum und Föhr von Januar bis Mai dieses Jahres verlaufen. Das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein hat am 22. Juli seinen Bericht "Beherbergung im Reiseverkehr in Schleswig-Holstein Mai 2026" herausgegeben, wie die shz berichtet. In dieser landesweiten Publikation finden sich auch die statistischen Kennzahlen für die Orte auf Amrum und für die meisten Gemeinden auf Föhr. Auf Föhr fehlen allerdings die Daten für die Dörfer Dunsum, Witsum, Borgsum und Süderende. In diesem Zusammenhang wird auch auf den Bericht "Das kriegst du nie hin": Wie eine Wette Geschichte auf Föhr schrieb verwiesen.

Statistische Lücken und Bettenzuwachs auf Amrum

Hintergrund für die fehlenden Daten ist, dass die Aufstellung des Statistikamtes Nord ausschließlich Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten umfasst. Diese müssen – gesetzlich vorgegeben – monatlich die Zahl der Ankünfte und Übernachtungen melden. In den fehlenden Orten auf Föhr gibt es nach Auskunft des Amtes nicht genügend Beherbergungsbetriebe, die diese Voraussetzung erfüllen. Daher können die summierten Zahlen von Föhr geringfügig von der Realität abweichen. Und natürlich fehlen auch alle Betriebe, die mit einem Volumen unter zehn Betten arbeiten, was nicht unerheblich für das Tourismusgeschehen auf den Inseln ist.
Dennoch geben die Zahlen des Amtes einen Trend für die Inseln wieder. "Wenngleich unser Meldescheinsystem umfassender ist", sagt Frank Timpe von Amrum Touristik. Trotzdem muss der Touristiker von Amrum zugeben, dass sich derzeit die Zahlen der eigenen Erhebung mit denen des Amtes decken würden. Demnach kommt Amrum derzeit für den Zeitraum zwischen Januar und Mai 2026 insgesamt auf ein Übernachtungsplus von 4,2 Prozent. "Es stehen auch wieder mehr Betten zur Verfügung", sagt Frank Timpe. Im vergangenen Jahr hatte es aus verschiedenen Gründen ein Minus von etwa 300 Betten gegeben. Die summierten Übernachtungszahlen für Amrum stiegen jedenfalls von 287.833 im Vorjahr auf 299.932. Stark getragen wird dies von der Gemeinde Norddorf, die im besagten Zeitraum ein Plus von 8,2 Prozent mehr Übernachtungen verzeichnen kann. In absoluten Zahlen sind das 131.387 Übernachtungen.

Herausforderungen auf der Nachbarinsel Föhr

Weniger rosig sieht die Lage auf der Nachbarinsel Föhr aus. Zwar kann hier die Gemeinde Nieblum mit einem Übernachtungsplus von 9,4 Prozent (38.379 Übernachtungen) den Gesamtsieg beider Inseln davontragen. Doch insbesondere Wyk, der Ort mit den bei Weitem meisten Übernachtungen auf beiden Inseln, muss einen Rückgang von 2,9 Prozent bei den Übernachtungen hinnehmen. In absoluten Zahlen liegen sie hier bei 221.722 Übernachtungen. Insgesamt muss die Insel Föhr dadurch ein Übernachtungsminus von 1,1 Prozent hinnehmen.
Geschäftsführer der Föhr Tourismus GmbH (FTG) Jochen Gemeinhardt weist im Telefonat allerdings auf die Schwachstelle der amtlichen Statistik hin. "Es macht die Statistik ungewiss, weil wir relativ viele Betriebe unter zehn Betten haben", sagt Gemeinhardt. Die eigenen Statistiken würden zum Beispiel für Januar und Februar ein Plus ausweisen. Da manuelle Meldescheine erst zum Jahresende zurückkämen, werde das Meldejahr der FTG erst im März des kommenden Jahres abgeschlossen. "Wenn wir dann bei plus/minus null herauskommen, bin ich zufrieden", sagt Gemeinhardt. Zur Erinnerung: Die FTG-Statistik wies für 2025 ein Plus von 1,9 Prozent bei den Übernachtungen aus. In absoluten Zahlen lagen die Übernachtungen für vergangenes Jahr für Föhr bei 1.631.179. Laut Meldescheinsystem.

Entwicklungen im Detail und Vergleich mit Sylt

Die Zahlen für die einzelnen Orte im Überblick:
Nieblum (Föhr): +9,4 Prozent (insgesamt 38.379 Übernachtungen)
Norddorf auf Amrum: +8,2 Prozent (insgesamt 131.387 Übernachtungen)
Oldsum (Föhr): +7,3 Prozent (insgesamt 7616 Übernachtungen)
Utersum (Föhr): +2,2 Prozent (insgesamt 50.615 Übernachtungen)
Wrixum (Föhr): +2,0 Prozent (insgesamt 5730 Übernachtungen)
Nebel (Amrum): +1,3 Prozent (insgesamt 95.937 Übernachtungen)
Wittdün auf Amrum: +1,2 Prozent (insgesamt 72.608 Übernachtungen)
Wyk auf Föhr, Stadt: -2,9 Prozent (insgesamt 221.722 Übernachtungen)
Oevenum (Föhr): -8,9 Prozent (insgesamt 6445 Übernachtungen)
Alkersum (Föhr): -20,6 Prozent (insgesamt 2966 Übernachtungen)
Midlum (Föhr): -34,1 Prozent (insgesamt 1578 Übernachtungen)
Und wo blieben die Gäste auf beiden Inseln am längsten? Mit 9,3 Tagen ist hier Utersum der Primus, gefolgt von Nebel mit 8,9 Tagen Verweildauer im Durchschnitt. Verweildauer-Schlusslichter bilden Midlum und Oevenum mit jeweils 5,2 Tagen. Vergleicht man nun noch Amrum und Föhr mit der Nachbarinsel Sylt, dann weist Sylt die deutlich höheren Tourismuszahlen aus. Mit knapp 1,6 Millionen Übernachtungen im Zeitraum Januar bis Mai 2026 macht die "Promi-Insel" fast die Hälfte aller Übernachtungen im gesamten Kreis Nordfriesland aus. Allerdings ist die Verweildauer auf Sylt kürzer als auf Amrum oder Föhr. Und mit den zusammen 634.938 Übernachtungen machen Föhr und Amrum immerhin auch fast ein Fünftel aller Übernachtungen in Nordfriesland und 5,5 Prozent aller Übernachtungen von Schleswig-Holstein aus. Somit sind auch diese beiden Inseln ein touristisches Schwergewicht im nördlichsten Bundesland.

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