Gedenkveranstaltung in Nordenham nach Anschlag auf Berliner CSD
Rund 60 Menschen haben in Nordenham bei einer Mahnwache der Opfer des Anschlags auf den Christopher Street Day in Berlin gedacht. Die Teilnehmenden setzten ein deutliches Zeichen für Toleranz, Vielfalt und die Sicherheit queerer Menschen.
Anlass für die Gedenkveranstaltung am Freitagabend war der Anschlag auf den CSD in Berlin am vergangenen Wochenende, bei dem eine Frau getötet sowie zahlreiche Menschen verletzt und traumatisiert wurden. Nachdem bereits am Folgetag in Oldenburg eine Gedenkveranstaltung stattfand, wurde die Mahnwache in Nordenham vom Verein CSD Wesermarsch und dem Aktionsbündnis „Nordenham bleibt bunt“ initiiert, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.
Redner verurteilen Extremismus und fordern Toleranz
Bürgermeister Nils Siemen betonte in seiner Ansprache: „Wir stehen gemeinsam für Vielfalt und Toleranz ein - hier in Nordenham, in Berlin und auf der ganzen Welt.“ Auch von stellvertretender Landrätin Mareike Suhr-Krippner kamen klare Worte. „Ich möchte für uns und unsere Kinder eine bunte und offene Gesellschaft“, sagte sie. Zugleich dankte sie dem Organisationsteam, den Teilnehmenden und der Polizei für ihre Unterstützung.Aus der islamischen Gemeinde in Einswarden zeigte sich Mustafa Sahin ebenfalls tief erschüttert über die Ereignisse in Berlin und verurteilte entschieden Extremismus, Terror und Menschenverachtung. Per Audio wurde zudem ein Redebeitrag von Zeliha Aykanat eingespielt. Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Refugium war gemeinsam mit ihrer Tochter auf dem Berliner CSD gewesen und berichtete von einem Tag voller Herzlichkeit, Vielfalt und Offenheit. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir lassen uns nicht spalten“, hob sie hervor.
Gedenkminute und Flagge auf halbmast
Ähnlich äußerten sich auch die anderen Rednerinnen und Redner. Das waren Karin Schneider und Leon Weiß vom Verein CSD Wesermarsch, Nils Humboldt vom Aktionsbündnis „Nordenham bleibt bunt“ und Maren Dietrich vom Frauennetzwerk Wesermarsch.Bevor es am Freitag gemeinsam durch die Innenstadt zum Mehrgenerationenhaus (MGH) zu weiteren Gesprächen ging, wurde gegenüber dem Rathaus die Regenbogenflagge auf halbmast gehisst und eine gemeinsame Gedenkminute eingelegt. Nach Schätzung der Polizei nahmen rund 60 Menschen an der Gedenkveranstaltung teil.