Meldung ✓

Erfolgreiche Rettung in Rotenburg: Verletzte Igeldame Hellma läuft wieder

Nach einer schweren Verletzung durch eine Schnappfalle mussten einem Igel-Weibchen in Rotenburg drei Zehen amputiert werden. Dank intensiver Pflege steht das Tier nun kurz vor der Auswilderung.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Illustration zu: Erfolgreiche Rettung in Rotenburg: Verletzte Igeldame Hellma läuft wieder
Illustration: KI-generiert
Ein schwer verletztes Igel-Weibchen hat in Rotenburg dank der intensiven Pflege einer Igelretterin überlebt. Nach einer Zehenamputation steht das Tier nun kurz vor der Auswilderung in die freie Natur. Trotz der schweren Verletzung durch eine Schnappfalle kann der Igel wieder beschwerdefrei laufen.
In Rotenburg läuft ein Igel flink, flott und wendig in der eingezäunten Hofeinfahrt von Nicola Schulz. Daneben steht die Igelpflegerin, beobachtet das Stacheltier mit strahlenden Augen und einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen. Dass dieser Igel wieder draußen auf Erkundungstour gehen kann, war lange Zeit nicht klar, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Das Leben des Igel-Weibchens Hellma hing aufgrund einer lebensgefährlichen Verletzung am seidenen Faden. Dass Hellma es geschafft hat, verdankt sie der leidenschaftlichen Igelretterin. „Die vergangenen Wochen waren ein absoluter Krimi und purer Nervenkitzel“, sagt Igelpflegerin Nicola Schulz im Rückblick auf all die Sorgen, die sie sich tage- und nächtelang um Hellma gemacht hat.

Schwere Verletzung durch eine Schnappfalle

Eines Nachts Anfang Juni tauchte Igel-Weibchen Hellma im Futterhaus der Rotenburgerin auf. Schwerverletzt durch eine Schnappfalle, die ihr am linken Vorderfuß klemmte. Die Aufnahme der Kamera, die im Futterhaus angebracht ist, sah Nicola Schulz jedoch erst am nächsten Tag, sodass sie den leidenden Igel nicht sichern und versorgen konnte. Eine Woche lang malte sich Nicola Schulz Horrorszenarien über Schmerzen und Qualen des Tieres aus. Nächtelang suchte sie Hellma in den Gärten der Nachbarschaft, bis das Igel-Weibchen endlich nach einer Woche von allein den Weg zurück ins Futterhaus der Igelpflegerin fand.
Doch die Erleichterung über den Fund währte nur kurz, denn der eingeklemmte linke Vorderfuß des Igels war, wie von Nicola Schulz vermutet, schwer verletzt. Es drohte die Einschläferung. Doch Nicola Schulz gab Hellma noch nicht auf. Sie war sich zwar ziemlich sicher, dass die drei äußeren Zehen der Igel-Frau irreparabel sind und eine Amputation unausweichlich ist. Gleichzeitig hoffte sie aber, dass sich der Rest des Vorderlaufs erholen und verheilen würde und somit erhalten bleiben könnte, denn nur das würde Hellmas Leben retten.

Wochenlange Pflege und Amputation

So hieß es wochenlange Igel-Krankenpflege. Hellmas Vorderlauf wurde täglich in antiseptischer Lösung gebadet und mit Jod eingecremt. „Mit der Zeit konnte ich sehen, wo gesundes und wo abgestorbenes Gewebe an Hellmas Fuß ist“, sagt Nicola Schulz. „So hat sich meine Hoffnung dann bestätigt. Die Tierärztin und ich haben uns dann für die Amputation der drei äußeren Zehen entschieden“, so die Igelpflegerin weiter.
Die Operation hat der Igel gut überstanden. Doch Entwarnung gab es immer noch nicht. „Ich war immer noch skeptisch, ob es wirklich klappt“, sagt Nicola Schulz. Nicht nur, dass die Wunde gut verheilen muss. Ferner war genauso wichtig, dass Hellma später auf dem lädierten Fuß auch laufen und auftreten kann. „Zuerst hat die Wunde genässt und geeitert. Darum habe ich in Absprache mit der Tierärztin Hellmas Fuß weiter in Iodlösung gebadet und zusätzlich das Antibiotikum umgestellt“, so die Rotenburgerin. Dann war endlich eine Verbesserung erkennbar.

Erfolgreiches Lauftraining vor der Auswilderung

Als sie zwei Wochen nach der Operation die Fäden gezogen hatte, war Nicola Schulz endgültig überzeugt, dass es eine Zukunft für Hellma geben wird. „Mittlerweile ist die Wunde wirklich gut verheilt. Nichts ist auffällig, und der Fuß ist sogar schon wieder befellt und hat eine Hornschicht“, freut sich die Igelpflegerin. Und das Wichtigste: Hellma kann trotz fehlender Zehen ohne Probleme auftreten und laufen. Das zeigt sie im regelmäßigen Lauftraining, das Nicola Schulz nun schon ein paar Mal mit dem Stacheltier-Weibchen gemacht hat. „Ich lasse sie abends für circa eine Viertelstunde draußen laufen, um zu sehen, wie sie klarkommt. Als ich sie das erste Mal rausgesetzt habe, hat sie sofort Gas gegeben und sich in die Büsche verkrochen. So schnell konnte ich gar nicht sehen, wie sie sich bewegt“, erzählt Nicola Schulz. „Ich hatte sie aber gefilmt und in der Zeitlupe sah ich, dass sie super läuft“, erzählt die Igelpflegerin erleichtert weiter.
Igel-Frau Hellma dreht zwar neugierig auf dem Hof ihre Runden, aber wieder im Haus benimmt sie sich trotzdem als vorbildliche Patientin. „Draußen merkt man, dass sie auf jeden Fall einen Freiheitsdrang hat und man merkt, dass sie raus will, aber in ihrer Box verhält sie sich trotzdem ruhig und freut sich über das servierte Futter“, sagt Nicola Schulz, die sich bereits Gedanken über die anstehende Auswilderung macht. In ein paar Tagen, wenn es nicht regnet, soll es so weit sein. Dann darf Hellma endlich wieder zurück in die freie Natur.

← alle Meldungen aus Norden

Weitere Meldungen aus Norden

Norden ✓

Tödliche Schüsse auf St. Pauli: Ermittler vermuten mehr Beteiligte

Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.

05.09., 04:12 Uhr