Ehrenamtliches Engagement: Wie Christiane Schwerdhöfer seit 2014 Geflüchteten hilft
Seit zehn Jahren engagiert sich Christiane Schwerdhöfer aus Rabel für Geflüchtete. Trotz eines spürbaren gesellschaftlichen Stimmungswandels setzt sie ihre Arbeit fort und plädiert für mehr Offenheit.
Für Christiane Schwerdhöfer ist es gar keine Frage: „Geflüchteten muss man helfen“, sagt sie aus vollem Herzen. Seit 2014 ist die Rabelerin ehrenamtlich als Flüchtlingshelferin unterwegs. Wer sie fragt, warum sie sich engagiert, erhält keine lange Erklärung. Stattdessen erzählt sie von ihrer Kindheit. Sie sei in einem sehr offenen Haus groß geworden, berichtet die shz. Bereits ihr Vater habe sich im Weltbund für Entwicklungsländer engagiert. „Wir hatten sehr oft Besuch von Menschen aus allen Herren Ländern“, erzählt sie, wie etwa aus Kenia oder Indien. Sie selbst sei als Kind immer mittendrin gewesen, ohne Vorurteile und Berührungsängste. Ein Foto zeigt sie lachend auf dem Arm eines ihr heute unbekannten Mannes.
Ein unvoreingenommenes Moin als Anfang
Diese Prägung bestimmt ihr Handeln bis heute. „Manchmal beginnt alles mit einem unvoreingenommenen ‚Hallo‘ oder ‚Moin‘“, meint sie. Im Jahr 2014 nahm sie vier Geflüchtete bei sich auf, von denen zwei noch minderjährig waren. „Zwei von ihnen waren noch minderjährig, quasi Kinder“, sagt sie. Für die Jugendlichen wurde sie zu einer verlässlichen Ansprechpartnerin und einer Art Ersatzmutter. Auch heute, da ihre Zöglinge erwachsen sind und als Optiker oder Busfahrer arbeiten, besteht regelmäßiger Kontakt. „Es ist wie mit erwachsenen Kindern, sie kommen immer mal vorbei“, sagt sie und lacht.
Verändertes Engagement und Unterstützung
Ihr Engagement hat sich seit 2014 etwas verändert. „Wir bieten nach wie vor einmal die Woche eine Beratung für Geflüchtete an“, erzählt sie. Zudem beteiligt sie sich an der Organisation der interkulturellen Woche in Kappeln.
Um solche Integrationsprojekte zu unterstützen, hilft das Team Koordination Integration des Kreises Schleswig-Flensburg Vereinen, Initiativen und engagierten Einzelpersonen. Das Antragsverfahren ist einfach gehalten und wird durch einen Leitfaden begleitet, um Projektideen schnell und ohne großen bürokratischen Aufwand auf den Weg zu bringen. Wer sich engagieren möchte oder eine Idee hat, kann sich beim Team Koordination Integration informieren. Alle Informationen und der Leitfaden zur Antragstellung sind unter https://www.schleswig-flensburg.de/Navigation/Migration/Weitere-Beratungsangebote/ zu finden.
Sorge über gesellschaftlichen Stimmungswandel
Auf die Frage, was sich seit 2014 verändert hat, reagiert Christiane Schwerdhöfer nachdenklich. „Früher hieß es: ‚Wir schaffen das‘, heute eher: ‚Wir schicken sie alle zurück‘“, sagt sie. Die gesellschaftliche Stimmung habe sich um 180 Grad gedreht. „Und das ist wirklich schade, denn wenn man den Menschen, die hierher kommen, einfach mal zuhört, wird schnell klar, dass natürlich nicht alle kriminell sind“, sagt sie.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre macht sie traurig. „Ich finde, jeder sollte sich ein offenes Herz bewahren und einfach mal etwas tun, wenn jemand Hilfe braucht.“ Oft reiche eine kleine Geste wie ein Gespräch, eine Einladung oder die Bereitschaft zuzuhören. Sie verspricht: „Man bekommt so viel zurück. Es ist unglaublich erfüllend.“