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Neuer Cuxland-Krimi „Wattwolf“ greift emotionale Wolfsdebatte auf

Die Autorin Ida Paulsen verarbeitet in ihrem neuen Kriminalroman die hitzigen Diskussionen rund um den Wolf im Norden. Das Buch basiert auf realen Schauplätzen und intensiver Recherche.

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Lieber 'n Wattwolf im Buch als 'n nassen Hund im Wohnzimmer. — Rocky, Chefkolumnist
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Ein neuer Kriminalroman aus dem Cuxland greift die hochkochende Debatte um den Wolf in der Region auf. Das Buch „Wattwolf“ thematisiert den Fund einer Leiche in den Cuxhavener Küstenheiden und die darauffolgende Eskalation zwischen Gegnern und Befürwortern des Raubtiers. Der Roman erscheint im August 2026 im lokalen Buchhandel und wird im Rahmen mehrerer Lesungen vorgestellt.
Ausgangspunkt für das Werk war eine Diskussion in den sozialen Medien, berichtet die Nordsee-Zeitung. Als Autorin Ida Paulsen die Kommentare zu einem Artikel über den Wolf liest, erschrickt sie über die Intensität der Wortgefechte zwischen den Befürwortern und Gegnern des Raubtieres. „Wie die Leute da miteinander sprechen, das ist heftig“, denkt sie. „Ich fand das richtig krass und beängstigend, was Meinung und Gefühle mit Menschen machen.“ Andererseits ist da die Hundeliebhaberin: „Das sind schon faszinierende Tiere, die ihren Nutzen haben für die Natur, aber auch eine Gefahr darstellen. Ich habe sehr viel Respekt, gerade wenn ich mit meinen Hunden in der Natur spazieren gehe.“ Aus dieser Faszination und Vorsicht sei auch ihr Wunsch entstanden, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Reale Schauplätze und intensive Recherche

Ausgangspunkt der Handlung von „Wattwolf“ ist der Fund einer Leiche in den Cuxhavener Küstenheiden, die offenbar von Wölfen zerfetzt wurde. Allein die Vorstellung eines solchen Falls in der Realität würde, so Paulsen, einen massiven Aufschrei auslösen – und genau diese Dynamik greift der Krimi auf: Wolfsgegner und Wolfsbefürworter prallen aufeinander, die Debatte eskaliert. Im Kern steht dabei die Frage, ob tatsächlich ein Wolf die Frau getötet hat.Beim Schreiben interessierte Paulsen weniger eine eindeutige Position als die Wucht der Gefühle, die das Thema auslöst. Die verschiedenen Sichtweisen und die Konflikte, die daraus entstehen, nennt Paulsen ein zentrales Element des Romans. Die Autorin orientiert sich an realen Ereignissen und Beobachtungen, darunter Vorfälle aus dem norddeutschen Raum, aber auch Meldungen aus dem Ausland. Sie nutzt das offizielle Wolfsmonitoring des Landes Niedersachsen und spricht mit Wolfsbeobachtern. Auch Videos und Berichte aus sozialen Netzwerken – etwa Aufnahmen eines Wolfs in der Nähe eines Kinderspielplatzes in Dorum – seien in ihre Krimihandlung eingeflossen. Zudem standen Informationsveranstaltungen zum Umgang mit dem Wolf, etwa für Hundehalter, auf Paulsens Agenda.Um Details möglichst realistisch zu beschreiben, habe sie sich Material zuschicken lassen, orientierte sich beispielsweise an dokumentierten Rissen von Damwild und versuchte, die Spuren eines Angriffs nachvollziehbar darzustellen. Immer wieder fügt sie erklärende Passagen zum Verhalten von Wölfen ein. „Ich war unsicher, ob das nicht vielleicht zu viel sein könnte“, sagt sie. Rückmeldungen von Testlesern hätten sie jedoch darin bestärkt, ein gutes Maß gefunden zu haben. Paulsen glaubt, dass das Buch bei Lesungen Diskussionen auslösen kann. Wolfsfreunde könnten sich an bestimmten Passagen stoßen, Wolfsgegner wiederum daran, dass der Roman ihre Haltung nicht vollständig bestätigt. „Ich habe bewusst versucht, beiden Seiten Raum zu geben, und ich denke, dass das auch gerechtfertigt ist.“

Von der Wirtschaftsexpertin zur Vollzeitautorin

Angelegt hat Paulsen ihren Kriminalroman in drei Ebenen: Es gibt reale Orte, die namentlich genannt werden; Orte, die zwar existieren, aber nicht benannt sind; und eine vollständig fiktionale Ebene, die vor allem die Figuren betrifft. Restaurants, die im Buch auftauchen, seien mit den Betreibern abgesprochen. Auch die Rolle von Wolfsberatern kommt vor, allerdings mit erfundenen Personen. Auch wenn sie sich journalistischer Recherchemethoden bedient, hat die Autorin eigentlich einen anderen beruflichen Hintergrund. Ida Paulsen ist das Pseudonym einer promovierten Wirtschaftsexpertin, die aus dem Norden Bremens stammt. Seit 2016 lebt sie mit ihrem Mann in Midlum.Nach einem Burn-out 2019 entschied sie vor sechs Jahren, das Schreiben zum Beruf zu machen, und arbeitet seit 2020 als selbstständige Vollzeitautorin. Sie veröffentlicht im Selbstverlag auch unter weiteren Pseudonymen, darunter Tomke Jantzen, unter dem sie Gay Romance schreibt. Nach eigenen Angaben hat sie seit 2016 insgesamt 43 Bücher im Unterhaltungsbereich geschrieben. Ihr erster Kriminalroman ist „Sturmstille: Ein Fall für Swantje Petersen“. Ein Ende der Ermittlungen von Swantje Petersen ist übrigens nicht in Sicht: Ein dritter Krimi sei gedanklich schon in Arbeit, ein grober Plot stehe, und auch ein erster Cover-Entwurf existiere bereits. Zum Inhalt verrät sie nur so viel: Die neue Geschichte werde ebenfalls emotional – dann besonders für Swantje Petersen selbst.Das Buch „Wattwolf - Der zweite Fall für Swantje Petersen“ von Ida Paulsen umfasst 436 Seiten, hat die ISBN 978-3-9828789-1-1 und kostet 15 Euro. Das E-Book ist bei Amazon bereits erhältlich und ab circa 6. August 2026 im lokalen Buchhandel oder unter idapaulsen.de bestellbar. Zum „Norddeutschen Krimiabend“ mit der Buchpremiere lädt die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH am Donnerstag, 6. August, um 19 Uhr in den Saal Windjammer, Cuxhavener Straße 92 in Cuxhaven ein. Der Eintritt ist frei. Die Kurverwaltung Wurster Nordseeküste präsentiert die Autorin mit ihrem neuen Krimi zudem am Donnerstag, 13. August, um 19.30 Uhr am Strand von Dorum-Neufeld. Der Eintritt zum Strandgelände ist ab 19.15 Uhr kostenfrei, was auch für die Lesung gilt. Bei Regenwetter findet diese im Kinderspielhaus auf der Watt‘n Bad-Wurt statt.

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