Entspannung bei der Waldbrandgefahr in Niedersachsen
Nach dem Abklingen der jüngsten Hitzewelle sinkt das Waldbrandrisiko in Niedersachsen vorübergehend. Experten warnen jedoch vor einem erneuten Anstieg der Gefahr in der kommenden Woche.
Die Waldbrandgefahr in Niedersachsen hat sich nach dem Abklingen der jüngsten Hitzewelle vorübergehend entspannt. Laut dem Deutschen Wetterdienst gilt aktuell an den meisten Messstationen eine geringe Gefahr, während nur noch wenige eine mittlere Gefährdung aufweisen. Experten rechnen jedoch bereits für den Beginn der kommenden Woche mit einem erneuten Anstieg des Risikos auf die zweithöchste Stufe.
Laut dem Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gilt heute in den meisten Orten in Niedersachsen eine geringe Waldbrandgefahr, wie die Tagesschau berichtet. Lediglich für zehn der landesweit 48 Messstationen ist eine mittlere Gefahrenstufe ausgewiesen. Am Donnerstag gab es in Lüchow und Soltau eine sehr hohe Gefahr für Waldbrände. An 26 Messstellen galt zudem die zweithöchste Gefahrenstufe. An diesen Stationen gilt heute eine mittlere Waldbrandgefahr: Mittelnkirchen-Hohenfelde, Bassum, Diepholz, Alfhausen, Belm, Braunschweig, Alfeld, Bevern (Kreis Holzminden), Herzberg und Göttingen.
Erhöhte Entzündungsgefahr durch Hitzewellen
Die Lüneburger Heide gilt dabei durch Sandböden und Nadelwälder als Hochrisikogebiet, wie Knut Sierk, Leiter der Waldbrandzentrale in Lüneburg, dem NDR Niedersachsen sagte. Die zeitnahe Auswirkung der Hitze auf die Waldbrandgefahr liegt laut früheren Angaben der Forstwissenschaftlerin Tanja Sanders vom Thünen-Institut mit Sitz in Braunschweig an der Trockenheit der Wälder. Die Lage sei von Mai bis Juli besonders angespannt. "Jede weitere Hitzewelle in dieser Phase erhöht entsprechend kurzfristig die Entzündungsgefahr", sagte Sanders. Die grundsätzliche Gefährdung durch mehr heiße und trockene Tage aufgrund des Klimawandels habe sich in den vergangenen Jahren verschärft.
Menschliches Verhalten als Hauptursache
Die Ursache für Waldbrände sind allerdings häufig Menschen, wie die Expertin erklärte. Viel Fahrlässigkeit, in einigen Fällen Vorsatz - und eigentlich müsste noch "Dummheit" als Kategorie hinzugefügt werden, sagte Sanders: "Grillen am See bei trockenen 40 Grad Celsius im Kiefernforst ist keine Fahrlässigkeit mehr und aus gutem Grund verboten." Auch Nationalpark-Leiter Pietsch ärgert sich über entsprechende Verhaltensweisen bei erhöhter Waldbrandgefahr. "Ich finde es absolut rücksichtslos, wenn Leute dann im Nationalpark oder überhaupt in Tourismusgebieten Feuer machen", sagte er. Im Nationalpark Harz sei es in dieser Saison erst zu einem Brand Mitte Juli gekommen. Dieser sei mutmaßlich durch ein nicht gelöschtes, illegales Lagerfeuer entstanden, so Pietsch.
Prävention und automatische Überwachung
Das Ministerium für Landwirtschaft hat am Donnerstag noch einmal auf verschiedene Maßnahmen zur Prävention von Waldbränden hingewiesen. Es verweist auf Millionen-Investitionen in den Waldumbau, eine Überarbeitung der Waldbrandschutzpläne für Landkreise und eine im Jahr 2022 gestartete Aufklärungskampagne, bei der etwa Schilder Hinweise für richtiges Verhalten im Wald geben. Außerdem sei in das automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem (AWFS) investiert worden. So gebe es zwei neue Standorte in Alt Garge im Landkreis Lüneburg und Rosengarten (Landkreis Harburg). In Niedersachsen umfasst das System laut Ministerium derzeit rund 20 Kamera- beziehungsweise Sensoreinheiten an nun 18 Standorten. Überwacht werden insbesondere Gebiete im nordöstlichen Niedersachsen (insgesamt 440.000 Hektar Fläche). Seit der Einführung des Systems hätten mehrere Tausend Brandereignisse frühzeitig erkannt und gemeldet werden können.
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