Wirtschaft in Bremerhaven: Erwartungen verbessern sich leicht
Laut der aktuellen Sommerumfrage der Handelskammer blicken die Unternehmen in Bremerhaven und Bremen etwas optimistischer in die Zukunft. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Lage in vielen Branchen angespannt.
Büschn mehr Optimismus schadet nie, aber der Wind bleibt steif an der Küste.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die Unternehmen im Land Bremen und in Bremerhaven blicken wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft, auch wenn die aktuelle Geschäftslage weiterhin leicht negativ bewertet wird. Vor allem das produzierende Gewerbe und die Industrie sorgen für einen vorsichtigen Auftrieb, während der Handel und die Gastronomie weiterhin stark unter Druck stehen. Das geht aus der aktuellen Sommerumfrage der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven hervor, an der sich 369 Betriebe beteiligten. In Bremerhaven zeigt sich das produzierende Gewerbe zufriedener als noch im Frühjahr und beurteilt seine laufenden Geschäfte leicht positiv, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Im Land Bremen trägt vor allem die Industrie zur Aufhellung bei, da sie von höheren öffentlichen Ausgaben für Sicherheit und Verteidigung profitiert und sich die Exporterwartungen verbessert haben. Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Matthias Fonger sieht darin jedoch keine Entwarnung: „Die leichte Erholung ist ein gutes Zeichen, bedeutet aber noch keinen nachhaltigen Aufschwung.“ Gerade die Industriezweige ohne öffentliche Aufträge hätten im internationalen Wettbewerb einen schweren Stand, und der wieder aufflammende Krieg im Iran könne Energie- und Rohstoffpreise erhöhen sowie die Exportaussichten rasch wieder eintrüben.
Herausforderungen für Handel und Gastronomie
Der Handel in Bremerhaven bewertet Lage und Aussichten zwar besser als zuletzt, verbleibt jedoch im negativen Bereich. Im Land Bremen hat sich die Stimmung im Einzelhandel erneut verschlechtert, wobei rund die Hälfte der befragten Betriebe die aktuelle Lage als schlecht und nur etwa vier Prozent als gut bezeichnete. Auch der Groß- und Außenhandel meldet rückläufige Umsätze im Inlands- und Auslandsgeschäft. In der Hotellerie und Gastronomie trübt sich das Geschäftsklima ebenfalls weiter ein; beide Bereiche berichten im zweiten Quartal von Umsatzrückgängen, wodurch der Branchenindikator um 26 auf 40 Punkte sank. Besser als im Frühjahr bewerten die Bauwirtschaft sowie Verkehrs- und Logistikdienstleistungen ihre Lage, wenngleich sie insgesamt negativ bleiben. Für die Logistik brachte der stabilere Ölpreis zuletzt immerhin etwas Entspannung.
Forderung nach Bürokratieabbau
Als größte Risiken nennen die Unternehmen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Arbeitskosten, die Inlandsnachfrage sowie Energie- und Rohstoffpreise. 60 Prozent der Befragten zählen die Arbeitskosten zu ihren größten Geschäftsrisiken. Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Matthias Fonger fordert deshalb, positive Schritte zum Bürokratieabbau aus Berlin zeitnah umzusetzen. Trotz des leichten Auftriebs bleibt die Lage für viele Bremerhavener Betriebe angespannt.
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