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Tourismus-Studie: Landkreis Rotenburg punktet mit Natur und Aktivangeboten

Eine aktuelle dwif-Studie bescheinigt dem Landkreis Rotenburg ein stabiles Tourismusgeschäft mit einem Bruttoumsatz von 289 Millionen Euro. Besonders die Wander- und Radangebote erweisen sich als wichtige Umsatzbringer für die Region.

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Wandern statt Trubel. Recht haben sie, in der Ruhe liegt die Kraft. — Rocky, Chefkolumnist
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Eine aktuelle Studie des dwif bescheinigt dem Tourismus im Landkreis Rotenburg eine stabile wirtschaftliche Bedeutung mit einem jährlichen Bruttoumsatz von 289 Millionen Euro. Vor allem die Natur- und Aktivangebote wie die 24 „Nordpfade“ erweisen sich dabei als wichtige Umsatzbringer. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden kürzlich im Kreishaus vor rund 60 Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft vorgestellt.
Landrat Marco Prietz, zugleich Vorsitzender des Touristikverbandes, eröffnete die Veranstaltung und betonte die Relevanz aktueller Daten für strategische Entscheidungen. „Der Landkreis Rotenburg ist keine klassische Urlaubsregion mit großen Freizeitparks oder Hotspots. Seine Stärken sind Natur, Ruhe und authentische Aktivangebote. Und genau darin liegt ein enormes Potenzial für hochwertige Wertschöpfung in den nächsten Jahren“, so Prietz. Finanziert wurde die Studie vom Touristikverband Landkreis Rotenburg und unterstützt von den Sparkassen Rotenburg Osterholz sowie Scheeßel, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.
Geschäftsführer Udo Fischer erläuterte die Notwendigkeit einer neuen Untersuchung. Die letzte Studie liege über zehn Jahre zurück, und seitdem habe sich die Region unter anderem mit den Nordpfaden und neuen digitalen Strukturen sowie dem aktuellen Großprojekt „Nordrouten FahrRad“ erheblich weiterentwickelt. Nur eine aktuelle Datenbasis ermögliche es, den Status quo realistisch einzuschätzen und gezielt Maßnahmen abzuleiten.

Stabiler Wirtschaftsfaktor ohne Leuchttürme

Geschäftsführer der dwif-Consulting GmbH Karsten Heinsohn stellte die zentralen Ergebnisse vor. Der Tourismus im Landkreis generiert jährlich 7,976 Millionen Aufenthaltstage, davon 5,5 Millionen Tagesreisen. Insgesamt entstehen 289 Millionen Euro Bruttoumsatz und 138,5 Millionen Euro Wertschöpfung. Rund 4.034 Erwerbstätige profitieren direkt, 26,8 Millionen Euro fließen an die öffentliche Hand. Die Wertschöpfung verteilt sich breit über zahlreiche Branchen, auch ohne große „Leuchttürme“. Der Anteil von 2,4 Prozent am Primäreinkommen zeigt einen stabilen, ergänzenden Wirtschaftsfaktor innerhalb einer insgesamt robusten und diversifizierten Wirtschaftsstruktur. 69 Prozent aller Aufenthaltstage entfallen auf Tagesreisen. Tagesgäste geben im Schnitt 25,50 Euro aus, Übernachtungsgäste 135,10 Euro.

Wandern und Radfahren als Umsatztreiber

Über 80 Betriebe beteiligten sich an der Befragung zu Wander- und Radreisen. 65,8 Prozent der Gäste fahren täglich Rad, 58,2 Prozent wandern. Wandern erzeugt 545.000 Aufenthaltstage und 14,9 Millionen Euro Umsatz, Radfahren 536.000 Aufenthaltstage und 18,3 Millionen Euro. Die „Nordpfade“ haben sich etabliert, und die geplanten „Nordrouten“ sollen die Position als Aktivregion weiter stärken.

Potenziale bei Buchbarkeit und Qualität

Trotz geringer Auslastung der Betriebe von 25,5 Prozent und fehlender touristischer „Leuchttürme“ von nationaler Bedeutung überzeugt der Landkreis Rotenburg durch stabile Nachfrage, hohe Aktivitätsraten und eine gute Lage zwischen Hamburg und Bremen. Für die Zukunft sieht die Studie Potenziale in der Qualität und Buchbarkeit von Angeboten, touristischer Infrastruktur und verlässlichen Öffnungszeiten.
Heinsohn betonte während der Ergebnispräsentation die zunehmende Kurzfristigkeit von Gästebuchungen und die Notwendigkeit flexibler Angebotsgestaltung: „Tourismus ist ein Wertschöpfungsmotor für den Landkreis Rotenburg. Die Zahlen belegen, dass das Engagement aller Partner Wirkung zeigt. Gerade bei den Trendthemen im Aktivtourismus – Wandern und künftig auch Radfahren – hat sich der Landkreis eine starke Position erarbeitet, deren Potenziale es weiter zu erschließen gilt“, so Heinsohn weiter.
Mehr buchbare Angebote, stärkere Einbindung regionaler Produkte und das Ziel, Tagesgäste stärker zu mehrtägigen Aufenthalten zu entwickeln, gehören zu den Kernempfehlungen. Fischer ergänzt: „Wir haben eine gute Basis und wissen jetzt genauer, wo wir stehen. Entscheidend wird sein, Qualität zu erhöhen, Angebote sichtbar und buchbar zu machen und Wertschöpfung stärker in die Region zu holen.“

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