Sturmböen und Gewitter im Norden: Orkanstärke in Faßberg gemessen
Nach schweren Sturmböen im Norden zieht das Unwetter langsam ab, doch die Warnungen bleiben teils bestehen. In Niedersachsen wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 148 Kilometern pro Stunde gemessen.
Nach schweren Unwettern im Norden Deutschlands mit Orkanböen von bis zu 148 Kilometern pro Stunde im niedersächsischen Faßberg zieht das Gröbste allmählich ab. Dennoch gelten in Teilen Norddeutschlands weiterhin amtliche Warnungen vor starken Gewittern und schweren Sturmböen. Größere Schäden oder Verletzte wurden nach ersten Erkenntnissen der Behörden bislang nicht gemeldet. Bis in die Nacht hinein sind laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in und östlich von Hamburg, im südöstlichen Schleswig-Holstein sowie in Mecklenburg-Vorpommern noch starke Gewitter und schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde möglich, wie die Tagesschau berichtet. Zuvor galten für Hamburg und Teile Niedersachsens, Schleswig-Holsteins sowie Mecklenburg-Vorpommerns amtliche Warnungen, während die Warnungen vor Orkanböen inzwischen aufgehoben wurden.
Orkanböen in Faßberg und Einschränkungen bei Veranstaltungen
Im niedersächsischen Faßberg im Landkreis Celle erfassten die Messgeräte zeitweise Windgeschwindigkeiten von 148 Kilometern pro Stunde. Ab einer Geschwindigkeit von 118 Kilometern pro Stunde wird von Orkanstärke gesprochen. Laut ARD-Wetterexperte Karsten Schwanke kommt das im norddeutschen Flachland erfahrungsgemäß nur einmal im Jahrzehnt vor. Nach ersten Erkenntnissen entstanden in Faßberg jedoch keine schweren Schäden. Die Polizei Bergen hatte bis zum frühen Abend von einem umgestürzten Baum erfahren. Insgesamt zählte das Lagezentrum der Polizeidirektion Lüneburg bis zum Abend etwa 15 bis 20 umgestürzte Bäume im Landkreis Celle. Verletzt wurde offenbar niemand. In Stadt und Region Hannover sowie im Bereich Göttingen verzeichneten Polizei und Feuerwehr ebenfalls umgestürzte Bäume, wobei es auch dort keine Verletzten gab.
Wegen der Warnung begann das Maschseefest in Hannover später als üblich. Die Landesgartenschau (LaGa) in Bad Nenndorf im Landkreis Schaumburg hatte wegen des erwarteten Unwetters bereits um 15 Uhr geschlossen, wie die Veranstalter auf Instagram mitteilten.
Verhaltenstipps bei extremem Wetter
Um sich gegen Unwetter zu wappnen, rät ARD-Wetterexperte Tim Staeger, alle Gegenstände hereinzuholen, die umherfliegen könnten. Was draußen bleiben muss, sollte möglichst festgebunden werden. Auch sei ratsam, Wetterprognosen und auch den Himmel im Blick zu behalten. Sollte jemand doch bei einem Spaziergang in der Natur von Gewitter überrascht werden, rät Staeger zu Vorsicht: "Auf keinen Fall unter Bäume flüchten, sondern auf freiem Feld in die Hocke gehen", sagt Staeger. Auch im Auto sei man dank des faradayschen Käfigs sicher, aber Staeger warnt: "keine Metallteile berühren". Informationen und Ansprechpartner rund um extremes Wetter und Notlagen hat das Land Niedersachsen auf einer Website, dem "Notfall-Monitor", gebündelt.
Aussichten für Freitag
Noch bis in den Freitagabend hinein sollen Gewitter in Niedersachsen möglich sein. Nach einer kurzen Pause in der Nacht steigt die Unwettergefahr im Verlauf des Tages den Prognosen zufolge deutlich, wobei erneut Hagel, Sturmböen und Starkregen möglich sind. Im Gegensatz zu heute soll es aber weniger Wind und weniger Hitze geben. So werden etwa im Raum Göttingen am Freitag voraussichtlich maximal 30 Grad erreicht. Die Unwettergefahr halte teils bis in die Nacht zu Samstag an, so der DWD. Von einer Hitzewelle wird gesprochen, wenn an drei Tagen in Folge an einer Wetterstation die Höchsttemperatur 30 Grad übersteigt. "Das ist zwar kein naturwissenschaftlich fest umrissener Begriff", aber darauf habe man sich geeinigt, sagt Tim Staeger vom ARD-Wetterkompetenzzentrum.
In Neustadt in Holstein wurde die erste Meerwasser-Wärmepumpe Deutschlands offiziell vorgestellt. Das System nutzt die Wärme der Ostsee zur Versorgung von mehr als 200 Haushalten.
Das Deutsche Rote Kreuz hat seinen neuen Verwaltungssitz in der Bremer Überseestadt bezogen. Bislang verstreute Standorte werden nun an einem Ort zusammengeführt.
Nach Kürzungen bei den Schulbegleitungen lockern einige Hamburger Sonderschulen die Kontrolle der Schulpflicht. Die Schulbehörde mahnt die Einhaltung an, während Opposition und Eltern scharfe Kritik üben.
Wegen eines kapitalen Motorschadens startet die neue Elbfähre erst im kommenden Jahr. Der Fährbetrieb mit dem bisherigen Schiff bleibt bestehen, ist derzeit aber wegen Niedrigwassers eingeschränkt.
Nach dem Großbrand auf einem Schrottplatz in Leer hat die Feuerwehr ihren Einsatz nach dem Löschen der letzten Glutnester beendet. Zeitweise waren rund 250 Einsatzkräfte vor Ort.
Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.