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Steigende Temperaturen belasten Milchkühe in Schleswig-Holstein

Bereits ab einer Temperatur von 17 Grad leiden Kühe unter Hitzestress, was zu Krankheiten und geringerer Milchabgabe führt. Landwirte reagieren darauf vermehrt mit dem Einbau von Kühlsystemen wie Ventilatoren und Duschen.

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17 Grad und Hitzestress? Bei dem Wetter ziehe ich gerade mal die Wolljacke aus. — Rocky, Chefkolumnist
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Für Milchkühe in Schleswig-Holstein beginnt Hitzestress bereits ab einer Temperatur von 17 Grad, da die Tiere kaum schwitzen können. Um dem entgegenzuwirken und wirtschaftliche Einbußen zu verhindern, setzen Landwirte vermehrt auf technische Kühlsysteme wie Stallventilatoren. Dies geht mit einer deutlich steigenden Nachfrage nach entsprechenden Lüftungsanlagen einher.
Landwirt Knud Grell aus Duvensee (Kreis Herzogtum Lauenburg) merkt sofort, wenn es seinen rund 600 Milchkühen zu warm wird. Die typischen Anzeichen für eine überhitzte Kuh sind, dass sie sich nicht mehr hinlegt und häufiger trinkt; bei sehr hohen Temperaturen fangen die Tiere zudem an zu hecheln. Dass den Kühen zu warm ist, bestätigen auch Sensoren in den Mägen der Tiere, die wichtige Körperfunktionen messen. Bei der letzten Hitzewelle im Juni zeigten sich deutliche Ausschläge bei den Vitalwerten, zudem gaben die Kühe weniger Milch, wie die Tagesschau berichtet.

Wirtschaftliche Folgen für die Betriebe

Die geringere Milchabgabe hat für die Landwirte direkte wirtschaftliche Folgen. "Allein durch den Milchverlust hatte ich mir ausgerechnet, dass ich am Tag mindestens 250 Euro verliere", erzählt Landwirt Grell. Zwar sinken auch die Kosten für das Futter, da die Kühe in diesem Zeitraum weniger fressen, dennoch ist der wirtschaftliche Schaden durch die ausbleibende Milch und potenziell kranke Tiere höher, meint Landwirt Grell.Kühe können wenig bis gar nicht schwitzen, während das Wiederkäuen und die Milchproduktion für zusätzliche Wärmeproduktion im Körper sorgen. Zudem haben Kühe ein anderes Hitzeempfinden als Menschen, bei dem neben der reinen Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit eine Rolle spielt. "Ab 17 Grad wird denen schon zu warm ", erklärt Rindertierärztin Friederike Voß aus Niesgrau (Kreis Schleswig-Flensburg). Die Folgen sind eine geringere Futteraufnahme und eine sinkende Milchleistung. Zudem sind die Kühe anfälliger für Krankheiten, wie etwa an den Klauen durch das lange Stehen, und das Risiko für Unfruchtbarkeit steigt, ergänzt Landwirt Grell.

Steigende Nachfrage nach Kühlsystemen

Gegen die Hitze helfen spezielle Ventilatoren, Sprühnebel und Kuhduschen. Die Ventilatoren verwirbeln die Luft nicht nur, sondern drücken die kühle Luft direkt auf die Tiere, was für eine bessere Kühlung sorgt. Elektrotechniker Ole Hack aus Witzhave (Kreis Storman) baut solche Lüftungsanlagen bundesweit ein. Die Nachfrage steigt rasant. "Das ist ähnlich wie im Baumarkt – bei 30 Grad sind alle Klimaanlagen ausverkauft", sagt Hack. Vor vier Jahren hatte sein Unternehmen noch 20 Lüfter im Jahr verbaut, mittlerweile sind es fast 80. Auch Landwirt Grell will weiter investieren, damit seine Kühe künftig selbst zwischen Ventilator und Dusche wählen können.

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05.09., 04:12 Uhr