Spektakulärer Brückentransport in Hamburg: Neue Sternbrücke wird auf Spezialfahrzeugen bewegt
In Hamburg steht der spektakuläre Transport der neuen, fast 4.000 Tonnen schweren Sternbrücke bevor. Spezialfahrzeuge bewegen das riesige Bauwerk durch einen engen Korridor an seinen Bestimmungsort.
1.088 Räder und nur ein Fahrer. Hoffentlich hat der den Reifendruck vorher geprüft.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
In Hamburg steht der spektakuläre Einbau der neuen Sternbrücke bevor, bei dem die knapp 4.000 Tonnen schwere Stahlkonstruktion rund 500 Meter weit transportiert werden soll. Das 108 Meter lange Bauwerk wird auf hydraulischen Spezialfahrzeugen durch einen engen Korridor zur Kreuzung Stresemannstraße bewegt. Der Transport erfordert präzise Logistik und umfangreiche Vorbereitungen im Stadtgebiet. Die Stahlbrücke wurde in der Nähe des Schulterblatts zusammengeschweißt. Am Mittwoch wird sie seitlich auf die Max-Brauer-Allee versetzt, wie die Tagesschau berichtet. Der Transport der Brücke ist eine logistische Meisterleistung. Die 108 Meter lange und 21 Meter breite Stahlbrücke soll auf sogenannten Tausendfüßlern über die Max-Brauer-Allee zum Einbauort an der Kreuzung Stresemannstraße gebracht werden. Die „Tausendfüßler“ sind hydraulische Spezialfahrzeuge mit Dutzenden einzeln lenkbaren Rädern, die millimetergenau ferngesteuert werden können. Ganze 1.088 Räder werden die Sternbrücke tragen, gesteuert von einer einzigen Person. Mit ihnen wird die Brücke mitten durch einen engen Korridor gezirkelt, vorbei an einer Tankstelle mit nur wenigen Zentimetern Platz auf jeder Seite. „Die Schwerlastgeräte kommen aus Kanada, aus Afrika und ganz Europa“, sagt Projektleiterin Janna Widmaier von der Deutschen Bahn. „Damit können wir diese Brücke sicher bewegen.“
Vorbereitungen an der Strecke und Bedenken
Für den Transport wurde die Straße im Vorfeld mit Sand und Stahlplatten präpariert, um die ungeheure Last zu tragen. Viele Laternen wurden abgesägt, das Vordach der Tankstelle gekappt. Zudem sind im Zuge der Bauarbeiten 86 Bäume gefällt worden. Die Straßendecke ist für das immense Gewicht extra verstärkt worden, wobei auch Höhenunterschiede zwischen Bordstein und Fahrbahn ausgeglichen wurden. Denn die Tausendfüßler können laut Projektleiterin Janna Widmaier so gut wie keine Steigungen erklimmen.
Die Hamburger Linksfraktion warnt vor möglichen Schäden beim Transport der Brücke. Unterirdische Siele und Kabelschächte könnten unter der Last zusammenbrechen, befürchtet sie. Der Senat verweist auf Anfrage darauf, dass alle Schutzmaßnahmen fortlaufend mit der Deutschen Bahn und den Versorgungsunternehmen abgestimmt werden. Aber auch das Eisenbahn-Bundesamt spricht bei einem Transport dieser Dimension von einem unvermeidbaren Restrisiko.
Widmaiers Team hat deswegen extra noch einmal nachgemessen. „Das macht man mit Pressen, die die Brücke anheben und ablassen. Wir haben jetzt ein Gewicht von 3.685 Tonnen.“ Das sei weniger als zuletzt geschätzt und liege im zulässigen Bereich für diesen Schwertransport. Zu dem Brückengewicht kommt aber auch noch das Gewicht der Tausendfüßler und Schwerlastgeräte.
Zeitplan und Auswirkungen für Anwohner
Nach dem aktuellen Zeitplan wird die neue Brücke am Mittwoch zunächst wenige Meter seitwärts vom Montageplatz auf die Max-Brauer-Allee versetzt. Dann wird die Brücke auf den Fahrgestellen hydraulisch auf die Einbauhöhe von sechs Metern angehoben. Anschließend soll der Transport der neuen Brücke an ihren Bestimmungsort erfolgen. Dort wird sie voraussichtlich am Wochenende fixiert. Die Deutsche Bahn hatte die Überführung der Stahlbrücke unerwartet um einen Tag vorgezogen. Zuvor hatte es bereits mehrfach Änderungen im Bau-Zeitplan der Deutschen Bahn gegeben.
Aus Sicherheitsgründen sind die Gehwege der Max-Brauer-Allee im Abschnitt Stresemannstraße bis Schulterblatt komplett gesperrt. Die Wohnungen und Geschäfte entlang dieses Straßenabschnitts sind in dem Zeitraum über die Max-Brauer-Allee nicht erreichbar. Anders als zunächst geplant, dürfen die Anwohnerinnen und Anwohner in ihren Häusern bleiben. Die Behörden richten zwar einen Appell an die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner ihre Wohnungen für die kommenden Tage zu verlassen, weil die Rettungswege eingeschränkt sind, es besteht aber keine Pflicht. Wer will, kann sich im Hotel unterbringen lassen.
Dauer der Bauarbeiten
Bis Ende August soll das Bauprojekt, das die alte Brücke aus dem Jahr 1926 ersetzt, abgeschlossen sein. Am 31. August wird der Bahnverkehr wieder aufgenommen. Die Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße soll am 2. September wieder befahrbar sein. Es kommt aber bis November zu Verkehrseinschränkungen, weil noch Nebenflächen im Kreuzungsbereich umgebaut werden.
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