Schwertransport der Hamburger Sternbrücke geglückt
Der spektakuläre Transport der 3.700 Tonnen schweren neuen Sternbrücke in Hamburg ist erfolgreich abgeschlossen worden. Trotz enger Passagen und Verzögerungen erreichte der Stahlkoloss in der Nacht seine Zielposition.
40 Zentimeter Platz zum Balkon? Passt doch, da geht noch 'n Fischbrötchen zwischen.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Der spektakuläre Transport der neuen, 3.700 Tonnen schweren Sternbrücke zur Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße in Hamburg ist erfolgreich verlaufen. Am frühen Freitagmorgen erreichte der über 100 Meter lange Stahlkoloss seine endgültige Zielposition. Hunderte Schaulustige beobachteten das stundenlange logistische Meisterwerk, das monatelang vorbereitet worden war. Der Transport der 108 Meter langen und 21 Meter breiten Riesenbrücke begann bereits am Donnerstagvormittag auf der Max-Brauer-Allee, musste jedoch kurz darauf für eine Überprüfung der Trasse und eine Ruhepause der Crew unterbrochen werden, wie die Tagesschau berichtet. Erst am Abend gegen 20 Uhr wurde die Fahrt fortgesetzt. Das enorme Gewicht der Brücke lastete dabei auf schmalen Fahrgestellen mit mehr als 1.000 Rädern, während sich das Bauwerk langsam Richtung der Kreuzung mit der Stresemannstraße bewegte.
Millimeterarbeit und Drehmanöver unter Flutlicht
Nach einer weiteren Pause bei Einbruch der Dämmerung für Arbeiten an den Brückenköpfen begann gegen Mitternacht das Drehmanöver unter Flutlicht. Die Brücke wurde zentimeterweise in ihre endgültige Position gebracht. Bahn-Projektleiterin Janna Widmaier erklärte im Vorfeld: "Es gibt einige sehr enge Stellen, die wir passieren müssen. Bei Tageslicht ist das etwas übersichtlicher". Sie fügte hinzu: "Die engste Stelle ist bei einem Balkon, dort beträgt der Abstand nur 40 Zentimeter. An der engsten Stelle zwischen zwei Gebäuden haben wir einmal 80 und einmal 90 Zentimeter Abstand links und rechts." In der Nacht sollte das Bauwerk auf die vorbereiteten Lager gesetzt und mit Beton vergossen werden. Dieser abschließende Teil des Brückentransports war wegen der niedrigeren Temperaturen auf die Nachtstunden gelegt worden.
Herausforderungen für Planer und Anwohner
Die Bahn-Tochter InfraGo hatte den Transport überraschend um einen Tag auf Mittwoch vorgezogen, um am Donnerstag die volle Konzentration auf die Strecke zu richten. Bis zum Wochenende soll der Einbau abgeschlossen sein. Für die niederländische Fachfirma Mammoet stellte das Vorhaben eine große Aufgabe dar. Mammoet-Projektmanager Lars de Haas sagte: "Technisch gesehen ist es schwierig, wir arbeiten schon mehr als ein Jahr daran. Von der Ausführung her ist es ein mittelgroßes Projekt". Die Anwohnenden durften während des Transports in ihren Wohnungen bleiben, obwohl die Behörden wegen eingeschränkter Rettungswege das Verlassen empfohlen hatten. Einige nutzten das Angebot einer Hotelunterbringung, während andere trotz des Lärms blieben. Anwohner Konstantin Leykam sagte gegenüber NDR Hamburg: "Das war vor allem tagsüber enorm laut, man hat zum Teil im Boden richtige Vibrationen gespürt". Dennoch blieb er aus Interesse zu Hause: "Das Ganze möchte ich tatsächlich gerne sehen. Schon aus reiner Neugier möchte ich mir das gerne angucken", so Leykam.
Ersatz für ein historisches Bauwerk
Die alte Sternbrücke stammte aus dem Jahr 1926. Aufgrund ihres Zustands und gestiegener Anforderungen entschied sich die Deutsche Bahn für den Neubau. Bis zur Sperrung passierten täglich rund 900 Regional-, Fern- und S-Bahnzüge die vier Gleise der Brücke.
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