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Schwere Unwetter und Hitzewarnungen in Norddeutschland

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor schweren Gewittern, Orkanböen und extremer Hitze im Norden. Erste Veranstaltungen wurden bereits beeinträchtigt.

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Der Deutsche Wetterdienst warnt derzeit vor schweren Gewittern mit Orkanböen und extremer Hitze in Teilen Norddeutschlands. Betroffen von den amtlichen Unwetterwarnungen sind Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Erste Auswirkungen gab es bereits bei Veranstaltungen in Niedersachsen, während Meteorologen vor erheblichen Gefahren durch umstürzende Bäume warnen.
In Faßberg im niedersächsischen Landkreis Celle wurden bereits extreme Windgeschwindigkeiten von 148 Kilometern pro Stunde gemessen, wie die Tagesschau berichtet. Ab einer Geschwindigkeit von 118 Kilometern pro Stunde ist Orkanstärke erreicht. Dem ARD-Wetterexperten Karsten Schwanke zufolge kommt ein solches Ereignis im norddeutschen Flachland nur einmal im Jahrzehnt vor. Nach ersten Erkenntnissen entstanden in Faßberg jedoch keine schweren Schäden; die Polizei Bergen hatte bis zum frühen Abend lediglich von einem umgestürzten Baum erfahren.

Gefahren durch belaubte Bäume und Verhaltensregeln

Besonders in der Nähe von Bäumen besteht derzeit eine erhöhte Gefahr. Größere Äste könnten abbrechen und ganze Bäume umstürzen, warnt Wetterexperte Herold. Da die Bäume aktuell belaubt sind, gibt es einen größeren Luftwiderstand. Zudem sorgt die Trockenheit dafür, dass die Bäume geschwächt sind und ein Entwurzeln zurzeit leichter möglich ist, erklärt Tim Staeger vom ARD-Wetterkompetenzzentrum. Um sich für das drohende Unwetter zu wappnen, rät Staeger, alle Gegenstände hereinzuholen, die umherfliegen könnten, oder diese festzubinden. Auch sei es ratsam, Wetterprognosen und den Himmel im Blick zu behalten. Sollte jemand bei einem Spaziergang in der Natur von einem Gewitter überrascht werden, rät der Experte: "Auf keinen Fall unter Bäume flüchten, sondern auf freiem Feld in die Hocke gehen", sagt Staeger. Auch im Auto sei man dank des faradayschen Käfigs sicher, man solle jedoch keine Metallteile berühren, warnt der Wetterexperte. Informationen und Ansprechpartner rund um extremes Wetter und Notlagen hat das Land Niedersachsen auf einer Website, dem "Notfall-Monitor", gebündelt.

Einschränkungen bei Veranstaltungen und extreme Hitze

Das Unwetter führte bereits zu organisatorischen Änderungen: Wegen der Sturmwarnung begann das Maschseefest in Hannover später als üblich. Die Landesgartenschau in Bad Nenndorf im Landkreis Schaumburg schloss wegen des erwarteten Unwetters bereits um 15 Uhr, wie die Veranstalter auf Instagram mitteilten. Neben den Gewittern bestimmt extreme Hitze das Wetter im Norden. Die Temperaturen liegen vielerorts über 30 Grad und könnten im Südosten Niedersachsens auf bis zu 37 Grad steigen. In Hamburg und Lauenburg in Schleswig-Holstein werden bis zu 35 Grad erwartet. Von der Hitzewarnung im gesamten Norden ausgenommen sind den DWD-Meteorologen zufolge lediglich die Inseln, das küstennahe Ostfriesland, Nordfriesland und Helgoland. Für Nordfriesland werden 28 Grad vorhergesagt.

Aussichten für Freitag

Noch bis in den Freitagabend hinein sollen Gewitter in Niedersachsen möglich sein. Nach einer kurzen Pause in der Nacht steigt die Unwettergefahr im Verlauf des Tages den Prognosen zufolge deutlich – erneut seien Hagel, Sturmböen und Starkregen möglich. Im Gegensatz zu heute soll es aber weniger Wind und weniger Hitze geben: So werden etwa im Raum Göttingen am Freitag voraussichtlich maximal 30 Grad erreicht. Die Unwettergefahr halte teils bis in die Nacht zu Samstag an, so der DWD. Von einer Hitzewelle wird gesprochen, wenn an drei Tagen in Folge an einer Wetterstation die Höchsttemperatur 30 Grad übersteigt. "Das ist zwar kein naturwissenschaftlich fest umrissener Begriff", aber darauf habe man sich geeinigt, sagt Staeger.

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