Niedersächsisches Handwerk verzeichnet mehr Lehrlinge trotz unbesetzter Stellen
Die Ausbildungszahlen im niedersächsischen Handwerk steigen im Jahr 2026 um fünf Prozent. Dennoch bleiben rund 3.300 Lehrstellen unbesetzt, was die Nachfolge in vielen Betrieben gefährdet.
Keine Lehrlinge? Dann müssen die Chefs wohl selbst wieder den Hammer schwingen.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Das niedersächsische Handwerk verzeichnet im Jahr 2026 einen Zuwachs bei den Ausbildungszahlen um fünf Prozent. Trotz der positiven Entwicklung bleiben in diesem Jahr voraussichtlich rund 3.300 Lehrstellen unbesetzt. Dies stellt viele Betriebe vor langfristige Herausforderungen bei der Suche nach künftigen Fachkräften und Nachfolgern. Bei der Vorstellung der Zahlen in Hannover wurde deutlich, dass die Stimmung im niedersächsischen Handwerk insgesamt gut ist. Dennoch sorgt der fehlende Nachwuchs bei einigen Betrieben für Besorgnis, da schätzungsweise 3.300 Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Insgesamt verzeichne das Handwerk im Jahr 2026 jedoch einen Anstieg der Ausbildungszahlen um fünf Prozent, erklärte vorsitzender Präsident der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN) Eckhard Stein am Donnerstag, wie die Tagesschau meldet.
Sorgen um künftige Fachkräfte
Von den rund 14.500 ausbildenden Handwerksbetrieben in Niedersachsen konnten zwei Drittel alle offenen Lehrstellen besetzen. Weitere 13 Prozent der Betriebe erwarten, dass ihnen dies kurzfristig noch gelingen wird. Dennoch bleiben knapp 3.300 Ausbildungsplätze voraussichtlich unbesetzt. „Jeder unbesetzte Ausbildungsplatz ist mehr als eine betriebliche Lücke“, sagte Stein. „Sie ist eine verpasste Chance für einen jungen Menschen und sie führt zu einer weiteren, in der Zukunft fehlenden Fachkraft.“ Als Folge dieser Entwicklung könnten künftig ausreichend Gesellinnen und Gesellen, Meisterinnen und Meister und damit potenzielle Übernehmer und Übernehmerinnen von Handwerksbetrieben fehlen.
Bürokratie belastet die Betriebe
Trotz der Nachwuchssorgen ist die Stimmung in den allermeisten Ausbildungsbetrieben gut. Stein sprach in diesem Zusammenhang von einer „robusten wirtschaftliche Lage“. Auch für das zweite Halbjahr zeige sich wenig Abkühlung. Ein großes Problem stelle für viele Betriebe jedoch weiterhin die Bürokratie dar. Viele Chefs wünschten sich eine deutliche Entlastung, um sich wieder mehr auf ihre eigentlichen Führungsaufgaben in den Betrieben konzentrieren zu können.
Späterer Ausbildungsstart weiterhin möglich
Mit Blick auf die unbesetzten Stellen hofft Stein noch auf unentschlossene Jugendliche. Obwohl das Ausbildungsjahr regulär bereits am 1. August beginnt, betonte Stein: „Noch bis Ende des Jahres stehen die Wege ins Handwerk offen.“
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