Extremhitze und schwere Unwetter in Norddeutschland erwartet
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Temperaturen von bis zu 37 Grad im Norden. Ab dem Nachmittag drohen zudem schwere Gewitter mit Orkanböen und Hagel.
In Norddeutschland wird heute der heißeste Tag der Woche mit Temperaturen von bis zu 37 Grad erwartet, weshalb fast überall eine amtliche Hitzewarnung gilt. Neben der extremen Hitze drohen im Tagesverlauf schwere Gewitter, Starkregen, Hagel und Orkanböen. Betroffen sind insbesondere Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein.
Niedersachsen steht ein "problematischer Wettertag" bevor, sagt Tim Staeger vom ARD-Wetterkompetenzzentrum mit Blick auf die Hitze und die heute drohenden Gewitter. Zunächst beginnt der Tag laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aber freundlich und sonnig. Zum Nachmittag sollen die Temperaturen dann steigen - im Südosten Niedersachsens auf bis zu 37 Grad. In Hamburg und in Lauenburg in Schleswig-Holstein werden bis zu 35 Grad erwartet. Von der Hitzewarnung im gesamten Norden ausgenommen sind den DWD-Meteorologen zufolge lediglich die Inseln, das küstennahe Ostfriesland, Nordfriesland und Helgoland. Für Nordfriesland werden 28 Grad vorhergesagt.
Sturmböen und schwere Gewitter im Südosten
Auf den freundlichen Vormittag - der "Ruhe vor dem Sturm", wie ARD-Wetterexperte Tim Staeger sagt - folgt ab dem frühen Nachmittag dann voraussichtlich zunächst Wind von Westen. Es seien in Niedersachsen Windstärken und Orkanböen möglich, bei denen "auch schwächere Bäume umfallen können". Wegen der Trockenheit seien aktuell mehr Bäume als gewöhnlich geschwächt, betont der Meteorologe. Zu dem Wind kommen voraussichtlich schwere Gewitter hinzu. Dabei sind laut den Vorhersagen auch Starkregen und Hagel möglich. "Am stärksten von Unwettern betroffen ist wahrscheinlich die Südosthälfte Niedersachsens in einer Linie vom Weserbergland zum Wendland", sagt eine DWD-Meteorologin. Der ARD-Wetterexperte geht davon aus, dass der Schwerpunkt des Gewitters die Lüneburger Heide treffen wird. Im äußersten Nordwesten Niedersachsens ist die Gewittergefahr den Prognosen zufolge nur gering.
Lage in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern
Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg sind ab dem Nachmittag teils Gewitter, Starkregen, Hagel und orkanartige Böen angekündigt, wie es vom DWD heißt, und wie die Tagesschau berichtet. In Schleswig-Holstein wird voraussichtlich ebenfalls der Südosten des Landes betroffen sein. Dort wird vor heftigen Hitzegewittern mit kräftigem Regen und Gefahr durch Sturmböen gewarnt. Die Wettermodelle zeigen, dass die Unwetter zwischen 17 und 18 Uhr beginnen könnten. Nördlich des Nord-Ostsee-Kanals bleibt es wahrscheinlich ruhiger. In Mecklenburg-Vorpommern wird heute ebenfalls hochsommerliche Hitze mit bis zu 37 Grad erwartet. Ab dem Nachmittag steigt die Unwettergefahr deutlich: Gewitter mit Starkregen, Hagel sowie schweren Sturm- und Orkanböen werden erwartet. Zum Wochenende kühlt es spürbar ab.
Verhaltenstipps bei Unwetter
Um sich für das drohende Unwetter zu wappnen, rät ARD-Wetterexperte Staeger, alle Gegenstände hereinzuholen, die umherfliegen könnten. Was draußen bleiben muss, sollte möglichst festgebunden werden. Auch sei ratsam: Wetterprognosen und auch den Himmel im Blick behalten. Sollte jemand doch bei einem Spaziergang in der Natur von Gewitter überrascht werden: "Auf keinen Fall unter Bäume flüchten, sondern auf freiem Feld in die Hocke gehen", sagt Staeger. Auch im Auto sei man dank des faradayschen Käfigs sicher - aber: keine Metallteile berühren, warnt der Wetterexperte.
Noch bis in den Donnerstagabend hinein sollen Gewitter in Niedersachsen möglich sein. Nach einer kurzen Pause in der Nacht steigt die Unwettergefahr im Verlauf des Freitags den Prognosen zufolge wieder deutlich - erneut seien Hagel, Sturmböen und Starkregen möglich. Im Gegensatz zu heute soll es aber weniger Wind und weniger Hitze geben: So werden etwa im Raum Göttingen am Freitag voraussichtlich maximal 30 Grad erreicht. Die Unwettergefahr halte teils bis in die Nacht zu Samstag an, so der DWD. Von einer Hitzewelle wird gesprochen, wenn an drei Tagen in Folge an einer Wetterstation die Höchsttemperatur 30 Grad übersteigt. "Das ist zwar kein naturwissenschaftlich fest umrissener Begriff", aber darauf habe man sich geeinigt, sagt Tim Staeger vom ARD-Wetterkompetenzzentrum.
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