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Diskussion über Behelfsbrücke in Bremerhaven: Warum Floatcubes und Flatracks keine Option waren

Nach der Errichtung der provisorischen Container-Brücke in Bremerhaven diskutieren Bürger über alternative Schwimmsysteme. Die Entwicklungsgesellschaft BEAN erklärt, warum modulare Pontons und offene Containerplattformen für das langfristige Provisorium ungeeignet sind.

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Die provisorische Behelfsbrücke aus Pontons und Containern in Bremerhaven sorgt weiterhin für Diskussionen in der Bevölkerung. Während Bürger alternative Konstruktionen wie modulare Schwimmpontons oder offene Containerplattformen vorschlagen, verweist die zuständige Entwicklungsgesellschaft auf statische und finanzielle Gründe für die gewählte Lösung. Da die Brücke mangels freigegebener Fördermittel voraussichtlich viele Jahre halten muss, schieden andere Optionen vorzeitig aus.
Nachdem die Nordsee-Zeitung zu einem Namenswettbewerb für die neue Behelfsbrücke aufgerufen hat, bringen Leser eigene Vorschläge für die Konstruktion ein. Ein Leser regt an, ob modulare Schwimmpontons, sogenannte Floatcubes, nicht die bessere Lösung gewesen wären. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Helmholtz-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven weiß, dass dieses variable System auch bei der vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) geleiteten Arktisexpedition MOSAiC sowie von der Biologischen Anstalt Helgoland genutzt wird. Als prominentes Beispiel nennt er das Kunstprojekt „Floating Piers“ von Künstler Christo, das im Jahr 2016 am italienischen Iseo-See zahlreiche Besucher anzog. Auch preislich läge die Miete laut Herstellerangaben bei 40 Euro pro Quadratmeter in der ersten Woche und sänke bis auf 5 Euro ab der vierten Woche, während der Kaufpreis rund 450 Euro pro Quadratmeter betrage.

BEAN prüfte alternative Systeme

Ein anderer Leser schlägt vor, nach oben offene Containerplattformen, sogenannte Flatracks, anstelle der geschlossenen Container zu nutzen. Die Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter und Neuer Hafen (BEAN) teilt jedoch mit, dass verschiedene alternative Systeme geprüft wurden, diese jedoch entweder nicht schnell genug verfügbar oder zu teuer waren. „Um die Float-Cubes hätten wir auch eine Infrastruktur mit Gerüst, Treppen und Rampen bauen müssen“, erklärt Technischer Leiter Heiner Behrens. Zudem sei die Schwimmstabilität bei der jetzigen Lösung deutlich höher, Floatcubes benötigten eine gewisse Breite und die Barrierefreiheit für Rad- und Rollifahrer sei unklar.

Statische Vorteile geschlossener Container und langfristige Nutzung

Gegen offene Containerplattformen und eine andere Positionierung des Pontons sprachen laut BEAN ebenfalls gewichtige Gründe. In der Südwestecke sei der Tiefgang wegen einer Steinböschung problematisch. Zudem bauen Flatracks höher auf, sind schwerer als die eingesetzten Container und verursachen höhere Punktlasten. Auch bei der Statik gibt es Nachteile: Durch wechselnde Wasserstände und die Verbindung von beweglichem Ponton und festem Ufer entstehen Torsionskräfte und Durchbiegungen. „Geschlossene Container wirkten hier als kastenförmige Träger und könnten diese Belastungen besser aufnehmen“, erklärt Technischer Leiter, Diplom-Ingenieur Heiner Behrens. Wirtschaftsförderer Nils Schnorrenberger zeigt sich erfreut über die gefundene Lösung der BEAN, die auf „hauseigene Pontons“ zurückgreift, welche normalerweise im Sommer an der Seebäderkaje liegen. Diese werden durch vier Seecontainer und ein Gerüst der Firma Bassenberg ergänzt. Da in Bremen noch über den Einsatz von Bundesmitteln aus dem Sondervermögen LuKIFG gestritten wird, kann Bremerhaven die zugedachten Millionen für die Reparatur des Verbindungskanals vorerst nicht nutzen. Die Ersatzlösung muss daher vermutlich viele Jahre halten, weshalb auch Brücken des Technischen Hilfswerks oder der Bundeswehr wegen der unbestimmten Verleihdauer ausschieden.

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