Für ein kühles Bad reicht mir auch die Nordsee – ganz ohne Wasserrechnung.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die Beliebtheit von privaten Gartenpools wächst, während gleichzeitig in vielen Kommunen zum Wassersparen aufgerufen wird. Während die Nachfrage nach professionellen Pools stagniert, greifen immer mehr Menschen zu Modellen zum Selbstaufbau. In der Diskussion stehen sich dabei Argumente des Freizeitvergnügens und des hohen Wasserverbrauchs gegenüber. Laut einer Studie des Bundesverbandes Schwimmbad und Wellness erfreuen sich Pools zum Selbstaufbau für den Garten steigender Beliebtheit. Gleichzeitig stagniere die Nachfrage nach professionellen Pools, bei denen ein Wasserkreislauf entstehe und die energieeffizient geplant würden, wie die Tagesschau berichtet. Ein privater Pool kann Tausende Liter Trinkwasser fassen, was angesichts von Aufrufen zum Wassersparen in Niedersachsen kritisch gesehen wird. Demgegenüber stehen Vorteile wie der wegfallende Weg ins Freibad, keine Parkplatzsuche und das Vermeiden überfüllter Becken.
Argumente für den privaten Pool
NDR-Redakteur Pascal Klug plädiert für Eigenverantwortung und sieht das Image von Gartenpools zu Unrecht beschädigt. Er argumentiert: „Gartenpools haben zu Unrecht so ein schlechtes Image: So ein Pool wird einmal befüllt - und dann oft über Monate genutzt. Das ist kein Dauerverbrauch. Und die oft zitierten 15.000 Liter - also 15 Kubikmeter - Wasser, die in so einen Pool reingehen? Viele Modelle liegen deutlich darunter. Der aufblasbare Standard-Pool fasst eher zwei bis sieben Kubikmeter. Außerdem: Mit einer guten Abdeckung verdunstet weniger Wasser, man muss nicht immer nachfüllen, und wer will, kann sogar Regenwasser nutzen - oder einfach weniger Wasser in den Pool füllen. Und wenn wir schon über Wasserverbrauch reden, dann bitte ehrlich - Stichwort Industriebetriebe: Laut Wasseratlas der Heinrich-Böll-Stiftung verbraucht ein kleinerer Betrieb bis zu 30 Kubikmeter Trinkwasser, größere Konzerne sogar Tausende Kubikmeter - pro Tag. Der private Pool ist beim Wasserverbrauch also nicht der Hauptfaktor - er wird nur gerne zum Sündenbock gemacht. Dazu kommt: Wer zuhause badet, fährt nicht ständig ins Freibad oder an den See. Weniger Verkehr, weniger Stress, weniger Emissionen. Und für Familien ganz wichtig: mehr Sicherheit. Die eigenen Kinder hat man nämlich zu Hause besser im Blick - gerade in puncto Badeunfälle. Am Ende sollten wir mehr auf die Eigenverantwortung der Leute vertrauen - denn so ein Pool macht im Sommer schon ordentlich Spaß.“
Kritik am hohen Wasserverbrauch
Dem hält NDR-Redakteur Matthias Schuch die Belastung für die Wasserressourcen entgegen. Er verweist auf den hohen Verbrauch im Verhältnis zum täglichen Bedarf und warnt vor den Folgen im Sommer: „Ich kann es ja verstehen: Hitzewelle, irgendwas um 35 Grad - klar, dass man da Abkühlung möchte. Und so ein schnell besorgter Aufstell-Swimmingpool verspricht die ja auch. Aber bevor Sie diese Idee jetzt in die Tat umsetzen, lassen Sie uns mal kurz auf die Zahlen gucken: Pro Person brauchen wir Deutschen im Schnitt 126 Liter Wasser pro Tag. Ein großer Aufstellpool fasst gerne mal 15.000 oder mehr Liter. Wenn Sie also so ein Ding bis oben hin füllen, dann ist das so viel Wasser, wie Sie als Einzelperson normalerweise in vier Monaten verbrauchen. Zusätzlich zu Ihrem ganz normalen täglichen Wasserbedarf. Und das ausgerechnet in der Zeit, in der das Wasser bei uns in Niedersachsen ohnehin am knappsten ist- nämlich im Hochsommer! Angesichts sinkender Grundwasserpegel und regelmäßiger Wasserrationierungen - die im Zweifelsfall übrigens auch schnell mal dazu führen, dass Sie Ihren neuen Pool ohnehin nicht füllen dürfen - macht sowas einfach wenig Sinn. Deshalb ist mein Appell: Wenn es halt nicht anders geht, kaufen Sie sich was Kleines. Oder besser noch: gehen Sie ins Schwimmbad oder an den Baggersee - das spart wertvolles Wasser und verhindert außerdem, dass ihr armer Gartenrasen von einer sperrigen Plastikmonstrosität plattgedrückt wird.“
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