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Altenbruch diskutiert über Hafen-Erweiterung und Tourismus-Folgen

Bei einer gut besuchten Podiumsdiskussion zur Ortsratswahl debattierten Lokalpolitiker über die geplante Erweiterung des Offshore-Basishafens in Altenbruch. Neben den wirtschaftlichen Chancen standen auch Sorgen um das Ortsbild und die Verkehrsbelastung im Fokus.

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Riesige Hallen vor der Nase? Da lob ich mir den freien Blick aufs Watt. — Rocky, Chefkolumnist
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Die geplante Erweiterung des Offshore-Basishafens und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Ortsteil Altenbruch haben im Mittelpunkt einer gut besuchten Podiumsdiskussion zur Ortsratswahl gestanden. Fünf Lokalpolitikerinnen und -politiker diskutierten im voll besetzten Gemeindesaal über die Zukunft der Alten Marsch sowie über die Herausforderungen durch den wachsenden Tourismus. Dabei wurden sowohl wirtschaftliche Chancen als auch Sorgen um die Lebensqualität im Ort laut.
Bei der von Moderator Tim Larschow geleiteten Diskussion ging es unter anderem um das geplante 130 Hektar große Industriegebiet „Südlich der Baumrönne“ und ein zwölf Meter hohes Dammbauwerk mit einer Schwerlastbrücke über die Bahnlinie. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, bliebe von der Alten Marsch bei einer Realisierung dieser Pläne nur noch die denkmalgeschützte Kopfsteinpflasterstraße übrig. Ortsbürgermeister Christoph Frauenpreiß (CDU), sein Stellvertreter Peter Altenburg (Die Cuxhavener), Tobias Quos (Grüne), Silke Tietje (SPD) und Heiko Lüke (parteilos) äußerten sich größtenteils einig über die Entwicklung. Einerseits begrüßen sie die wirtschaftlichen Investitionen und Arbeitsplätze, andererseits sorgen sie sich um das Ortsbild Altenbruchs, wenn die Hallen näherrücken.

Sorgen um das Ortsbild und die Alte Marsch

Als „Trauerspiel“ bezeichnete Frauenpreiß die Pläne für die Alte Marsch. Zwar glaubt niemand, dass tatsächlich 85 Meter hohe Hallen oder sogar 190 Meter hohe Türme für Seekabel errichtet werden, aber dass ein mächtiger Industriekomplex vor den Toren des Dorfes entstehen wird, ist mehr als wahrscheinlich. Noch sei das Verfahren offen, so Silke Tietje. Die Stadt sei in ihren Planungen transparent. „Wir wollen etwas für uns herausholen“, meinte Ortsbürgermeister Frauenpreiß. Aber „Aber wer wollte noch nach Altenbruch ziehen, wenn er riesige Industriehallen vor der Nase hätte?“, fragte Heiko Lüke. Zudem forderten viele im Publikum eine westliche Anbindung nach Cuxhaven für Fußgänger, Radfahrer oder Nutzer von Kleinkrafträdern, um nicht auf die Bundesstraße 73 ausweichen zu müssen.

Tourismus als Segen und Belastung

Auch der gefühlt zunehmende Verkehr im Ort infolge des wachsenden Tourismus spielte in den Beiträgen eine Rolle. Die Lebensqualität in Altenbruch sei nach wie vor hoch, allerdings werde die Erweiterung des Campingplatzes zu einer stärkeren Verkehrsbelastung führen. Hinzu kämen Wohnmobile, die vom Navigationsgerät mitten durch den Altenbrucher Ortskern geführt würden, obwohl sie zum Otterndorfer Campingplatz am See achtern Diek wollten. Die Kehrseiten des wachsenden Tourismus ließen sich allerdings durch etliche positive Effekte wie eine gute Infrastruktur, funktionierenden Einzelhandel und touristische Einrichtungen aufwiegen, die auch den Einheimischen zugutekommen. Zumal der Campingplatz seiner Vorstellung von sanftem Tourismus entgegenkomme, so Tobias Quos. „Tourismus ist mehr als Verkehrsbelastung“, so Christoph Frauenpreiß. „Wir profitieren davon, Es gibt einen wirtschaftlichen Mehrwert“, ergänzte Peter Altenburg.

Infrastruktur und die Rolle des Wolfes

„Wir sind gut versorgt in Altenbruch“, stellte Peter Altenburg fest. Was aber fehle, sei ein guter öffentlicher Personennahverkehr, der nicht nur auf den Schülertransport ausgerichtet sei, sondern auch den Bedürfnissen älterer Einwohner gerecht werde. Und auch für mehr Kita-Plätze müsse gesorgt werden, plädierte Heiko Lüke. Das stoße allerdings an die Grenzen der Finanzkraft der Stadt, so Altenburg, deren Schuldenstand sich schon wieder dem Stand vor der Entschuldung annähere. Einig waren sich die Lokalpolitiker beim Thema Wolf: Der habe am Deich nichts zu suchen. „Der Wolf gehört nicht an die Küste“, fand Silke Tietje. Derzeit seien aber eher Selfie-Touristen und Hunde das größere Problem für die Deichschäferei, meinte Peter Altenburg.

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