Abwrackprämie für Fischkutter: Erste Förderrunde in Schleswig-Holstein entschieden
Zehn von 25 Anträgen auf die Abwrackprämie für Krabbenkutter in Schleswig-Holstein wurden bewilligt. Damit fließen 3,5 Millionen Euro an ältere Fischer, um die Flotte zu verkleinern und den verbleibenden Betrieben bessere Chancen zu sichern.
Weniger Kutter auf dem Wasser? Da bleibt mehr Platz für meine Möwen-Kumpels.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
In Schleswig-Holstein ist die erste Runde der Abwrackprämie für Krabbenfischer entschieden worden. Von insgesamt 25 eingereichten Anträgen bewilligte die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zehn, während 15 abgelehnt wurden. Für die betroffenen Kapitäne steht damit bald die letzte Fahrt an, wobei unter den Krabbenfischern insgesamt 3,5 Millionen Euro verteilt werden. Die Entscheidung über die Prämie, auf die Krabbenfischer in Schleswig-Holstein monatelang gewartet hatten, betrifft unter anderem einen Plattfischfänger, wie die Tagesschau berichtet. Bei der Auswahl der geförderten Anträge spielten das Alter des Kutters und zur Hälfte auch das Alter des Eigners eine entscheidende Rolle. Ältere Kapitäne mit älteren Schiffen besaßen somit größere Chancen auf eine Förderung. Das Verfahren sei grundsätzlich sinnvoll, sagte Jan Möller von der Sparte See- und Krabbenfischerei des Landesfischereiverbands Schleswig-Holstein.
Planungssicherheit für die Fischer
Nach Angaben Möllers bedeuten die Bescheide sowohl für die erfolgreichen als auch für die abgelehnten Antragsteller vor allem Planungssicherheit. Da die Entscheidung später als erwartet eingetroffen ist, war insbesondere während der Werftzeit lange unklar, ob die Fischer noch Geld in die Wartung ihrer Kutter investieren sollten. Das Programm ermöglicht älteren Kapitänen den Eintritt in die sogenannte Seemannsrente und sorgt gleichzeitig dafür, dass besonders alte Schiffe aus der Flotte genommen werden.
Herausforderungen für die verbleibende Flotte
Die Abwrackprämie soll jedoch nicht nur den Ausstieg erleichtern, sondern auch den verbleibenden Betrieben helfen. Weniger Kutter müssten sich die verbliebenen Fangmöglichkeiten teilen, so Möller. Die Branche steht nach seinen Angaben unter Druck: Die Krabbenbestände seien zurückgegangen, während die nutzbaren Fangflächen durch Windparks, Kabeltrassen, Baggerarbeiten und Schutzgebiete kleiner würden. Gleichzeitig müsse die überalterte Flotte modernisiert werden. Insgesamt fahren noch rund 70 Krabbenkutter in Schleswig-Holstein raus.
Weitere Förderrunden bis 2027
Für die abgelehnten Bewerber bestehen in der Zukunft weitere Chancen, da bis Ende 2026 und Ende 2027 zwei zusätzliche Förderrunden geplant sind. In der zweiten Runde stehen für Krabbenkutter aus Schleswig-Holstein 2,75 Millionen Euro bereit. Wie hoch die Förderung in der letzten Runde ausfällt, ist noch offen. Bis zum Abschluss des Programms im Jahr 2028 soll die deutsche Krabbenkutterflotte um rund 30 Prozent verkleinert werden.
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