Abkühlung im Norden: Städte testen neue Maßnahmen gegen Sommerhitze
Um der Hitze entgegenzuwirken, testen Städte in Niedersachsen verschiedene Abkühlungsmethoden. Dazu gehören Sprühnebel-Anlagen auf Marktplätzen, spezielle Klima-Kisten und geöffnete Kirchen im Harz.
Nebel im Sommer? Kennen wir im Norden sonst nur als Schietwetter. Hilft aber.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die Stadt Lüneburg testet am heutigen Tag erstmals eine Sprühnebel-Anlage auf dem Marktplatz, um der Hitze entgegenzuwirken. Auch andere Städte in Niedersachsen sowie Kirchengemeinden im Harz ergreifen verschiedene Maßnahmen zur Abkühlung der Bevölkerung. Die Kommunen erproben dabei unterschiedliche Konzepte von technischen Vernebelungsanlagen bis hin zu schattigen Rückzugsorten. Die Verwaltung der Stadt Lüneburg möchte mit dem Testlauf ermitteln, wie hoch der Wasserverbrauch der Anlage ist, welcher Kühleffekt erzielt wird und wie das Angebot von den Besuchern der Innenstadt angenommen wird. Nach Angaben der Verwaltung soll anschließend entschieden werden, ob und an welchen Orten der Sprühnebel künftig regelmäßig eingesetzt wird. Ergänzend stellt die Stadt auf ihrer Webseite eine interaktive Hitze-Karte bereit, auf der kühle Orte und Trinkwasserspender verzeichnet sind. Zudem wurde ein Flyer mit Sommer-Tipps und Hinweisen für Risikogruppen im Internet veröffentlicht, der auch in gedruckter Form in Lüneburg ausliegen soll.
Maßnahmen in ganz Niedersachsen
Auch in anderen Teilen Niedersachsens wappnen sich die Städte gegen hohe Temperaturen, wie die Tagesschau berichtet. In Hameln wurde bereits im Jahr 2025 eine erste Hochdrucknebelanlage installiert, mittlerweile gibt es dort eine zweite. Hannover bietet den Bürgern bis zum 20. September eine fünf mal sieben Meter große „Klima-Kiste“ aus Holz an, in der es bis zu 10 Grad kälter sein kann als im Außenbereich. In Osnabrück steht seit diesem Jahr die „Grüne Klimaoase“ am Nikolaiort zur Verfügung, wo sich Menschen auf Bänken mit integrierter Vernebelungstechnik ausruhen können. In Braunschweig wurden rechtzeitig zur Hitzewelle mehrere Trinkwasserbrunnen wieder in Betrieb genommen. Diese mussten Ende Juni wegen Hygiene-Problemen vorübergehend abgeschaltet werden, weisen nun jedoch laut Mitteilung der Stadt wieder eine einwandfreie Wasserqualität auf.
Kirchen im Harz bieten Schutz
Im Harz öffnen aufgrund der Hitze elf Kirchen täglich ihre Türen für Schutzsuchende. Nach Angaben des evangelischen Kirchenkreises Harzer Land vom Mittwoch beteiligen sich die Gotteshäuser an der Aktion „Coole Kirchen“. Zu den teilnehmenden Orten gehören unter anderem Altenau und Schulenberg im Landkreis Goslar sowie Barbis und Elbingerode im Landkreis Göttingen. Für die Besucher steht in der heißesten Zeit des Tages zwischen 14 und 18 Uhr zudem Trinkwasser bereit.
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