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Schleswig-Holstein: Regionalbahnen im ersten Halbjahr 2026 unpünktlicher

Eine aktuelle Statistik des Nahverkehrsverbunds Nah.SH zeigt, dass die Pünktlichkeit der Regionalbahnen in Schleswig-Holstein gesunken ist. Vor allem eine mangelhafte Infrastruktur und Baustellen beeinträchtigen den Bahnverkehr.

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Wer im Norden pünktlich sein will, geht wohl besser zu Fuß. Läuft. — Rocky, Chefkolumnist
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Im ersten Halbjahr 2026 waren die Regionalbahnen im öffentlichen Nahverkehr in Schleswig-Holstein unpünktlicher als noch im Vorjahr. Dies zeigt eine aktuelle Statistik des Nahverkehrsverbunds Nah.SH. Sowohl der Nahverkehrsverbund als auch der Fahrgastverband Pro Bahn machen dafür vor allem den schlechten Zustand der Schienen-Infrastruktur im Land verantwortlich.
Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann erklärt gegenüber NDR Schleswig-Holstein, dass Gleise und Weichen über Jahrzehnte vernachlässigt wurden. Daher seien unpünktliche Bahnen und viele Zugausfälle keine Überraschung. Laut Nah.SH gelten Bahnen als pünktlich, wenn sie bis zu fünf Minuten zu spät am Zielort ankommen. Alle Züge, die danach eintreffen, werden in der Statistik als verspätet aufgeführt. Fallen sie gänzlich aus, tauchen sie gar nicht mehr in der Statistik zu Pünktlichkeit auf.

Deutlicher Rückgang der Pünktlichkeit auf den meisten Linien

Eine Auswertung dieser Zahlen, wie die Tagesschau berichtet, zeigt, dass 24 von insgesamt 33 Linien in Schleswig-Holstein in der ersten Jahreshälfte 2026 weniger pünktlich waren als noch 2025. Dies entspricht einem Anteil von 72,73 Prozent. Bei fünf Linien (15,15 Prozent) waren die Bahnen pünktlicher. Bei der Nordbahn-Linie RB 63 zwischen Büsum (Kreis Dithmarschen) und Neumünster ist die Quote gleich geblieben. Drei Linien sind bei der Statistik in diesem Jahr dazugekommen.Insgesamt waren im ersten Halbjahr 2026 86,8 Prozent aller Fahrten in Schleswig-Holstein pünktlich, während der Wert 2025 noch über 90 Prozent lag. In keinem Monat war die Pünktlichkeit im Vergleich zum Vorjahr höher, wobei die größte Differenz im Januar auftrat, was auf die Folgen der winterlichen Witterung zurückzuführen ist. In diesem Monat gab es auch den bisher niedrigsten Pünktlichkeitswert einer Linie im Jahr 2026: Auf der Linie RB 65 zwischen Niebüll und Dagebüll (beide Kreis Nordfriesland) waren zu Beginn des Jahres lediglich 67,5 Prozent der Züge pünktlich.Besonders unpünktlich waren die Bahnen unter anderem auf den Pendlerstrecken zwischen Kiel beziehungsweise Flensburg und Hamburg. Die Linie RE 70 wies im ersten Halbjahr 2026 eine Gesamtpünktlichkeit von 75,2 Prozent auf, obwohl sie sich um 0,2 Prozent verbesserte. Damit gehört sie zu den drei unpünktlichsten Verbindungen in Schleswig-Holstein. Die Linie RE 1 zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Schwerin erreichte eine Pünktlichkeit von 74 Prozent, was auf negative Auswirkungen der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg - Berlin zurückzuführen ist. Die Linie RE 7 zwischen Flensburg/Kiel und Hamburg Hauptbahnhof kam auf 76,7 Prozent Pünktlichkeit. Besonders gute Werte mit jeweils knapp oder mehr als 98 Prozent Pünktlichkeit erzielten dagegen die Linien RB 66 zwischen Esbjerg (Dänemark) und Niebüll (Kreis Nordfriesland), RB 63 zwischen Büsum (Kreis Dithmarschen) und Neumünster sowie RE 4 zwischen Lübeck und Bad Kleinen (Mecklenburg-Vorpommern). Am häufigsten durch Ersatzverkehr ersetzt wurden die Linien RB 60 zwischen Elmshorn (Kreis Pinneberg) und Hamburg-Altona, RE 83 zwischen Kiel und Lüneburg (Niedersachsen) über Lübeck sowie RB 62 zwischen Heide (Kreis Dithmarschen) und Itzehoe (Kreis Steinburg).

Infrastrukturprobleme und Baustellen als Hauptursachen

Ein Sprecher des Nahverkehrsverbunds Nah.SH erklärt auf Anfrage von NDR Schleswig-Holstein, dass gut 75 Prozent der Verspätungen die Folge von Störungen der Bahn-Infrastruktur oder Bauarbeiten sind. Bei Zugausfällen verhält es sich zum Teil noch gravierender. Im März 2026 sind in Schleswig-Holstein 13,5 Prozent der Züge ausgefallen, der Großteil davon (11,3 Prozent) wegen Bauarbeiten oder Problemen mit der Infrastruktur.Zwar wird die Infrastruktur mittlerweile an einigen Stellen saniert, doch Nah.SH und auch der Fahrgastverband Pro Bahn sind sich einig, dass an zahlreichen Problemstellen weiterhin schlicht zusätzliche Gleise fehlen, erklärt Karl-Peter Naumann von Pro Bahn. Besonders betroffen ist das Nadelöhr in Elmshorn, wo seit Jahrzehnten auf den Ausbau eines dritten und vierten Gleises gewartet wird. Auch zwischen Niebüll und Westerland (Kreis Nordfriesland) kommt es laut Naumann aus demselben Grund immer wieder zu Verspätungen und Zugstaus. Zum Teil sorgt auch auf der Marschbahn zwischen Husum und Bredstedt (Kreis Nordfriesland) die Eingleisigkeit für Verspätungen, die sich direkt auf den Gegenzug übertragen. Zudem führen Baustellen laut Naumann und Nah.SH temporär zu zusätzlichen Störungen, Ersatzverkehren und Zugausfällen, was sich in den kommenden Jahren nicht ändern werde.

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