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Maritime Tage in Bremerhaven finden trotz Brückensperrung mit Einschränkungen statt

Wegen gesperrter Brücken müssen die Maritimen Tage in Bremerhaven stark umgeplant werden. Das Höhenfeuerwerk fällt aus, das Gelände wird verkleinert und rund 40 Schausteller erhalten eine Absage.

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Kein Feuerwerk? Hauptsache, das Bier schmeckt auch ohne bunten Glitzer am Himmel. — Rocky, Chefkolumnist
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Die Maritimen Tage in Bremerhaven werden in diesem Jahr trotz der gesperrten Brücken über den Verbindungskanal stattfinden. Das traditionsreiche Festival vom 12. bis 16. August muss jedoch aufgrund von Sicherheitsauflagen stark angepasst werden. Unter anderem fällt das Höhenfeuerwerk aus, und das Veranstaltungsgelände wird neu organisiert.
Auslöser für die umfangreichen Änderungen sind die Sperrungen der beiden historischen Klappbrücken am Verbindungskanal, die normalerweise wichtige Zu- und Fluchtwege für die Großveranstaltung mit bis zu 400.000 Besuchern darstellen. „Das Festival abzusagen, kam für alle Beteiligten nie infrage“, sagt Bürgermeister und Stadtkämmerer Torsten Neuhoff. Allerdings seien umfangreiche Anpassungen notwendig gewesen, um die Sicherheit der Besucher gewährleisten zu können, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. An den Details soll jetzt noch weiter gearbeitet werden.

Sicherheitskonzept und neue Wegeführung

Nach Angaben von Erlebnis-Bremerhaven-Geschäftsführer Michael Gerber standen die Organisatoren in den vergangenen Wochen vor der Herausforderung, einerseits kein Sicherheitsrisiko einzugehen und andererseits die Großveranstaltung zu retten. Dabei musste unter anderem geprüft werden, welche Besuchermengen über die als Ersatz errichtete Pontonanlage geführt werden können. Dafür ist eine erweiterte Brückenvariante geplant. Damit die Veranstaltung überhaupt genehmigt werden konnte, wird die provisorische Fußgängerverbindung erweitert. Auf dem bestehenden Ponton entsteht ein zusätzlicher Steg. Zudem soll ein Sicherheitsdienst die Besucherströme lenken, unter anderem durch eine Einbahnstraßenregelung. Vor allem das traditionelle Höhenfeuerwerk erwies sich dabei als Problem. Feuerwehrchef Jens Cordes verweist darauf, dass Flucht- und Rettungswege im Ernstfall groß genug sein müssten, um Tausende Menschen innerhalb weniger Minuten in Sicherheit bringen zu können. Wenn sich zum Feuerwerk rund 60.000 Menschen am Weserdeich drängten, könne dies unter den aktuellen Bedingungen kritisch werden. Deshalb wird das Feuerwerk in diesem Jahr gestrichen. Die Maritimen Tage enden stattdessen an den Veranstaltungstagen bereits um 22 Uhr, am Sonntag um 21 Uhr.

Änderungen auf dem Festgelände

Auch der Aufbau des Festgeländes wird grundlegend verändert. Weil die Verkehrsführung mitten durch das ursprünglich geplante Veranstaltungsgelände verläuft, konzentriert sich das Festival künftig stärker auf den Neuen Hafen und den Rundlauf um das Hafenbecken. Das Parkhaus Havenwelten bleibt entgegen früherer Überlegungen geöffnet, da die Tiefgarage unter anderem für Bremenports, das Atlantic Hotel Sail City und das Einkaufszentrum unverzichtbar sei. Die Folgen sind auch für die Aussteller spürbar. Für die ursprünglich rund 200 geplanten Stände reicht der Platz nicht mehr aus. Rund 40 Schausteller müssen deshalb abgesagt werden. Auch die Containerbühne kann nicht aufgebaut werden. Dafür ziehen einzelne Attraktionen an neue Standorte. Das Freibeuterdorf findet erstmals am Deich beziehungsweise am Kaiserhafen statt. Das Riesenrad wird auf der Seebäderkaje aufgebaut und soll dort einen neuen Blick über die Havenwelten ermöglichen. Zudem entstehen zusätzliche Standflächen am südlichen Ende des Kaiserhafens. Die zusätzlichen Maßnahmen verursachen nach Angaben von Gerber Mehrkosten von rund 100.000 Euro. Finanziert werden sollen sie aus nicht genutzten Einnahmen der City-Tax des vergangenen Jahres. Die Organisatoren gehen davon aus, dass die diesjährigen Maritimen Tage beispielhaft für weitere Großveranstaltungen in den kommenden Jahren sein werden. Denn die beiden Brücken über den Verbindungskanal werden voraussichtlich bis 2029 gesperrt bleiben.

Sanierung der Kajen ab 2027

Nach Angaben von Geschäftsführer der städtischen Entwicklungsgesellschaft Bean Nils Schnorrenberger könnte die Sanierung der einsturzgefährdeten Kajenanlagen im Februar 2027 beginnen. Planer und Bauunternehmen stünden bereits bereit. Erneuert werden müssen der rund 100 Jahre alte Verbindungskanal und die Kajenkonstruktionen, die durch einen massiven Befall mit Holzbohrmuscheln erheblich beschädigt wurden. Trotz der Einschränkungen soll die Besucher ein umfangreiches Programm erwarten, so Tourismuschef Gerber. Zu den Höhepunkten gehören zahlreiche Großsegler und Traditionsschiffe, darunter die „Alexander von Humboldt II“, die spanischen Dreimaster „Nao Victoria“ und „Pascual Flores“ sowie weitere historische Segelschiffe und Spezialfahrzeuge. Darüber hinaus werden Segeltörns auf der Weser angeboten. Musikalisch reicht das Angebot von Konzerten auf der Radio-Bremen-Bühne bis zum Neus-Festival an der Schleusenstraße. Ergänzt wird das Programm durch das Street-Food-Festival im früheren Lloyd-Dock sowie das Freibeuterdorf am Kaiserhafen.

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