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Keine staatliche Hilfe für Hitzeschutz in Hamburger Pflegeheimen

Pflegeheime müssen Maßnahmen gegen extreme Sommerhitze meist selbst finanzieren. Ein konkreter Fall aus Hamburg-Altona zeigt, dass es weder von der Stadt noch vom Bund spezielle Fördergelder gibt.

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Pflegeheime in Deutschland erhalten beim Hitzeschutz für ihre Bewohner kaum staatliche Unterstützung. Wie Recherchen der Tagesschau zeigen, müssen Einrichtungen notwendige Maßnahmen wie die Installation von Hitzeschutzfolien meist komplett selbst finanzieren. Weder auf Bundes- noch auf Landesebene existieren derzeit spezielle Förderprogramme für diesen Zweck.
Das rund 60 Jahre alte Pflegeheim "Fallen Anker" im Hamburger Stadtteil Altona verdeutlicht die Problematik. Sonnenschutzvorrichtungen sind dort nur an einem Teil der Fenster vorhanden, während sie in Richtung Osten vollständig fehlen. Im vergangenen Sommer führte dies zu einer extremen Aufheizung der Räume durch die Morgensonne. Bewohner Wolfgang Flasche berichtet über die Zustände: "Da habe ich bis zu 31 Grad im Zimmer gehabt."

Initiative für Hitzeschutzfolien scheitert an Finanzierung

Um Abhilfe zu schaffen, schlug der Angehörige einer Bewohnerin, ehemaliger Physik-Professor vom DESY in Hamburg-Bahrenfeld Hartwig Spitzer, der Heimleitung vor, Hitzeschutzfolien an den betroffenen Fenstern anzubringen. Spitzer hatte diese Technologie bereits an seinem Forschungsinstitut kennengelernt. "Solche Folien können eine deutliche Temperatur-Minderung bringen", erklärt Spitzer aus eigener Erfahrung. Da er um die knappen Investitionsmittel des Pflegeheims wusste, ergriff er die Initiative: "Ich wusste, dass die Investitionsmittel des Pflegeheims knapp sind und habe deshalb einen Abgeordneten der Altonaer Bezirksversammlung gefragt, ob es für solche Maßnahmen im Bezirk Fördergelder geben könnte."Das Pflegeheim beantragte daraufhin eine Summe von knapp 10.700 Euro für die Hitzeschutzfolien. Die Mehrheit der Abgeordneten der Bezirksversammlung Altona lehnte den Antrag jedoch ab. Fraktionschefin der Altonaer Grünen Dana Vornhagen äußert Verständnis für diese Entscheidung, obwohl ihre eigene Fraktion für die Förderung gestimmt hatte. "Es gibt durchaus die Sichtweise, dass die bezirklichen Finanzmittel sehr begrenzt sind", sagt Vornhagen. Zudem habe die Frage im Raum gestanden, ob der Bezirk überhaupt für diese Aufgabe zuständig sei.

Keine staatlichen Förderprogramme vorhanden

Das Problem geht jedoch über den Einzelfall hinaus. Weder bei der Stadt Hamburg noch beim Bund existiert ein eigenes Förderprogramm speziell für den Hitzeschutz in Pflegeheimen. Das Bundesprogramm "AnpaSo", das für die Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen gedacht war, liegt derzeit auf Eis. Selbst als noch Gelder zur Verfügung standen, reichten diese nur für wenige, ausgewählte Einrichtungen aus.Während Bundesländer gesetzlich dazu verpflichtet sind, in den Erhalt und Ausbau von Krankenhäusern zu investieren, gilt diese Verpflichtung für Pflegeheime nicht. Die Heime müssen Investitionen daher selbst tragen. Dies führt häufig zu höheren Kosten für die Bewohnerinnen und Bewohner, da sie oft über eine Umlage an den Investitionskosten beteiligt werden.Das Pflegeheim "Fallen Anker" hat die Folien schließlich auf eigene Kosten anbringen lassen. Die Anschaffung neuer Stühle für die Bewohner muss deshalb auf das kommende Jahr verschoben werden. Heimleiterin Monika Sonnenberg zeigt sich wenig überrascht über die ausgebliebene Förderung: "Weil es so selten ist, dass aktiv etwas für Pflegeeinrichtungen getan wird. Es wird viel über uns geredet, aber wenn es darum geht, pragmatische Lösungen zu finden, dann müssen wir das alleine machen." Eine Abfrage des NDR Hamburg unter den sieben Bezirken ergab zudem, dass bislang kein anderes Pflegeheim versucht hat, einen entsprechenden Förderantrag zu stellen.

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05.09., 04:12 Uhr