Gemeinsame Planung spart Zeit: Wurster Nordseeküste baut vier neue Feuerwehrhäuser
Die Gemeinde investiert rund 18 Millionen Euro in moderne Gerätehäuser für ihre freiwilligen Feuerwehren. In Dorum wurde nun der Grundstein für den jüngsten der vier Neubauten gelegt.
2018 hatte es der Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde Wurster Nordseeküste an den Tag gebracht: Vier von 14 freiwilligen Feuerwehren – Nordholz, Midlum, Dorum und Wremen – würden in den nächsten Jahren neue Gerätehäuser brauchen. Die alten Gebäude waren zu klein geworden für die moderne Brandschutztechnik. Zwei Jahre später legte die Gemeindeverwaltung dem Rat einen fast revolutionären Vorschlag vor: Statt ein Feuerwehrhaus nach dem anderen zu erneuern, sollten die vier neuen Wachen im Verbund geplant und gebaut werden. Der damalige Bürgermeister Marcus Itjen versprach sich davon Kosten- und Zeitersparnis.
Rekordinvestition für den Brandschutz
Ende 2023 präsentierte die Gemeinde das Auricher Architektur- und Ingenieurbüro 3ing als Partner für das bis dato größte Bauvorhaben der Gemeinde. Rund 18 Millionen Euro Baukosten ermittelten die Fachleute von 3Ing für alle vier Neubauten. All das hatte Gemeindebürgermeister Jörg-Andreas Sagemühl im Hinterkopf, als er jetzt gemeinsam mit den Aktiven und dem Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr Dorum vor geladenen Gästen den Grundstein für die neue Feuerwache legte, die an der Karl-Olfers-Straße 1 in Dorum entsteht. Es ist der jüngste der vier Neubauten – in Nordholz, Midlum und in Wremen sind die Baufortschritte noch sichtbarer, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.Dass der Weg dorthin kein Selbstläufer war, machte Sagemühl in seiner Ansprache deutlich. „Als wir angefangen haben, zu überlegen, vier Feuerwehrhäuser parallel zu planen und zu bauen, war das eine Riesenherausforderung“, sagte der Bürgermeister, der das Vorhaben anfangs noch als Ratsmitglied begleitet hatte. Zugleich verwies er darauf, dass die letzten Vergabeabschnitte inzwischen abgeschlossen seien.
Herausforderungen und Kostenkontrolle
Damit rückt auch die Frage nach Kosten und Zeitplan stärker in den Fokus. Die Gemeinde ist zuversichtlich, mit dem Projekt insgesamt im finanziellen Rahmen zu bleiben, auch wenn, wie Sagemühl betonte, bis zur Fertigstellung noch Risiken bestünden. Gleichzeitig berichtete er, dass die Arbeiten an den weiteren Standorten ebenfalls vorankommen: In Wremen stehe nach der Grundsteinlegung schon bald das Richtfest an und im gemeinsamen Neubau für die Feuerwehren Nordholz und Deichsende rücke die Einweihung näher.Trotz einiger Unwägbarkeiten zog Sagemühl ein positives Zwischenfazit. Er sprach von einer „guten Investition unserer Gemeinde“ und dankte den beteiligten Wehren, Architekten, Firmen, dem Rat und der Verwaltung. Trotz einzelner Probleme wie herausforderndem Winterwetter und Kabeldiebstählen habe sich gezeigt, dass sich auch solche Schwierigkeiten gemeinsam bewältigen ließen.
Bessere Bedingungen für die Einsatzkräfte
Wie wichtig der Neubau aus Sicht der Einsatzkräfte ist, unterstrich auch Ortsbrandmeister Michael Pakusch. „Heute ist ein guter Tag für die Feuerwehr Dorum und für die gesamte Ortschaft“, sagte er. Mit der Grundsteinlegung werde das Fundament für einen Ort geschaffen, an dem künftig Ausbildung, Einsatzvorbereitung und Hilfeleistung rund um die Uhr möglich seien.Pakusch verwies auf die beengten Verhältnisse am Standort in der Gröpelstraße. Dort sei der Umgang mit moderner Technik oft nur mit Improvisation möglich gewesen. Mit Blick auf das bisherige Gerätehaus sagte er, manches sei „mehr Tetris als Feuerwehr“ gewesen. Die neuen Räume böten mehr Platz und zeitgemäße Bedingungen für Mensch und Technik. Während Ortsbrandmeister Michael Pakusch ein Stück der Mauer des alten Dorumer Feuerwehrhauses in der Grundsteinbox deponierte, schauten ihm sein Stellvertreter Marco Greiner und Gemeindebürgermeister Jörg-Andreas Sagemühl über die Schulter.
Auch beim Zeitplan zeichnet sich ein realistischerer Rahmen ab. Die ursprüngliche Planung, alle vier Feuerwehrbauten bis Ende 2026 abgeschlossen zu haben, ist laut Sagemühl nicht ganz zu halten: Die Feuerwache für Nordholz und Deichsende soll noch in diesem Jahr, die anderen drei im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden.