Aktionstag im Schifffahrtsmuseum: Hunde erkunden Ausstellung in Bremerhaven
Beim Aktionstag „Tierisch unterwegs“ öffnete das Schifffahrtsmuseum erstmals seine Türen für Hunde. Rund 100 Vierbeiner erkundeten gemeinsam mit ihren Besitzern die Ausstellung und absolvierten ein vielfältiges Rahmenprogramm.
Die Tiere waren an diesem Tag nicht nur geduldete Gäste, sondern aktiver Teil des Programms. Ihre Anwesenheit knüpfte unmittelbar an das Thema der Ausstellung an.
„Wir haben genau 503 Gäste gezählt, dazu kamen geschätzt 80 bis 100 Hunde“, sagt wissenschaftliche Mitarbeiterin, Hundeliebhaberin und Organisatorin des Aktionstages Franziska Schild. „Wir wollten bewusst machen, dass Hunde auch in der Welt der Seefahrt immer dazugehörten; als Arbeitshunde am Wasser oder einfach als Begleiter.“ Besonders gefreut hat sich Franziska Schild über die Rückmeldungen zahlreicher Gäste, die nach langer Zeit wieder im Museum waren, weil sie ihren Hund nicht alleinlassen konnten. Das Interesse der Besucher war groß.
Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, zusammen mit ihrem Hund das Museum „aus Hundesicht“ völlig neu zu entdecken. Für die Tiere wie für ihre Begleiter war der Rundgang damit mehr als ein gewöhnlicher Museumsbesuch. Viele Vierbeiner erkundeten die Räume aufmerksam an der Seite ihrer Menschen. Besonders die Schnüffeltour kam gut an. Hier mussten die Hunde in Zusammenarbeit mit ihrem Menschen bestimmte Aufgaben lösen, wie beispielsweise Fische aus einem Netz fischen oder Knotenleinen finden. Mini-Australian-Shepherd-Hündin Nala setzte dabei voll auf die Zuarbeit ihres Herrchens, während Schnauzerin Annie nur mit Leckerlis zu motivieren war. Für jede richtige Lösung gab es einen Stempel, der zur Teilnahme an einer Verlosung berechtigte.
Tierischer Einsatz auf dem Museumsschiff
Welche Aufgaben Hunde heute noch an Bord von Schiffen haben können, zeigte die Hundestaffel des Zolls bei der Suche nach Schmuggelgut und Drogen auf dem Schlepper „Seefalke“. Die Vorführung machte den Einsatz der Tiere im Hafenumfeld anschaulich. An einem Infostand präsentierten die Beamten beschlagnahmte Trophäen, die unter das internationale Artenschutzabkommen fallen. Das Rahmenprogramm war ganz auf die Bedürfnisse der Gäste zugeschnitten. Hundeschulen, Futtershops und auch eine Tierporträtmalerin informierten über ihre Angebote. Um Hundegesundheit ging es am Stand des Hundehofes Heuwinkel. Tierärztin Verena Heuwinkel demonstrierte am lebenden Objekt Erste Hilfe am Hund und gab Ratschläge für den Umgang mit einem verletzten Hund.Zwischen Assistenzhunden und Agilityparcours
Über die vielfältigen Möglichkeiten, wie Hunde Menschen mit Handicaps helfen können, beispielsweise als Allergie- und Diabeteswarnhund, informierte Michaela Ristau von der Vereinigung „Dogs with Jobs“, in der sich Assistenzhunde-Trainer zusammengeschlossen haben. Wenn Hund und Herrchen der Sinn nach Bewegung stand, konnten sie sich auf dem Agilityparcours der Hundeschule Wattpfote bewegen. Ein Foto von Oberstech zeigt zudem helfende Hunde: Michaele Ristau mit Assistenzhund Lotti und Ines Waldeck mit Gina.Menschen und Hunde kamen in der ungewohnten Umgebung ausnehmend gut miteinander zurecht. „Ich war angenehm überrascht, wie gut sich die vielen unterschiedlichen Hunde im Museum vertragen haben“, so eine Teilnehmerin am Schluss. „Diese Aktion ist einmalig und etwas Besonderes für Bremerhaven.“ Auch Franziska Schild zieht eine positive Bilanz: „Das Miteinander hat sehr gut funktioniert.“ Hunde passen offensichtlich doch in ein Museum.